Die Nachfrage nach Flugzeugen hebt ab

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Während 2018 knapp über 4 Mrd. Menschen ins Flugzeug stiegen, rechnen Experten mit einer Verdoppelung innerhalb der nächsten 20 Jahre. (Foto: IlkerErgun / Shutterstock.com)

Mit mehr als 200.000 gestarteten Flügen an nur einem einzigen Tag wurde 2018 ein neuer Rekord aufgestellt.

Über 19.000 Flugzeuge waren gleichzeitig in der Luft. Während 2018 knapp über 4 Mrd. Menschen ins Flugzeug stiegen, rechnen Experten mit einer Verdoppelung dieser Zahl innerhalb der nächsten 20 Jahre. Und das bedeutet vor allem eines: Die Nachfrage nach Flugzeugen hebt wortwörtlich ab.

Diese Entwicklung lässt sich auch in den prall gefüllten Auftragsbüchern der größten Flugzeugbauer der Welt, Boeing und Airbus Group, ablesen. Beide Unternehmen sind jahrelang ausgebucht.

USA ist bedeutendster Markt der Welt – noch

Mit 0,75 Mrd. Fluggästen pro Jahr ist die USA der bedeutendste Flugzeugmarkt nach Passagieranzahl. Diesen Spitzenplatz halten die Amerikaner bereits seit Jahrzehnten. Doch wenn es nach den Experten geht, wird sich das schon bald ändern. Nach Schätzungen des Internationalen Luftfahrtverbands IATA werden in China bereits im Jahr 2022 mehr Passagiere abheben als in den USA.

Bis 2036 soll sich die Passagieranzahl im Reich der Mitte auf 1,5 Mrd. verdreifachen. Um diese Menschenmassen transportieren zu können, braucht es rund 7.300 zusätzliche Flugzeuge. Hauptlieferant: Boeing und Airbus. Der Umsatz in China soll von aktuell rund 25 auf 35% in den kommenden Jahren wachsen.

Wenn sich 2 streiten, freut sich der Dritte?

China ist bereits jetzt einer der wichtigsten Flugzeugmärkte der Welt. Im Angesicht der prognostizierten Entwicklung schlägt der laufende Handelsstreit aber besonders auf die Gemüter der Boeing-Aktionäre. Erst im vergangenen Jahr hat Boeing das 1.000. Flugzeug nach China geliefert und eine neue Boeing-737-Produktionsstätte in Zhoushan eröffnet. Diese Meilensteine unterstreichen deutlich: China ist nicht nur ein wichtiger Absatzmarkt, sondern ein bedeutender Partner entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Sollte sich der tobende Handelsstreit weiter verschärfen, könnten zusätzliche Zölle auf Flugzeugimporte verhängt werden und den amerikanischen Flugzeugbauer einen bedeutenden Wettbewerbsnachteil auferlegen. Von dieser Entwicklung würde in erster Linie der europäische Erzrivale Airbus profitieren, der bereits seit 2008 die Mittelstreckenflieger der A320-Serie in China produzieren lässt.

Rüstungsindustrie profitiert von globalen Unsicherheiten

Der Handelsstreit zwischen den USA und China, die sich zuspitzende Ukraine-Russland-Krise und global zunehmende Unsicherheiten treiben die Rüstungsindustrie kräftig an. So hat Lockheed Martin (3504) den Ausblick für 2018 und die Dividende angehoben. Der Konzern rechnet jetzt mit einem Jahresumsatz von rund 53 Mrd. $. 2019 soll sich das Wachstum fortsetzen. Lockheed will im kommenden Jahr um 5 bis 6% wachsen und den Gewinn überdurchschnittlich stark steigern.

Auch Raytheon (3506) meldete unlängst einen starken Auftragseingang, der 24% über dem Vorjahreswert lag, revidierte die Jahresprognose nach oben und steigerte die Dividende deutlich. Raytheon ist als einer der weltweit größten Hersteller von Verteidigungssystemen beinahe zwei Jahre im Vorhinein ausgebucht.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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