Die Nutzen des Volatilitätsindex: Geld verdienen mit Angst

Die Schwankungsbreite an Wertpapiermärkten, die so genannte Volatilität kann man messen.

Mit den Daten wird ein Index erstellt.

Der wohl bekannteste Votalitätsindex ist der CBOE-Volatility-Index, kurz „VIX“ genannt.

Handel mit Calls und Puts möglich

Er wird in den Vereinigten Staaten in USD abgebildet. Sie können Calls und auch Puts auf diesen Volatilitätsindex an der Chicago Board Options Exchange (CBOE) handeln. Zugang dazu bieten Ihnen die gängigsten reinen Broker.

Die in diesem TT jüngstens vorgestellte Broker-Übersicht gibt Ihnen eine Auswahl der möglichen Broker.

Außerdem werden mittlerweile Zertifikate und Optionsscheine auf den VIX angeboten.

Kursverhalten der „Angst“

Der VIX wird wie ein Future realtime ermittelt und abgebildet. Kleinste Kursausschläge haben eine Auswirkung auf den Wert des Index.

Im Grunde genommen kann verallgemeinert werden, dass sich der VIX immer dann besonders stark nach oben entwickelt, wenn die „Angst“ an den Börsen ansteigt. Schauen wir zunächst auf den Kursverlauf der letzten 8 Monate.

vix8m.png

8-Monats-Chart VIX in USD

Aus diesem Chartbild ist wenig abzulesen. Lediglich ein starker Anstieg von 16 auf etwa 47,5 seit Mitte April auffällig.

Immerhin eine Verdreifachung binnen eines Monats! Die in diesem Zeitraum gestiegene „Angst“ aufgrund der Schuldenproblematik in Griechenland, Spanien, Portugal, Italien und Island sorgte für diesen Anstieg um +200%.

Wenn wir dann aber den S&P500-Index für den gleichen Zeitraum abbilden, dann fällt noch etwas Anderes auf.

SP5008m.png

8-Monats-Chart S&P500 Index

Gegenläufigkeit zwischen Aktien und Votalitätsindex

Bei einem Vergleich der beiden Indizes wird deutlich, dass ganz grob eine gegenläufige Kursentwicklung zu beobachten ist.

Steigt der VIX, fällt der Aktienmarkt und umgekehrt. Das erscheint auch durchaus logisch, denn mit einer steigenden Angst fallen in der Regel auch die Märkte.

Was bringt mir das?

Man könnte jetzt sagen:“O.K., schön, aber eine gegenläufige Bewegung zum Aktienmarkt bringt mir nichts.

Da kann ich doch auch mit S&P500-Optionen agieren.“ Ich sage Ihnen ja, aber der Sinn und die Würze liegt in zwei wesentlichen Punkten:

1. Der VIX steigt 200%, während der S&P500 nur 13%   gefallen ist.

2. Der VIX steigt nicht unendlich und schwächt sich immer wieder ab.

Um 2. Punkt zu belegen, schauen wir auf den VIX-Index der letzten 3 Jahre:

vix3j.png

3-Jahres-Chart VIX in USD

Hoch und Tief in fester Bandbreite

Im Crashjahr 2008 stieg der VIX um 400% auf Werte um die 80 USD. Anschließend schwächte er sich langsam auf das Vorcrashniveau ab.

Im Grunde genommen ist der Volatilitätsindex in einer Range von 15 USD bis 80 USD gebunden. Phasen ohne Angst verbringt er bei 15 – 25 USD.

Tradingchance bei hohem VIX

Bei stark gestiegenen Werten des VIX ist es kein schlechter Gedanke, den Index durch eine Put-Option mit entsprechender Laufzeit als Tradingposition mit ins Depot zu nehmen.

Denn der Volatilitätsindex schwächt sich immer wieder ab. Da gibt es keine Ausnahmen.

Absicherung bei niedrigem VIX

Im Gegenzug ist es möglich, sich gegen fallende Kurse abzusichern.

Und weil der VIX im Gegensatz zum Aktienindex um ein Vielfaches stärker reagiert, ist diese Form der Absicherung mit Sicherheit als „sexy“ einzustufen.

FAZIT: Interessantes Instrument für Absicherung und Crashzeiten

Der VIX-Index und die angeschlossenen Optionen und Zertifikate bieten eine interessante Möglichkeit, sich abzusichern.

Auch bietet er eine gute Möglichkeit, in übertriebenen Angstphasen eine Tradingposition ins Depot zu legen, vor der man „keine Angst“ haben muss. Denn der Index ist berechenbar. Die Angst kommt und geht…

15. Juli 2010

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Sturm. Über den Autor

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