Die Marktbreite deutet auf einen weiteren Aufschwung hin

Ich beschäftige mich nun schon seit rund zwei Jahrzehnten mit der Börse.

Dabei hat sich eines für mich klar herauskristallisiert: Stelle Dich nie gegen den Markt.

Gerade für langfristig orientierte Anleger kann es teuer werden, sich gegen den übergeordneten Trend zu stellen.

Einfacher und lukrativer ist es, in Richtung des vorherrschenden Trends zu handeln.

Trendbestimmung mit der 200-Tage-Linie

Ich möchte Ihnen heute zeigen, wie Sie auf einfache Weise die Trendrichtung eines Marktes oder einer Aktie bestimmen können. Möglichkeiten gibt es viele. Die wohl gebräuchlichste ist die Trendbestimmung mit der 200-Tage-Linie. Diese Linie ergibt sich aus dem Durchschnitt der Kurse der letzten 200 Handelstage.

Das Prinzip ist einfach: Bewegt sich der Kurs über der Linie, liegt ein Aufwärtstrend vor. Liegt der Kurs darunter, ist der Trend negativ. Die 200-Tage-Linie zeigt die langfristige Trendrichtung meist gut an, hat aber einen Nachteil.

Bewegt sich der Kurs in der Nähe des Durchschnitts, kann es zu häufigen Ein- und Ausstiegssignalen – unter Umständen auch zu Fehlsignalen – kommen.

Diesem Problem können Sie begegnen, indem Sie gleichzeitig die Richtung der Durchschnittslinie beachten. Steigt die 200-Tage-Linie, liegt ein Aufwärtstrend vor. Fällt sie, befindet sich der jeweilige Wert im Abwärtstrend. Diese Vorgehensweise hat jedoch den Nachteil, dass Signale erst relativ spät generiert werden.

Trendbestimmung mit zwei Gleitenden Durchschnitten

Ich möchte Ihnen heute die von mir favorisierte Methode zur Trendbestimmung vorstellen, nämlich eine Kombination von zwei Gleitenden Durchschnitten. Dabei verwende ich Wochencharts. Jeder Balken im Chart stellt also die Handelsspanne einer Woche dar.

Hier blende ich zwei exponentielle Gleitende Durchschnitte ein, einen kürzeren über 13 Wochen sowie einen längerfristigen über 34 Wochen. Liegt der kürzere über dem längeren Durchschnitt, liegt ein Aufwärtstrend vor, im umgekehrten Fall ein Abwärtstrend.

Langfristige Trends werden gut angezeigt

Der Vorteil dieser Methode: Es gibt nur relativ wenige Signale, langfristige Trendbewegungen werden sehr schön angezeigt. Damit eignet sich diese Vorgehensweise besonders gut für langfristig orientierte Anleger.

Diese Methode ist ein einfaches, aber effektives Mittel zur Trendbestimmung. Sie erleichtert es Ihnen, sich trotz aller Unsicherheiten und kurzfristiger Kursausschläge auf das Wesentliche zu konzentrieren: auf den übergeordneten Trend.

Marktbreite hat sich deutlich verbessert

Indem ich schaue, wie groß der Anteil der Aktien mit einem Aufwärtstrend ist, kann ich mir darüber hinaus einen guten Überblick über den Zustand des Gesamtmarkts verschaffen.

Je mehr Aktien einen Kursanstieg tragen, desto besser ist das Fundament des Aufschwungs. In den deutschen Auswahlindizes DAX, MDAX, TecDAX und SDAX ist der Anteil der Aktien mit positivem Trend in der letzten Woche erstmals wieder auf über 50% gestiegen.

Dabei deutet auch die Marktbreite auf eine weiterhin positive Entwicklung hin. Der Aktienmarkt befindet sich jetzt in einer Situation wie im Sommer 2009. Damals folgte eine Haussebewegung, in deren Verlauf der DAX innerhalb von 20 Monaten rund 40% zulegte.

Ich sehe gute Chancen, dass die Märkte nun vor einer ähnlichen Entwicklung stehen. Zwischenzeitliche Rücksetzer dürften sich vor diesem Hintergrund als gute Einstiegschancen erweisen.

23. Februar 2012

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Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.

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