Die Leitzins-Höhe und ihre Folgen für Deutschland

Vor wenigen Tagen erhöhte die US-amerikanische Zentralbank den Leitzins um 0,25% auf eine Spanne zwischen 0,75 – 1% an. Weitere Schritte könnten folgen.

Wir haben Ihnen inzwischen aufgezeigt, dass das unmittelbare Auswirkungen auf die Geschäftsbanken hat. Und diese werden die Kosten an die Bankkunden weitergeben.

Wann erhöht die EZB den Leitzins?

Auch die Europäische Zentralbank (EZB) könnte den Leitzins anheben, selbst wenn sie im Moment davon nichts wissen will.

Aber: Eine zu große Lücke zwischen europäischem und US-amerikanischem Zinsniveau wäre eine gefährliche und weitere Belastung für den Euro.

Deshalb sagen Experten, dass auch in Europa zwangsläufig eine Leitzins-Erhöhung folgen muss.

Immobilien-Besitzer zittern

Ferner haben wir Ihnen die negativen Auswirkungen auf den US-amerikanischen Immobilienmarkt verraten.

Sie wissen: 50% aller Hausbesitzer sind schon jetzt angesichts eines weiter steigenden Leitzinses um ihre finanziellen Kapazitäten besorgt und rund 80% der potentiellen Hauskäufer ebenso.

Viele Immobilien-Eigentümer – und solche, die es noch werden wollen – dürfen also zittern, wie die Zins-Entwicklung weitergeht.

Doch auch in anderen Bereichen schlägt eine Leitzins-Anhebung voll durch:

So beeinflusst die Leitzins-Anhebung den Automarkt

Gefährlich wird es auch für Autofahrer, die einen Autokredit besitzen.

Bereits Ende 2016 stieg die Zahl derjenigen, die 2-Monats-Raten schuldig sind, auf über 1 Mio. Das Gesamt-Volumen der Autokredite belief sich im letzten Quartal auf 1,16 Bio. Dollar.

Schuld daran sind auch die Banken, die selbst Schuldnern mit geringer Bonität Kredit gaben (insgesamt 244 Mrd. Dollar in den letzten beiden Jahren).

Doch schon im Januar 2017 stiegen die Ausfälle bei Autokrediten auf 9,1% – und jetzt auch noch die Leitzins-Erhöhung…

Verstehen Sie: Steigende Leitzinsen schlagen auf die Zinsen der Autokredite durch und beeinflussen damit den Erwerb und die Zahlungsfähigkeit der Besitzer.

Die Kreditkarten-Falle

Fast jeder besitzt heutzutage eine Kreditkarte, die er eifrig benutzt – und oft auch den eingeräumten Kredit beansprucht; manche mehr, manche weniger…

Wie dem auch sei: Bereits im Mai 2016 erreichte in den USA der aufgelaufene Kreditkarten-Schuldenstand annähernd die Billionen-Grenze.

Oder anders ausgedrückt: Jeder amerikanische Haushalt besitzt durchschnittlich Kreditkarten-Verbindlichkeiten in Höhe von 16.000 Dollar.

Dafür werden – ebenfalls durchschnittlich – etwa 1.300 Dollar an Gebühren fällig.

Düstere Prognose: Die US-Konsumenten werden 2017 etwa 1,6 Mrd. Dollar mehr an Kreditkarten-Gebühren bezahlen.

„Schöne neue (Zins-)Welt“, kann man da nur sagen….

Die Banken geben eine Leitzins-Erhöhung schnell weiter

Am oben genannten Beispiel erkennen Sie, wie unmittelbar sich schon eine geringe Leitzins-Anhebung negativ auswirken kann.

Übrigens: Bei der letzten (Ende 2015) haben die Banken sofort reagiert.

Schon innerhalb von 2 Monaten passten sie die variablen Zinsen in den Kreditkarten-Verträgen an, um ihre zusätzlichen Kosten an die Kunden weiterzugeben.

Noch Fragen?

23. März 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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