Die Luftverkehrsbranche boomt

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Der Flugzeugbau hat sich immer mehr zu einem Zweikampf zwischen Boeing und Airbus entwickelt, Konkurrenten werden aus dem Markt gedrängt. (Foto: IlkerErgun / Shutterstock.com)

Es gibt nicht viele große Flugzeughersteller auf der Welt. Zu komplex sind die Materie und das benötigte technologische Wissen. Zudem ist der Flugzeugbau sehr kapitalintensiv. Deshalb entwickelt sich der globale, zivile Flugzeugbau immer mehr zu einem Zweikampf zwischen Boeing und Airbus. Konkurrenten wie die kanadische Bombardier werden aus dem Markt gedrängt.

Die beiden Platzhirsche liefern sich einen unerbittlichen Konkurrenz- und Preiskampf. Das ist nicht unbedenklich. Denn wenn aus Spargründen sicherheitsrelevante Kontrollen umgangen werden, um schnellere Zulassungen zu erhalten, ist plötzlich die Sicherheit der Passagiere in Gefahr, und es wird die Integrität der Unternehmen infrage gestellt. Durch die beherrschende Marktstellung sinken zudem die Anreize für Innovationen.

Wenn die Produktion auch ohne große Anstrengungen bereits auf Jahre hinaus ausgelastet ist, sinkt der Appetit auf das Risiko durch neue Entwicklungen. Sie reduzieren die Forschungsausgaben, um kurzfristig höhere Gewinne zu erzielen. Das Gewinnstreben kann, wie der Fall Boeing zeigt, sogar zu ernsthaften Sicherheitsproblemen führen.

Luftverkehrsaufsicht hat versagt

Unter dem enormen Konkurrenzdruck wurden die Genehmigungsverfahren für neue Flugzeuge in den USA aufgeweicht. Boeing durfte wichtige Baugruppen selbst abnehmen. Die Luftfahrtbehörde schaute nur zu. In der Folge stürzten zwei Flugzeuge des Typs Boeing 737 MAX ab. 347 Menschen starben. Die 737 MAX muss seit Monaten am Boden bleiben. Mehr als 700 Flugzeuge wurden bereits ausgeliefert.

Vor dem Skandal lagen 5.000 weitere Bestellungen vor. Bei der Wiederzulassung schaut die Luftfahrtbehörde jetzt genau hin. Kürzlich wurde bekannt, dass sich das Zertifizierungsverfahren noch über Monate hinziehen wird und die Maschinen dementsprechend noch lange am Boden bleiben werden. Boeing stoppt ab Januar sogar die Produktion. Neben dem Image-Schaden für Boeing entwickelt sich der Skandal zu einem Milliardenrisiko.

Airbus profitiert hingegen und nimmt derzeit trotz Trumps America-First-Politik große Bestellungen von US-Kunden entgegen. Dabei hilft auch, dass Airbus in den vergangenen Jahren eine eigene Produktionsstätte in den USA eröffnet hat. Da die Produktion jedoch bereits auf Jahre hinaus ausgelastet ist, kann Airbus die Kapazitäten nicht so schnell erhöhen wie die Nachfrage steigt.

Militärausgaben steigen

Der wirtschaftliche Erfolg des militärischen Flugzeugbaus ist eng mit der Finanzkraft und dem Rüstungsetat der Nationalstaaten verbunden. Während nach der Finanzkrise vielerorts Sparmaßnahmen die Neuinvestitionen in militärische Güter bremsten, werden mittlerweile weltweit Erhöhungen der Rüstungsetats durchgesetzt.

Die aggressive Haltung Russlands und der Türkei in den Konfliktherden im Nahen Osten macht auch bei den Nato-Mitgliedern eine Aufrüstung ihrer Streitkräfte erforderlich. Das gilt umso mehr, da die USA ihre Rolle als Weltpolizist aufgegeben haben. Dennoch ist der US-Rüstungsetat weitergewachsen. Insbesondere im Hochtechnologiebereich steigt die Nachfrage.

Als Technologieführer im Luftwaffen- und Drohnenbereich profitiert insbesondere Lockheed Martin von der gewachsenen Ausgabenfreude der Staaten. Auch Raytheon gilt als Gewinner des neuen Sicherheitsbedürfnisses in der westlichen Welt.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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