Die Logistikbranche boomt

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Die Logistikbranche – drittgrößter Wirtschaftsbereich in Deutschland – boomt und wächst überproportional im Vergleich zum Gesamtmarkt. (Foto: Travel mania / shutterstock.com)

In der Weihnachtszeit wird die Logistik, insbesondere die Paketauslieferung, für viele Menschen sichtbar: Kommt das Geschenk rechtzeitig zum Fest an?

Der letzte Monat des Jahres ist die geschäftigste Zeit für die KEP-Branche (Kurier, Express, Paket) und viele andere Bereiche der Logistik. Funktioniert sie gut, bleibt sie für die meisten Menschen unsichtbar – eine besondere Leistung, wenn man bedenkt, dass die Logistik weit mehr ist als nur Warentransport und Paketauslieferung. Fakt ist: Die Logistikbranche boomt und wächst überproportional im Vergleich zum Gesamtmarkt.

Was viele nicht wissen: Die Logistikbranche ist nach der Automobilwirtschaft und dem Handel der drittgrößte Wirtschaftsbereich in Deutschland – noch vor der Elektronikbranche und dem Maschinenbau. Und mit mehr als 3 Mio. Beschäftigten übertrifft sie auch in puncto Mitarbeiterzahl den Maschinenbau um das Dreifache.

Der Online-Handel wächst ungebrochen

Der Boom im Online-Handel hat UPS im Weihnachtsgeschäft überfordert. Trotz kostspieliger Investitionen in den Ausbau des Liefernetzes kam es zu Engpässen und Verzögerungen. Die gewaltige Nachfrage brachte dem Paketriesen zwar einen neuen Lieferrekord. Um aber das Volumen zu bewältigen, musste er zusätzliche Kosten schultern. UPS lieferte einen Bestwert von 1,5 Mrd. Paketen aus, 5,7% mehr als im Vorjahr.

Der Umsatz sprang um 11% nach oben, vor allem dank des kräftigen Wachstums im Auslandsgeschäft. Aber auch auf dem Heimatmarkt lief es rund. UPS wurde noch kundenfreundlicher und verkürzte in 26 Ländern Europas die Lieferzeiten zwischen mehr als 350 Städten. Dafür hat der Paket- und Expressdienstleister Verbesserungen in seinem Netzwerk und seiner Infrastruktur vorgenommen.

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Für FedEx lief es auch nach der Akquisition von TNT Express gut. Die Ergebnisse zeigen, dass die strategischen Pläne auf Kurs sind. Jede Sparte hat ihren Umsatz und das operative Ergebnis gesteigert. Beide Paketdienstleister werden derzeit von Amazon attackiert. Der Onlinehändler will offenbar seinen eigenen Liefer- und Logistikdienst entwickeln.

Zumindest experimentiert Amazon derzeit mit einem neuen Lieferdienst, wodurch das Unternehmen in der Lage wäre, noch mehr Produkte innerhalb von 2 Tagen aus eigener Kraft zuzustellen. Bislang nutzt Amazon für diese Zustelldienste Unternehmen wie FedEx und UPS, wobei Amazon voraussichtlich aber auch in Zukunft nicht komplett auf die Kurierdienste verzichten wird.

HHLA steigert Containerumschlag

Die HHLA blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2017 zurück. An den Containerterminals wurde der Umschlag um 8,1% auf 7,2 Mio. Standardcontainer (TEU) gesteigert. An den 3 Hamburger Containerterminals wurde dabei der Containerumschlag um 8,3% auf 6,9 Mio. TEU gesteigert. Am Containerterminal in Odessa wuchs der Umschlag um 3,4% auf 0,3 Mio. TEU.

Vor dem Hintergrund der noch ausstehenden Fahrrinnenanpassung und der weiter geltenden Wirtschaftssanktionen im für Hamburg bedeutenden Russlandhandel ist das Umschlagergebnis sehr gut. Nach einer realisierten Fahrrinnenanpassung könnten in Hamburg deutlich mehr Container und Massengut umgeschlagen werden. Terminals und Hafenanlagen sind für Wachstum gut vorbereitet.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.