Die letzte ruhige Woche vor dem Knall?

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Die besinnliche Zeit hat die Börsen erfasst. Ein bisschen Bewegung war heute drin, aufgrund der positiven Arbeitsmarktzahlen. Ansonsten warten die Märkte. (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Die Börse hat sich schon wieder beruhigt. Nachdem es Montag deutlich nach unten ging (und auch Dienstag in den USA) sind wir jetzt schon fast wieder beim gewohnten Bild: Nahezu Stillstand. Selbst entscheidende Aussagen bewegen den Markt nicht sonderlich. Diese Woche bekam das Gerücht neue Nahrung, dass wir keinen Deal zwischen USA und China vor dem 15. Dezember haben werden.

Was macht der DAX? Er rutschte ganze 50 Punkte nach unten. Also nahezu ein Non-Event. Aber warum? Ist das inzwischen schon eingepreist, dass wir keinen überraschenden Deal mehr bekommen werden? Liegt die Rallye einfach nur an den Notenbanken und deren Gelddruckerei? Vermutlich. Der Chart des DAX scheint auch an den schlimmsten Möglichkeiten vorbeigeschrammt zu sein.

DAX Chartanalyse

Der Aufwärtstrend seit Mitte August hält weiterhin. Er hatte bis vor wenigen Tagen eine gute Chance die Kreuzunterstützung im Bereich 12.656 Punkte mitzunehmen. Dafür hätte die Konsolidierung aber wesentlich stärker ausfallen müssen.

Das war nicht der Fall. Insofern ist der Zug jetzt erst einmal abgefahren. Theoretisch können die Kurse bis Mitte Dezember noch etwa den Bereich 12.850 erreichen. Auch das wäre aus Sicht der Bullen kein Beinbruch. Doch geht es ab dem 15. Dezember wirklich wieder bergauf?

Das große Tauziehen ab Mitte Dezember

Die Saisonalität besagt, der DAX steigt ab Mitte Dezember. Das ist beim Goldpreis genauso. All das habe ich Ihnen in den letzten Wochen hier im Trading Insider verdeutlicht. Nur weil es aber in den meisten Fällen so kommt, muss es diesmal nicht auch so sein. Denn der 15. Dezember kann die Märkte in Wallung bringen.

Entscheidend sind hier natürlich die Strafzölle. Ab 15. Dezember sollen Zölle in Höhe von 15 Prozent auf zusätzlich Konsumgüter aus China anfallen. Der Kostenpunkt: Etwa 160 Milliarden US-Dollar.

Jetzt ist die alles entscheidende Frage, ob diese Strafzölle tatsächlich kommen, ob sie verschoben werden oder ob sich die USA mit China sogar vorher noch einigen. Letzteres ist logischerweise so gut wie utopisch. Eine Verschiebung ist denkbar, wenn Trump die Börsen nicht unter Druck bringen möchte. Schließlich haben wir ja noch die Weihnachtsmann-Rallye. Diese würde vermutlich ausfallen, wenn Trump per Strafzölle den Stecker zieht.

Andererseits, sonderlich überraschend wären die Zölle ja nicht und sollten zumindest eingepreist sein. Der Markt hat also wenn Sie es so sehen wollen, nur Potential nach oben. Nämlich dann, wenn Trump mit einer Verschiebung der Zölle „überrascht“.

So oder so wird das Wochenende um den 15. Dezember (Sonntag in einer Woche) spannend. Halten Sie möglichst wenig offene Positionen. Der Markt wird in der kommenden Woche vor diesem Event sich nur bei extremen Aussagen bewegen. Ich kann mir sonst gut vorstellen, dass die Teilnehmer vorsichtig sein werden und vor dem 15.12. das Risiko herunterfahren.

Dass heute in den USA mehr Jobs geschaffen wurden, hat die Märkte bereits beflügelt. Keine riesigen Ausschläge, aber für die aktuelle Lethargie durchaus Action. Der DAX sprang in der Stunde etwa 100 Punkte nach oben. Dennoch ist heute nicht viel passiert. Die Märkte sind weiterhin eher seitwärts ausgerichtet.

WTI Rohöl dagegen konnte heute fast an die 60 US-Dollar heranlaufen. Da sind wir schon nahe am oberen Bereich des Trendkanals. Prompt ging es fast 1 US-Dollar wieder zurück. Wenn wir dem Muster folgen, könnte WTI in den kommenden Tagen unter 57 US-Dollar fallen, um danach wieder anzusteigen. Hier spielen die Händler Ping Pong im Trendkanal.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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