Die Macht ist mit Disney

Walt Disney Micky Maus RED – shutterstock_634622300 Javi Az

Das Imperium schlägt zurück. Ein US-Unterhaltungsriese verdient prächtig. Und bringt neue Episoden der bekannten Star Wars Saga in die Kinos. (Foto: Javi Az / Shutterstock.com)

Vor einigen Wochen verzückte die Walt Disney Company die Welt. In einem Megadeal über 4 Mrd. US-Dollar übernahm der kalifornische Medienkonzern die Filmproduktionsfirma von George Lucas.

Dem Macher der „Star Wars“ Episoden und der „Indiana Jones“ Tetralogie war daran gelegen, sein Lebenswerk fortgeführt zu wissen. Walt Disney hat sicherlich nicht nur das beste finanzielle Angebot für Lucasfilm unterbreitet, sondern auch das zukunftsfähigste.

Denn der neue Eigentümer hat bereits konkrete Pläne mindestens 3 weitere Episoden der erfolgreichen „Star Wars“ Saga zu drehen. 2015 soll „Star Wars Episode 7“ in den Kinos anlaufen, alle 2-3 Jahre sollen weitere Spielfilme folgen.

Lucasfilm folgt PIXAR

Ein stolzer Preis, den Disney da zahlte. Aber für den Medienkonzern nicht die erste Milliardenübernahme. Bereits 2006 wurden 7,4 Mrd. US-Dollar in die Hand genommen um das Trickfilmstudio PIXAR (Toy Story, Findet Nemo u.a.) seinem Firmenimperium hinzuzufügen.

Die milliardenschweren Übernahmen werden möglich, weil der Unterhaltungskonzern prächtig verdient.

Dank der Werbeeinnahmen seiner TV-Sender ABC, den Sportsendern ESPN und den Disney-Familiensendern  sprudeln die Gewinne.

Kein Wunder also, dass de Aktie des Unternehmens vor wenigen Tagen mit 54,87$ eine neues Allzeit-Hoch markierte.

Da wussten wohl einige Investoren bereits früh mehr als der übrige Markt. Denn die harten Unternehmenszahlen gab Konzernchef Robert Iger erst gestern Abend am Firmensitz in Burbank/Kalifornien bekannt.

Die Gewinne sprudeln bei Disney

Mit dem ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres konnte der Konzernchef durchaus zufrieden sein.

(Anmerkung: Bei Disney beginnt das neue Geschäftsjahr wie bei vielen US-amerikanischen Unternehmen auch, abweichend vom Datumsjahr am 1.9. und endet am 31.08. des Folgejahres)

Bei einem Umsatzwachstum um fünf Prozent stieg der Konzernumsatz auf 11,3 Mrd. US-Dollar. Der ausgewiesene Quartalsgewinn liegt bei 1,4 Mrd. US-Dollar.

Kein Wunder also, dass man sich milliardenschwere Übernahmen gönnt. Denn die Gewinne des US-Unterhaltungsriesen sind nachhaltig. Und sprudeln nicht nur aus den TV-Sendern.

Ausgabenfreudige Besucher der Disney-Themenparks und Ferienanlagen in Kalifornien, Florida, Tokyo, Hong Kong und Paris trugen ebenso zum Umsatzwachstum bei, wie die Reisenden auf den konzerneigenen Kreuzfahrtschiffen.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Zwar konnte die Internet- und Videospielesparte des Unternehmens nach jahrelangen Verlusten im ersten Quartal des Geschäftsjahres einen kleinen Gewinn ausweisen, doch bröckelt das traditionelle Geschäft.

Der Absatz von Filmen auf DVD und Blu-ray schwächelt ebenso, wie das Geschäft mit den zahlreichen Fanartikeln der Disney-Helden.

Und auch an den Kinokassen gibt es derzeit von Disney nichts Neues. Die 3D-Versionen von „König der Löwen“ und den „Muppets“ des Vorjahres konnten nicht durch neue Kassenfüller ersetzt werden.

Kein Wunder, dass der Umsatz in der Filmsparte quartalsbezogen um 43% zurück ging.

Und damit als Begründung für den im Vergleich zum Vorjahr um 6% zurückgegangen Gewinn herhalten musste.

Doch Disney wäre nicht Disney, wenn es die Probleme nicht schon frühzeitig erkannt hätte.

Das Management verfuhr nach alter Manier. Was du selbst nicht kannst und hast, kaufe hinzu.

Sind die eigenen Spielfilmhelden nicht erfolgreich genug, kaufe neue hinzu.

Die Anleger freut es, die Aktien zieht auch heute im europäischen Handel weiter an.

Bei entsprechend positivem Börsenumfeld kann der Wert mit seinem intakten Point&Figure-Kaufsignal noch durchaus bis in Bereich der 69,00$ steigen.

Das Kaufsignal wird aber negiert, sobald der Kurs unter die 46,00$ fällt. Wer überlegt, die Aktie aufgrund der guten Geschäftszahlen und der Zukunftsperspektive jetzt noch zu kaufen, sollte hier seinen Stopp platzieren.

Das Chance-Risiko-Verhältnis stellt sich somit auf 14,00 zu 8,00 US-Dollar. Wer heute kauft, riskiert also pro Aktie 8,00$, um möglicherweise 15,00$ zu verdienen.

Da gibt es bessere Kaufideen.

Welche Aktie ICH heute den Lesern des Point&Figure Trader zum Kauf empfohlen habe, finden Sie morgen im Abonnentenbereich meines Börsenbriefes.

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Von: René Neukirch. Über den Autor

René Neukirch, Jahrgang 1963, ist Händler. Parketthändler. Zumindest nannte man es damals, vor über 26 Jahre so. Mit nur 22 Jahren hatte er sich schon vom einfachen Bankkaufmann hochgearbeitet zum Parketthändler und ist seitdem der Leidenschaft Börse verfallen.