Die Märkte im Endspurt: Rohöl stärkste Kraft

Während das Jahr an den Aktienmärkten scheinbar gemütlich ausklingt, macht Öl ordentlich Druck.

Die Aktien-Indizes legen heute größtenteils durch die Bank zwischen 0,25 und 0,5% zu.

Bei Brent Crude ist heute dafür am meisten Action. Gut 2% im Plus notierte das Rohöl am Nachmittag.

Dagegen ist der Devisen-Handel auch sehr ruhig; hier gibt es keine allzu großen Bewegungen.

Alles wartet auf das neue Jahr. Somit sollte diese letzte Handelswoche des Jahres auch keine großen Überraschungen bereithalten.

Die große Frage ist indes, wie so oft: Wo steht der DAX am Ende des Jahres?

DAX mit Rückenwind in 2017

Wenn der Trend weiter anhält, ist es gut möglich, dass der deutsche Leitindex die 11.500er-Marke vor Silvester noch knackt. Aktuell fehlen ihm dazu nur rund 25 Punkte.

Bei den derzeit geringen Umsätzen ist dies durchaus wahrscheinlich. Allerdings ist eine Gegenbewegung immer noch ein reales Szenario.

Die Kurslücke bei 10.800 Punkten sollten Anleger auf jeden Fall im Hinterkopf haben. Deshalb betonen wir dies auch hier gerne mehr als 1x.

Danach sind jedoch neue Höchstmarken im Jahr 2017 gut vorstellbar. Wir befinden uns in einem Jahr nach der US-Wahl – das ist für den DAX i. d. R. hervorragend.

Dazu haben die USA bereits angefangen die Zinsen anzuheben.

Höhere Zinsen bedeuten natürlich nicht höhere Aktienkurse. Aber zumindest solange die Zinsen immer noch sehr niedrig sind, ist das ein Zeichen für eine stärker werdende Wirtschaft.

Gleichzeitig locken 1% Zinsen auf dem Girokonto immer noch keine Sparer hinter dem warmen Kachelofen hervor.

Somit bleiben Aktien und andere Börsen-Investitionen weiterhin die 1. Anlaufstelle, wenn es um zuverlässige Rendite geht.

Als Anleger sollten Sie deshalb keine Angst vor den ersten Leitzins-Erhöhungen haben. Bis hier das Ruder herumgerissen wird und Tagesgeld oder sogar Festgeld wieder interessant werden, wird es noch etwas dauern.

Performance seit Jahresbeginn

Wenngleich Aktien vermutlich der Schlüssel zum Anlege-Erfolg sind, hat sich auch dieses Jahr die Spreu vom Weizen getrennt.

Werfen wir einen Blick auf die größten Gewinner und Verlierer im DAX. Vielleicht lohnt es sich für Sie entsprechend Ihr Depot zum Jahresende etwas anzupassen.

Schuld waren wohl u. a. die Europameisterschaft und die Leichtathletik-WM:

Adidas konnte 2016 sagenhafte 60% Kursgewinn verbuchen und steht jetzt bei stolzen 145 € pro Aktie.

Dahinter folgen mit etwas Abstand:

  • Siemens (+28%),
  • ThyssenKrupp (+24%),
  • BASF (+ 23%)
  • und Infineon (+22%).

Die Deutsche Post konnte in diesem Jahr immerhin auch +20% verbuchen.

E.ON ist, wie erwartet, das Schlusslicht im DAX; über 25% ging die Aktie auch in diesem Jahr nach unten.

Konkurrent RWE konnte es immerhin auf –1% beschränken.

Doch auch ProSiebenSat1 mit –22% und die angeschlagene Commerzbank –21% und die Deutsche Bank –20% müssen zukünftig wieder besser arbeiten.

Continental hat 17% einbüßen müssen, Bayer 15%.

Erinnern Sie sich noch an den Skandal um Volkswagen? – Die Börse zumindest schon einmal nicht:

2,8% konnten die Wolfsburger auf Jahressicht zulegen – nicht schlecht angesichts der anhaltenden Negativ-Schlagzeilen.

Wir hoffen, Sie haben dieses Jahr auf das richtige Pferd gesetzt. Unsere Optionsscheine haben unseren Lesern auf jeden Fall auch 2016 viel Freude bereiten können.

27. Dezember 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt