Die nächsten Ziele für den S&P 500 und Rohöl: Es geht weiter abwärts

DAX Anzeigetafel RED – Deutsche Börse AG

Alles muss raus! Wir haben weiterhin Winterschlussverkauf an der Börse. Daran ändert auch der heutige Tag nach dem gestrigen Doji nichts. (Foto: Deutsche Börse AG)

Ein grüner Tag im DAX insgesamt. Wir konnten heute 2,4 Prozent zulegen. Da hatte der Doji im Tageschart gestern wohl Recht. Also aktuell, während ich diese Zeilen schreibe. Sie wissen mit der hohen Volatilität sind solche Aussagen schon schnell überholt. Kaum haben Sie diesen Text gelesen, steht der DAX schon 200 Punkte höher oder tiefer.

Dennoch, es gab heute ein schönes Aufwärtsgap – passend zum Turnaround Tuesday. Die Kurse gaben zwar im Laufe des Tages die Hälfte des Gaps wieder ab, aber wir stehen noch knapp 200 Punkte im Plus. Das ist doch was!

Kommt jetzt die Zwischenerholung?

Nachdem es fast nicht mehr gravierendere Einschnitte in Deutschland geben kann – ab morgen sind die meisten Geschäfte dicht – sollte der DAX sich doch etwas beruhigen können. Die 8.150 Punkte haben wir ja fast auch erreicht. Heute stehen wir schon wieder 800 Punkte darüber. Alles halb so wild?

Von wegen. Eine Zwischenerholung bedeutet, dass es noch weiter runter geht. Nicht unbedingt viel, aber das Tief haben wir wohl noch nicht gesehen. Das sagt auch der große Bruder in den USA

S&P 500 Ziele für den Corona-Crash 2020

Der S&P 500 hat demnächst eine sehr verlockende Zone erreicht. Bei etwa 2.334 Punkten liegt das Tief von Ende 2018. Hier schreit es gerade zu nach einer Gegenbewegung, weil hier viele Short-Seller wohl auch ihren Take Profit haben. Danach wird es wohl wieder hochgehen. Verständlich, dass viele Trader so denken. Doch genau das ist ja so verlockend an diesem Bereich.

Wenn hier die Anleger wieder auf Long drehen und steigende Kurse erwarten, kann der Markt mit einem Satz nach unten die ganzen Bullen kassieren. Da wäre also richtig Geld verdient. Insofern rechne ich auch damit, dass es so kommen wird. Warum sollte der S&P 500 genau dort drehen? Das wäre ganz schön einfach.

Daran hat sich der DAX auch nicht gehalten. Das 2018er Tief beim DAX lag bei 10.279 Punkten. Das 2016er Tief beim DAX lag bei 8.699 Punkten. An diesen beiden Marken ist der DAX entlang gerauscht und hat nicht einmal gewinkt. Die erste Hürde hat er sogar mit einem riesigen Gap übersprungen. Insofern, vertrauen Sie bitte bei solch einer Übertreibung, wie wir sie gerade an den Märkten erleben, nicht den wichtigen Kursmarken. Das kann nach hinten losgehen.

Deshalb wäre es auch beim S&P 500 ganz interessant, wenn wir noch in das blaue Cluster im Chart um 2.109 Punkte eintauchen würden. Da gibt es viele Unterstützungen im Markt. Nicht nur ein einziges Tief wie im Jahr 2018. Hier gibt es also mehr Gegenwind. Zumindest rechne ich damit aktuell.

Ich habe heute während der kleinen Erholung im S&P 500 erste Short-Positionen aufgebaut mit Ziel 2.109. Den Stoploss habe ich entsprechend 1:1 nach oben angelegt, damit ich Luft habe. Dann würde ich erst bei etwa 2.800 ausgestoppt werden. Die Chance, dass der Markt schnell dorthin läuft, sehe ich als überschaubar an. Mittelfristig kann er dort wieder landen, aber zuvor darf es noch einen Schluck nach unten geht.

Zielprojektion bei WTI

Das US-amerikanische Rohöl ist auch weiterhin günstig zu haben. Bald noch günstiger, wenn es nach einigen Prognosen geht. Hier sind Ziele von 24 US-Dollar im Gespräch. Auch hier baue ich jetzt langsam Positionen auf mit Take Profit 24 US-Dollar. Wer CFDs handelt, bekommt hierfür sogar noch rund 2 Prozent Zinsen, also verdient auch noch an den Haltekosten. Vielleicht ein Grund mehr, warum Rohöl wohl erst einmal weiter fallen wird.

Die genannte Zielmarke muss nicht morgen erreicht werden. Das kann noch eine Weile dauert. Oder ganz schnell gehen – Sie haben Öl die letzten Wochen erlebt.

Die Volatilität ist überall gerade am Limit – hatte ich gedacht. Doch sie steigt immer weiter. Der Markt hat Angst und das zeigt die Schwankungsbreite. Handeln Sie deshalb mit kleineren Einheiten. Die Kursausschläge können schnell viel Geld kosten. Haben Sie Geduld: Es wird noch reichliche Chancen für Einstiege auf dem Weg nach oben geben.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

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