Die Gesundheitswirtschaft ist der Wachstumsmotor der deutschen Wirtschaft

Medizintechnik: Hohes Wachstumspotenzial

Die deutschen Medizintechnikhersteller erzielen rund ein Drittel ihres Umsatzes mit Produkten, die nicht älter als 3 Jahre sind. (Foto: Yuri Arcurs - Fotolia)

Die Auswirkungen des demografischen Wandels lassen sich am deutlichsten an der Entwicklung der Gesundheitswirtschaft erkennen.

Seit Jahren weist der Gesundheitsbereich überdurchschnittliche Wachstumsraten auf. Aktuell zählt dieser Bereich in Deutschland mehr als 7 Mio. Beschäftigte und erwirtschaftet mit über 330 Mrd. € rund 12% des BIPs. Allein in den letzten 10 Jahren entstanden in der Gesundheitswirtschaft über 1 Mio. neue Arbeitsplätze.

Den Löwenanteil trägt die Medizintechnik und Pharmabranche bei. Mit einem durchschnittlichen Wachstum von 3,8% pro Jahr ist der Gesundheitsbereich der Wachstumsmotor der deutschen Wirtschaft. Sogar im Krisenjahr 2009 wurde Wachstum erzielt. Die Medizintechnik-Branche übertrumpft diese Zahl mit 6% noch einmal deutlich. Dabei trifft Qualität made in Germany vor allem im Ausland auf große Nachfrage, denn die Exportquote liegt bei 65%.

Kurze Produktzyklen sind eine Herausforderung

Die Medizintechnologie lebt von Innovationen. Die deutschen Medizintechnikhersteller erzielen rund ein Drittel ihres Umsatzes mit Produkten, die nicht älter als 3 Jahre sind. Doch Innovation hat seinen Preis. Beinahe ein Zehntel des Umsatzes investieren die Unternehmen in Forschung und Entwicklung, um die Produktpipeline gefüllt zu halten.

Solide finanzierte Unternehmen wie Sonova oder Stratec verfügen über das erforderliche Kapital, um dem intensiven Wettbewerbsdruck gerecht zu werden. Die hohe Investitionsbereitschaft der Medizintechnikhersteller macht sich bezahlt. Bei Patenten und Welthandelsanteil liegt Deutschland auf Platz 2 hinter den USA.

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Medizintechnik ist facettenreich

Die Welt der Medizintechnik ist vielseitig. Kardiologische Implantate bringen schwache Herzen wieder in Rhythmus. Die Endoprothetik bringt kranke Gelenke zum schmerzfreien Bewegen. Künstliche Linsen und die refraktive Chirurgie bringen kranke Augen zum Sehen. Moderne Implantate und Geräte bringen taube Ohren zum Hören.

Neue Verfahren und Produkte verbessern die Lebensqualität, retten und erhalten oftmals Leben. Die Nachfrage dieser Produkte steigt mit der wachsenden Weltbevölkerung, dem steigenden Anteil älterer Menschen und einem immer besseren Zugang zu medizinischer Versorgung in den Schwellenländern.

Von dieser Entwicklung profitieren Medtronic und Sonova als Hersteller von Herzschrittmachern und Hörgeräten sowie Straumann und Carl Zeiss Meditec als Spezialisten für Dentalimplantate und Augenheilkunde. Denn Herzkrankheiten, schlechtes Hören und Sehen sowie Zahnausfall treten in der Regel erst im fortgeschrittenen Alter auf.

Vertrauen und Akzeptanz in der Medizintechnik

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte Bundesbürger über ihre Einstellung zu gesundheitlichen Themen. Ein Ergebnis ist, dass die Bürger der modernen Medizintechnik vertrauen. Drei Viertel der Deutschen glauben, dass die Medizintechnik eine entscheidende Rolle hat, ein längeres Leben zu ermöglichen. In keinem anderen Lebensbereich wird der Einzug von Technik stärker begrüßt als in der Medizin: Mehr als 90% der Deutschen schätzen die Entwicklungen bei Vorsorge, Diagnose und Behandlung als positiv ein.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.