Die Herausforderungen in der Papierbranche nehmen kein Ende

Verstärkt durch strukturelle Veränderungen bei Papier-Endanwendungen führte dies zu einem weiteren Nachfrage-Rückgang von grafischen Papieren.

Dümpelnde Werbe-Aktivitäten schränken zudem die Nachfrage nach Papier ein.

Das schwache Geschäft spiegelt sich in den Ergebnissen der meisten Produzenten wider. Bei Int’l Paper ging der Absatz von Industrie-Verpackungen erneut leicht zurück.

Bei den Konsum-Verpackungen ging es mit einem Rückgang um 13,5% auf 2,76 Mio. t weiter abwärts.

Im 4. Quartal hat sich dieser Trend sogar noch verstärkt. Dank stringenter Kosten-Kontrolle und verbesserter Margen legte der Gewinn deutlich zu.

Bei UPM-Kymmene wurde die Geschäfts-Entwicklung durch Absatz-Rückgänge bei Papier und im Bereich Zellstoff belastet. UPM erwägt den Verkauf des UPM Werkes Schwedt samt entsprechender Anlagen.

Der Hygienepapier-Spezialist Svenska Cellulosa ist durch seine Ausrichtung auf Konsum-Produkte weniger von den Werbe-Aktivitäten der Wirtschaft abhängig.

SCA spürt auch den erfolgreichen strukturellen Umbau seines Produkt-Portfolios und hat gute Zahlen für 2015 präsentiert.

Büro- und Konsum-Artikel werden immer gebraucht

Bei edding ist von der Krise wenig zu spüren. Solides Umsatz- und Gewinn-Wachstum zeichnet das Unternehmen aus.

Nach Abwägung der bestehenden Chancen und Risiken des weiteren Geschäfts-Verlaufs erwartet edding auch für 2016 steigende Umsätze. Obwohl alles soweit passt, hinkt edding an der Börse den Papie-Hherstellern hinterher.

Bei BIC haben alle 3 Kernsparten zum guten Ergebnis beigetragen. Der kleinste Geschäfts-Bereich ist praktisch das Entwicklungs-Zentrum:

BIC-Handys, BIC-Surfbretter – hier wird probiert, was noch zur Marke passen und in naher Zukunft Geld bringen könnte. Auch hier hat der Kurs seit Anfang des Jahres spürbar nachgegeben.

Staples leidet nach wie vor unter der Konkurrenz aus dem Internet und hat weitere Filialen geschlossen.

Nachdem die Übernahme von Office-Depot kartellrechtlich scheitern dürfte, hat die Aktie mächtig Aufwind erhalten und sich in diesem Jahr mit einem Kursplus von über 15% an die Spitze in dieser Branche gesetzt.

Mayr-Melnhof erweitert Werk im Iran

Mayr-Melnhof will nach dem Ende der Iran- Sanktionen die dortigen Produktions-Kapazitäten ausbauen. Das Werk in Teheran wird um bis zu 10.000 qm erweitert.

Der Konzern ist seit 2009 im Iran aktiv und produziert dort Karton-Schachteln für die drei großen Zigaretten-Hersteller.

Die Karton-Produktion war von den internationalen wirtschaftlichen Sanktionen aufgrund des iranischen Atom-Programms aber nicht betroffen.

Besonderes Augenmerk will das Unternehmen im laufenden Geschäftsjahr auf die vollständige Integration des französischen Faltschachtel-Herstellers Ileos legen, der im vergangenen Jahr übernommen wurde.

Viel erwartet sich Mayr-Melnhof von der Markteinführung von „Foodboard“, einem gestrichenen Karton mit einer „Barriere“ für eine sichere Lebensmittel-Verpackung.

Aufgrund der schwachen konjunkturellen Entwicklung in Europa bleiben die Rahmenbedingungen herausfordernd bei weiterhin intensivem Wettbewerb.

10. Mai 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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