Die Milch macht‘s

Mit Nahrungsmitteln lässt sich Geld verdienen. Unternehmen wie Danone stellen das seit Jahren unter Beweis.

Besonders merkt man das bei Milchprodukten. Die Milch selbst hat als Grundstoff einen vergleichsweise niedrigen Preis.

Was am Ende daraus hergestellt wird, kann im Preis deutlich variieren.

Trotzdem vertrauen Kunden immer wieder Anbietern hochpreisiger Produkte – lesen Sie in der folgenden Analyse, warum.

Danone ist nach Nestlé und Unilever der drittgrößte Nahrungsmittel-Produzent Europas und weltweit die Nummer 1 bei Frischmilch-Produkten sowie die Nummer 2 im Bereich Mineralwasser (Evian, Volvic).

Randaktivitäten wie Saucen, Gewürze und die Gebäck-Sparte wurden verkauft. Dagegen wird das Geschäft mit Milchprodukten ausgebaut.

Niedriger Milchpreis bietet Chancen

Danone ist wieder auf Erfolgskurs.

Der neue Konzernchef hat Standorte und Produkt-Gruppen zusammengelegt, die Verwaltung gestrafft und den Einkauf effizienter gestaltet. Rentabilitäts-Fortschritte wurden bereits in den Halbjahres-Zahlen sichtbar.

Für den 9-Monats-Zeitraum macht Danone traditionell keine Aussagen zur Ergebnis-Entwicklung.

Der Umsatz ist aber um 7,2% gestiegen, organisch um 4,6%. Abgesehen von den Milchprodukten konnten alle Sparten zweistellig zulegen.

Besonders gut liefen die Geschäfte mit Kinder-Nahrung. Nach den Skandalen in der Vergangenheit kaufen vor allem die chinesischen Kunden lieber Produkte aus Europa.

Die Sparte hat auch langfristig hohes Potenzial, nachdem die chinesische Regierung die Ein-Kind-Politik aufgegeben hat.

In Erwartung der steigenden Nachfrage erweitert Danone die Produktions-Kapazitäten und investiert 240 Mio. € in den Bau einer neuen Fabrik in den Niederlanden.

Überzeugt haben auch die Sparten medizinische Nahrung und Getränke, letztere aufgrund des heißen Sommers.

Im Hauptgeschäft mit Molkerei-Produkten konnte die Talfahrt gestoppt werden. Bisher bremste die Sparsamkeit der europäischen Kunden die Ergebnis-Entwicklung.

Jetzt aber sollte der niedrige Milchpreis den Umsatz ankurbeln.

Danone bietet viele Chancen

Das Jahresziel eines organischen Umsatz-Wachstums von 4 bis 5% wurde bestätigt. In diesem Tempo soll es bis 2020 weitergehen. Das Timing belassen wir bei 3 Sternen.

Im Zuge der Branchen-Konsolidierung könnte auch Danone zum Objekt der Begierde werden. Das schließt selbst Konzernchef Faber nicht aus.

Es gibt auch keinen Großaktionär, der eine Übernahme verhindern könnte. Anleger profitieren bei Danone nicht nur von dieser Fantasie und dem niedrigen Milchpreis. Auch die Dividendenrendite von 2,6% macht Anlegern Freude.

Negativ wiegen zwar die Abschreibungen in China, doch sollte der Markt das schon eingepreist haben.

Danone bleibt ein interessantes Investment. Dass das Geschäft mit Milchprodukten sogar noch ausgebaut werden soll, ist ein zusätzliches Plus.

22. März 2016

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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