Die negative Seite der Erhöhung des Leitzinses

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Eine Leitzinserhöhung birgt nicht nur große Probleme für Schuldner. Sondern auch elementare. Welche das sind, verraten wir Ihnen hier. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Während im Euroraum noch über ein Anhebung des Leitzinses diskutiert wird, der frühestens im Jahr 2020 kommen wird, hat die US-Notenbank diesen in den letzten Jahren bereits mehrmals angehoben.

Und zwar von 0,00 Prozent (2015) auf aktuell 1,5 bis 1,75 Prozent.

Leid und Freud liegen so nahe beieinander

Während sich die Vermögenden und Sparer darüber freuen (weil auch die Guthabenzinsen steigen) haben die Kreditschuldner ein großes Problem. So bahnt sich schon jetzt über den großen Teich eine wahre Privat-Schuldenkrise an. Alles darüber wissen Sie bereits.

Sollte es im Euroraum ebenfalls zu einer Anhebung des Leitzinses und der damit verbundenen anderen Zinsen kommen, dann werden noch andere Schwierigkeiten auftreten.

Weitere Stolpersteine auf dem Weg zur europäischen Zinswende

Eine Zinswende in Europa birgt beispielsweise auch große Gefahren für die Finanzmärkte. Da diese sich in den letzten Jahren an das billige Geld gewöhnt haben, könnten Sie schnell in Turbulenzen geraten, wenn dieses sich verteuert.

Das wiederum könnte den konjunkturellen Aufschwung abwürgen.

Experten warnen: Die Märkte dürfen von einer Leitzinserhöhung nicht überrascht werden

Aus den oben genannten Gründen raten Börsenexperten, wie etwa Tobias Basse von der NordLB, den Währungshütern, nicht etwa in einem Zinswende-Vorgriff die Märkte zu überraschen.  Sondern im Gegenteil vorsichtig zu agieren und allzeit zu kommunizieren.

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Den Märkten solle nicht zu viel auf einmal zugemutet werden. Basse verweist dabei ebenfalls auf die USA.

Als dort der damalige US-Notenbankchef Ben Bernanke vor fünf Jahren die Finanzpolitik plötzlich änderte, löste er damit globale Börsenturbulenzen aus. Ein Szenario, das die Europäische Zentralbank auf jeden Fall verhindern will.

Eine Leitzinserhöhung bringt neue Probleme für die EU-Krisenstaaten

Kjersti Haugland, Chefvolkswirtin der norwegischen Bank DNB, spricht noch einen anderen Punkt an. Denn wenn die Staatsanleihen-Zinsen (im Einklang mit dem Leitzins/GG) steigen, dann würden auch die Finanzprobleme der südeuropäischen EU-Krisenstaaten, die nach wie vor von Schulden geplagt sind, zunehmen.

Warum, werden Sie jetzt vielleicht fragen? Ganz einfach, weil es für diese Staaten dann wieder teurer wäre, frisches Geld am Kapitalmarkt zu besorgen.

Die Leitzins-Diskussion wird uns weiterhin beschäftigen

Zusammengefasst heißt das: Eine Leitzinserhöhung ist zwar für die Sparer ein Segen. Nicht aber für Privatschuldner, kleinere und mittlere Unternehmen. Gleich gar nicht für die südeuropäischen EU-Schuldenstaaten.

Was des einen Herz erfreut, ist das Leid des anderen. Das trifft wohl kaum besser zu, als auf die Erhöhung (oder auch Senkung) des Leitzinses. Seien Sie sicher: Dieses Thema wird uns alle noch einige Zeit in Atem halten.


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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.