Die MorphoSys-Aktie ist tief gefallen

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Die MorphoSys-Aktie hat inzwischen 40% von ihrem Jahreshoch eingebüßt. Lohnt sich die Schnäppchenjagd? (Foto: Motortion Films / shutterstock.com)

Wenn an den Börsen Panik ausbricht, werfen die Anleger alles aus dem Depot – ungeachtet von Qualität und Einfluss der Belastungsfaktoren. Dies zeigt sich auch aktuell. Selbst Aktien aus Branchen, die nichts vom Coronavirus zu befürchten haben, müssen kräftige Verluste einstecken – beispielsweise Biotechnologie-Werte.

MorphoSys hat von seinem Jahreshoch beispielsweise 40% an Wert eingebüßt.  Hier lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

Unternehmensportrait

Der deutsche Biotech-Konzern MorphoSys zählt zu den führenden Anbietern für Antikörper.  Dabei verteilt sich der Umsatz auf verschiedene Geschäftsfelder: Mehr als zwei Drittel des Umsatzes kommt aus dem Bereich Antikörperentwicklung für therapeutische Anwendungen in Partnerschaft mit Pharma- und Biotechnologieunternehmen. Hierzu zählen die Behandlung von rheumatoiden Gelenkentzündungen, von Krebs und Infektionskrankheiten.

Rund 30% des Umsatzes stammt aus der Entwicklung von in Eigenregie hergestellten therapeutischen Antikörpern und Peptiden. Dass dabei der Konzern recht erfolgreich ist, belegt ein Blick in die künftige Produktlinie. MorphoSys verfügt über ein Portfolio von knapp 30 Produkten, die sich in der klinischen Entwicklung befinden – inklusive Phase III-Produkten. Mehr als 24 Produkte sind in einer vorklinischen Entwicklungsphase.

Kooperationspartner für Krebsmedikament gefunden

Mitte Januar lizensierte der Konzern seine wichtigste Eigenentwicklung, den Krebswirkstoff Tafasitamab, an das US-Biotech-Unternehmen Incyte aus. MorphoSys erhielt dafür eine Vorauszahlung in Höhe von 750 Mio. US-Dollar (mehr als das Zehnfache des Jahresumsatzes von MorphoSys) und zudem das Anrecht auf sogenannte Meilensteinzahlungen in Höhe von bis zu 1,1 Mrd. US-Dollar bei Erreichung vorgegebener Ziele.

Im Gegenzug überlässt MorphoSys seinem Kooperationspartner die exklusiven Vermarktungsrechte außerhalb des US-Marktes. In den USA wollen beide Unternehmen das vor der Zulassung stehende Lymphdrüsenkrebs-Medikament gemeinsam vermarkten.

Aktienkurs 40% unter Jahreshoch

Die Aktie von MorphoSys hat in den ersten Monaten des Jahres 2020 eine bewegte Kursentwicklung hinter sich. Mitte Januar – im Zuge der Bekanntgabe des Deals mit Incyte – schoss der Kurs im Tagesverlauf auf knapp über 150 Euro nach oben. Dann jedoch gab es einige kritische Stimmen, die sich einen größeren Kooperationspartner mit noch stärkerem Vertriebsteam als Kooperationspartner gewünscht hätten. Daraufhin begannen die Kurse noch am selben Tag zu bröckeln.

Nachdem der Kurs längere Zeit zwischen 110 und 120 Euro gependelt hatte, sorgten die Marktturbulenzen der vergangenen Wochen für einen weiteren Rücksetzer. Aktuell steht der Kurs – ohne negative Unternehmensnachricht – bei 90 Euro. Das sind 40% Kursverlust vom Höchststand innerhalb von 2 Monaten.

Interessantes Kursniveau für Mutige

Zugegeben: Es gehört schon eine Portion Mut mit dazu, mitten in die Abwärtsbewegung hinein zu kaufen. Aber 40% Kursverlust sind eine Menge Holz, zumal es neben der neuen Kooperation im 2. Halbjahr 2019 auch positive Meldungen aus der Forschungspipeline gegeben hat.

Möglicherweise wird bei einer weiteren Abwärtsbewegung des Gesamtmarktes das Tief der vergangenen beiden Jahre bei rund 80 Euro nochmals angelaufen. Aber auch zum aktuellen Kursniveau sehe ich ein recht attraktives Chance/Risiko-Verhältnis für langfristig orientierte Anleger.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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