Die größte Schwäche von Elektroautos

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Das Thema der niedrigen Reichweite bleibt die größte Schwäche von Elektrofahrzeugen. Dennoch bietet dieser Sektor große Chancen. (Foto: AR Pictures / shutterstock.com)

An dieser Stelle schreibe ich regelmäßig über die positiven Aussichten der Elektromobilität. Gestern hatte ich einmal mit zwei Kolleginnen die Chance, persönliche Erfahrungen in diesem Bereich zu sammeln. Beim Rückweg aus der Münchner Innenstadt zum Flughafen fuhren wir in einem i3 von BMW, der im Rahmen eines CarSharing Projekts angeboten wurde

Und die Fahrt zum Flughafen zeigte uns, dass es doch noch einige Jahre dauern wird, bis sich die Elektrofahrzeuge wirklich durchsetzen können. Wir starteten am Münchner Hauptbahnhof mit einer Akkuladung von 86 % und einer Fahrstrecke von 36 km bis zum Flughafen. Soweit so gut. Doch die Anzeige für die verbliebene Reichweite stand nur bei 88 km.

Für einen fast vollen Akku ist das nicht besonders viel. Zunächst schaltete ich einmal die Klimaanlage aus und die Reichweite erhöhte sich um 10 km. Dann starteten wir die Fahrt und im Innenstadtbereich tat sich bei der verbliebenen Akkuleistung nur wenig. Doch als wir dann auf die Autobahn Richtung Flughafen gingen, sank die Akku Leistung doch stetig.

Reichweite von knapp 100 km mit fast vollem Akku – das ist einfach zu wenig

Als wir dann den Flughafen erreichten, hatten wir nur noch eine Rest Ladung im Akku von rund 50 %. Und dann ergab sich ein weiteres kleines Problem: wir parkten das Auto zwar in der vorgesehenen Tiefgarage direkt an einer Ladestation – aber wir waren nicht autorisiert tatsächlich auch das Auto dort aufzuladen. Und so standen an den zahlreichen Ladeplätzen für Elektrofahrzeuge mindestens die Hälfte der Fahrzeuge ohne Ladekabel. So etwas macht natürlich wenig Sinn in der Praxis, wenn die Fahrzeuge dann wieder den weiten Weg in die Stadt fahren sollen.

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Vom Fahrkomfort her bot der BMW eine sehr gute Performance und wir waren alle 3 damit sehr zufrieden. Doch die tatsächliche Reichweite dieses Fahrzeugs hat uns dann doch schwer überrascht. Bei diesen Zahlen bleibt es wohl vorerst erst einmal so, dass Elektrofahrzeuge eine Alternative für den Stadtverkehr darstellen.

Nichtsdestotrotz müssen Sie eine Sache dabei bedenken: Der Boom bei Elektrofahrzeugen wird in den nächsten 5 Jahren auf jeden Fall einsetzen. Der große Marktdurchbruch wird spätestens ab dem Jahr 2020 kommen, wenn die großen Hersteller wie VW oder auch Ford zahlreiche reine Elektro-Modelle im Mittelklassesegment platzieren werden.

Das wird dann auch den großen Schub bei der Nachfrage für die wichtigen Rohstoffe geben. Wie Sie wissen, gehören Kobalt und Lithium zu den maßgeblichen Bestandteilen der wichtigen Batterien in Elektroautos. Und genau hier kommt das Thema Rohstoffe mit hinein. Wer jetzt schon auf aussichtreiche Unternehmen in diesen beiden Segmenten setzt, kann schon vor dem eigentlichen Boom hohe Gewinne mit den passenden Aktien erzielen.

Und auch wenn die persönliche Erfahrung mit dem BMW in München jetzt doch eher ernüchternd war, zeigen die bisherigen Elektrofahrzeuge eins ganz klar auf: Es gibt eine wirkliche Alternative zu Verbrennungsmotoren – wenn es erst einmal auch nur im Stadtverkehr sein wird. Das eröffnet dieser Branche enorme Chancen und damit bietet das auch Chancen für Sie als Rohstoffanleger.


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Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.