Die Mietkaution: Stoff für Zoff

Jeder Vermieter wünscht sich ein ruhiges Mietverhältnis. Damit das klappt, sollten Sie bei der Mietkaution diese wichtigen Punk-te beachten. (Foto: karamysh / Shutterstock.com)

Über nichts wird so viel gestritten wie über jene Kosten, die bei einem Mietverhältnis anfallen.

Der Streit kann schon entbrennen, bevor Ihr Mieter überhaupt nur einen Fuß in die von ihm angemietete Wohnung gesetzt hat. Speziell der Bereich »Mietkaution« bietet jede Menge Stoff für Zoff.

Ein Konfliktherd entsteht etwa, sobald Sie als Vermieter neben der Kautionszahlung noch eine Bürgschaft verlangen. Grundsätzlich ist das Ihr gutes Recht.

Speziell, wenn Sie Lehrlinge (Neudeutsch: Azubis), Studenten (Emanzendeutsch: Studierende) oder andere, junge Mieter in Ihre Wohnung aufnehmen wollen, ist zumindest eine Elternbürgschaft empfehlenswert. Keine Frage. Aber …

Andere Bürgschaften bergen mehr Konfliktpotenzial, als sie Nutzen bringen …

Ist doch die Wahrscheinlichkeit groß, dass Sie als Vermieter in jene juristischen Grauzonen schlingern, in denen Fachleute eine »Übersicherung« ausmachen.

Übersicherung? Klingt nicht gerade vertrauenerweckend, meinen Sie? Sie haben recht.

Der Gesetzgeber spricht von einer Übersicherung, wenn Sie als Vermieter zu Ihren eigenen Gunsten mehr verlangen, als erlaubt ist. Beispielsweise, wenn Sie bei Ihrem potentiellen Mieter darauf bestehen, dass er eine Kaution hinterlegt, die höher ist als drei Kaltmonatsmieten zusammen. So viel, ähm, »Vorsicht« wäre schlicht und ergreifend ein Verstoß gegen die Gesetzeslage. Lassen Sie’s.

Ohnehin – die Kaution. Ein ewiges Streitthema. Deshalb hier einige Klarstellungen, damit Ihnen als Vermieter kein böses Erwachen droht.

Nie Bargeld annehmen. Niemals!

Zwar ist es Ihnen als Vermieter nicht verboten, eine Kautionszahlung »cash« anzunehmen. Aber Sie stehen dennoch mit einem Bein in der Gefängniszelle. Verlangt das Gesetz doch, dass die Kaution stets getrennt (!) von Ihren Vermietervermögen aufbewahrt und angelegt werden muss.

Denn das Geld gehört nach wie vor dem Mieter. Sollten Sie es später nicht mehr bereitstellen können, haben Sie den schwarzen Peter.

In jedem Fall binden Sie sich bei einer Bargeldannahme den Aufwand ans Bein, höchstselbst ein gesondertes Sparbuch anzulegen. Sparen Sie sich diese Mühe doch.

Mein Tipp …

Überlassen Sie Ihrem Mieter die Kautionszahlungslast!

Will heißen: Lassen Sie sich von Ihrem Mieter ein Sparbuch übergeben, das er selbst (also nicht Sie) bei seiner Bank angelegt hat. Mit diesem Sparbuch lassen Sie sich ein Exemplar von insgesamt drei »Verpfändungsvereinbarungen« aushändigen. Die besagt, dass dieses Sparkonto einzig und allein dem Zweck dient, das entsprechende Mietverhältnis finanziell abzusichern. Und vor allem: dass ohne Ihr Einverständnis dieses Sparbuch nicht aufgelöst werden darf.

Apropos »Das Sparbuch zu Geld machen« …

Lassen Sie sich bei der Übergabe unbedingt das Kennwort des Sparbuches geben!

Dieser wichtige Schritt wird oft vergessen. Folge: Im Fall des Falles stehen Sie mit einem Sparbuch da, auf dessen Inhalt Sie nicht zurückgreifen können. Wenn Sie sichergehen wollen, testen Sie im Vorfeld, ob das angegebene Kennwort tatsächlich korrekt ist.

Sparbücher liegen Ihnen nicht? Dann können Sie alternativ eine Bankbürgschaft von Ihrem Mieter verlangen. Auch darum kann sich Ihr Mieter selbst kümmern. Sprich: Sie haben den Nutzen, aber keinen Stress. Im Fall des Falles springt die Bank als Bürge ein und übernimmt die ausstehenden Mietzahlungen.

Ebenfalls wichtig: Ihr Mieter hat das Recht, die Kautionssumme in drei Raten zu bezahlen; anderslautende Vertragsvereinbarungen sind null und nichtig. Versuchen Sie es erst gar nicht.

In der nächsten Ausgabe gehe ich weitere Streitthemen an, die immer wieder für Zerwürfnisse zwischen Vermietern und Mietern sorgen. Seien Sie gespannt!

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© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Paul Misar. Über den Autor

Paul Misar, Entrepreneur mit aktuell 11 Firmen (einigen davon im Immobilienbereich), Bestseller-Autor, Speaker of the Year 2013 und gefragter Experte auf dem Gebieten“ finanzielle Freiheit“ und  Immobilien.

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