Die große Zinslüge: Finger weg von Währungskonten!

Warum gemeinsame Konten nicht empfehlenswert sind

Liebe Leserinnen und Leser von Bankkunden-vertraulich,

wissen Sie, was ein Oder-Konto ist? Vielleicht haben Sie ja eines, ohne es zu wissen und ohne sich über die Konsequenzen im Klaren zu sein: Ein Oder-Konto ist ein Konto, das auf den Namen zweier Personen läuft, die beide gleichberechtigt Zugriff haben. Gerade Ehepaare, aber auch Paare, die unverheiratet zusammenleben, richten sich oft ein solches Konto oder Depot bei ihrer Bank ein.

Als Nicht-Ehepaar werden Sie in der Regel eine Weile suchen, bis Sie eine Bank finden, die sich auf die Eröffnung eines solchen Oder-Kontos einlässt. Denn die Banken fürchten allerlei Ungemach, falls einer der Partner (beziehungsweise Geschäftspartner), die ein gemeinsames Konto unterhalten, unerwartet zu Tode kommt.

Dann nämlich haben die Erben ein Wörtchen mitzureden und können die Verfügungsmacht des anderen Kontoinhabers beschränken. Das gibt regelmäßig Streit, auch mit der Bank.

Trotzdem halten viele Paare das gemeinsame Konto für erstrebenswert. Dabei ist die Konstruktion „Oder-Konto“ auch aus steuerlichen Gründen nicht ganz harmlos. So sind bei gemeinschaftlichen Konten Kapitaleinkünfte meldepflichtig, selbst wenn sie unter dem Sparerfreibetrag von 1.370 Euro liegen.

„Wie kommt das?“, werden Sie sich fragen. Mehr dazu und zu den weiteren steuerlichen Nachteilen weiter unten in diesem Newsletter unter der Überschrift „Warum Sie mit Oder-Konten ein steuerliches Risiko eingehen“.

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Die große Zinslüge: Finger weg von Währungskonten!

Haben Sie es auch gelesen? Bis zu 12 Prozent Rendite versprechen einige Banken mit so genannten Fremdwährungskonten. Um sein Geld in türkischen Lira, südafrikanischen Rand, ungarischen Forint oder britischen Pfund anzulegen, muss niemand mit einem Geldkoffer ins Ausland reisen, heißt es da viel versprechend.

Es genügt, ein Währungskonto bei einer hiesigen Bank anzulegen, das auf die entsprechende Währung lautet.

Für Währungskonten wird auch noch mit dicken Zinsen geworben. 12 Prozent etwa bietet American Express für ein Fremdwährungskonto auf die Türkische Lira. Aber diese Zahl sollte Sie sofort stutzig machen.

Vor allem, weil gerade die angebotenen Währungen nicht etwa zu den stabilsten auf der Welt gehören, sondern – im Gegenteil! – oft enorm im Kurs schwanken.

Was nutzt Ihnen die schönste Verzinsung, wenn Sie nachher beim Rücktausch einen viel schlechteren Kurs bekommen als ursprünglich? Weg sind die Zinsen. Oft genug stehen Sie mit Verlusten da, wenn Sie ihr Geld erst wieder in Euro zurückgetauscht haben. Als solide Geldanlage kommt ein solches Fremdwährungskonto nicht in Frage!

Noch weitere Pferdefüße gibt es bei Fremdwährungskonten: die Konditionen der Banken. Kaum eine Bank wird Ihnen ein Fremdwährungskonto kostenlos einrichten. Im Gegenteil. Gleich von Anfang an bedienen sich die Institute mit satten Gebühren. So liegen die Kosten für ein Fremdwährungskonto nicht selten bei 0,1 bis 1 Prozent der Spareinlage.

Nehmen wir einmal die „gemäßigte“ Variante: Sie legen 1.000 Euro bei American Express in Türkischen Lira an. Dann zahlen Sie gleich einmal 1 Prozent der Spareinlage, also 10 Euro Gebühren für den Umtausch. Ein feines Geschäft ‑ für American Express!

Apropos Spareinlage: Auch hier sind die Konditionen der Banken inakzeptabel: Ein Fremdwährungskonto können Sie meist erst ab einer bestimmten Mindestsumme anlegen. Diese bewegt sich meist zwischen 1.000 und 5.000 Euro, liegt aber im Einzelfall auch einmal bei 50.000 Euro, wie etwa ein Währungskonto auf den ungarischen Forint bei der Nassauischen Sparkasse.

Mit so viel Geld ins Risiko zu gehen, ist gefährlich. Besser ist es, gerade bei spekulativen Anlagen, Sie streuen eine solche Summe auf verschiedene Investitionen. Dann ist nicht das ganze Geld verloren, wenn einmal eine Investition daneben geht.

Sinnvoll kann ein Fremdwährungskonto dagegen sein, wenn Sie als Unternehmer regelmäßig mit dem Ausland Geschäfte machen. Das Fremdwährungskonto bietet Ihnen dann eine sichere Basis, um Waren und Leistungen in fremder Währung zu bezahlen beziehungsweise um Zahlungen aus dem Ausland in fremder Währung zu erhalten.

Gerade wenn Sie nicht ständig hin und her tauschen müssen, ist das Wechselkursrisiko geringer. Wann Sie das Geld dann bekommen beziehungsweise bezahlen, spielt keine Rolle. Da die Beträge nicht in Euro konvertiert werden, können Sie unabhängig vom Tageskurs agieren.

Ein Beispiel: Angenommen, Sie liefern Waren nach Südafrika und haben deshalb ein Fremdwährungskonto bei Ihrer Bank, das auf die südafrikanische Währung, den Rand, lautet. Dann kann es Ihnen egal sein, wie der Tageskurs zwischen Euro und Rand aussieht. Sie zahlen in Rand, und sie bekommen Ihr Geld in Rand.

Da die Beträge zwischendurch nicht in Euro umgetauscht werden, erleiden Sie keine Verluste durch Währungsschwankungen, aber erwirtschaften zunächst auch keine Gewinne durch einen günstigen Umtauschkurs. Im Idealfall können Sie mit dem Umtausch aber warten, bis ein guter Kurs erreicht ist.

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Warum Sie mit Oder-Konten ein steuerliches Risiko eingehen

Normalerweise dürfen Sie als allein stehende Person pro Jahr bis zu 1.370 Euro Zinserträge erwirtschaften, ohne sie versteuern zu müssen. Damit die Bank Erträge, die darunter liegen, erst gar nicht ans Finanzamt meldet, können Sie Jahr für Jahr für jedes Ihrer Konten einen so genannten Freistellungsauftrag abgeben.

Die Summe der Freistellungsaufträge darf den Sparerfreibetrag nicht überschreiten.

Wenn der Ertrag eines Depots oder Kontos über der im Freistellungsauftrag genannten Summe liegt, meldet die Bank den Überschuss ans Finanzamt.

Ohne Freistellungsauftrag teilt die Bank die gesamten Zinserträge dem Finanzamt mit.

Und genau hier liegt der Haken: Haben Sie mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin zusammen ein Oder-Konto, wird die Bank dafür keinen Freistellungsauftrag akzeptieren, wenn Sie nicht verheiratet sind.

Das heißt: Alles, was Sie an Zinserträgen mit diesem Konto erwirtschaften, muss die Bank dem Fiskus melden.

Nur Ehepaare können für ihr gemeinsames Oder-Konto einen Freistellungsauftrag bekommen. Der Sparerfreibetrag für Ehepaare beträgt 2.740 Euro pro Jahr.

Noch einen weiteren Nachteil hat ein Oder-Konto. Ist einer der beiden Inhaber selbstständig, kann eine Betriebsprüfung des Finanzamts verheerend sein. Nämlich dann, wenn der Betriebsprüfer eine Offenlegung der Kontoauszüge verlangt.

Dabei kann er nämlich auch Rückschlüsse auf die finanziellen Verhältnisse des Mitinhabers ziehen, also zum Beispiel auf die der Ehefrau des Unternehmers, dessen Betrieb er gerade prüft.

Und auch ein dritter steuerlicher Nachteil schlägt bei Oder-Konten voll durch: Das Finanzamt teilt die Erträge durch zwei und rechnet jeweils die Hälfte jedem der Konteninhaber zu, ob dies nun der Realität entspricht oder nicht.

Stammt das Vermögen aber zum Beispiel nur von dem unternehmerisch tätigen Ehemann, während die Frau kein eigenes Einkommen hat, gilt die Hälfte des Einkommens als Schenkung an die Frau.

Dafür fällt oberhalb eines Schenkungs-Freibetrags von 307.000 Euro jedes Jahr Schenkungssteuer an. Gerade wenn es um Ihre Altersvorsorge geht oder später einmal um den Verkauf Ihres Betriebs, kostet Sie ein Oder-Konto womöglich unnötig Geld.

Da ist es viel besser, Sie verfahren nach der bewährten Methode: Jeder der Partner richtet sich ein eigenes Konto ein und erteilt dem anderen eine Vollmacht dafür.

Glossar heute: Oder-Konto und Fremdwährungskonten / Währungskonten

Oder-Konto: Ein Oder-Konto ist ein Konto, das zwei Leuten gemeinsam gehört und auf das beide gleichberechtigt Zugriff haben. Beliebt sind Oder-Konten vor allem bei Ehepaaren und Lebenspartnern. Aber die Nachteile in Handhabung und die steuerlichen Konsequenzen sind oft erheblich.

Fremdwährungskonten oder Währungskonten sind Konten bei einer Bank in Deutschland, die nicht auf den Euro lauten, sondern auf die Währung eines beliebigen anderen Landes. Sehr beliebt (aber nicht unbedingt zu empfehlen) sind Konten, die auf den ungarischen Forint, die türkische Lira, den südafrikanischen Rand oder den polnischen Zloty lauten.

Gelegentlich findet man auch Angebote in britischen Pfund oder australischen oder neuseeländischen Dollar. Vorsicht: Die Währungsschwankungen können den Zinsertrag leicht auffressen und die Gebühren sind oft erheblich!

12. August 2005

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Dr. Erhard Liemen. Über den Autor

Dr. Erhard Liemen ist Chefredakteur verschiedener, international renommierter Informationsdienste. Seit 1996 betreut er den angesehenen und erfolgreichen Dienst "Der Deutsche Wirtschaftsbrief".

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