Die oft vergessene Gefahr!

Fassadenverkleidungen oder Dacheindeckungen, Wandputze, Armierungen, Heizungsverkleidungen, Fensterbänke, selbst Klebstoffe für PVC-Böden und viele Nachtspeicheröfen von namhaften Herstellern älteren Datums können betroffen sein – die Rede ist von Asbest! (Foto: jane0606 / Shutterstock.com)

Fassadenverkleidungen oder Dacheindeckungen,  Wandputze, Armierungen,  Heizungsverkleidungen, Fensterbänke, selbst Klebstoffe für PVC-Böden und viele Nachtspeicheröfen von namhaften Herstellern älteren Datums können betroffen sein – die Rede ist von Asbest!

Einst beliebter Baustoff, es wurden weit mehr als 4 Millionen Tonnen davon in Deutschland verkauft, heute ein Horror-Begriff, der manch frischgebackenen Immobilienbesitzer das Blut in den Adern gefrieren lässt.

Zumindest dann, wenn er seine neu erworbene Immobilie sanieren möchte und unerwartet feststellt, dass er es mit asbesthaltigen Baumaterialien zu tun hat. Wie vielfältig diese eingesetzt wurden, zeigt obige Aufzählung – oft denken auch Bestandshalter von älteren Immobilien nicht daran, zu lange ist das Verbot von 1993 schon her und Asbest aus dem Sinn.

Dabei muss unterschieden werden: Es gibt festgebundenen Asbest, der in Asbestzementen verbaut wurde, und schwachgebundenen Asbest.

Für  Asbestzementprodukte besteht – im Gegensatz zu schwachgebundenen Asbestanwendungen im Innenraum von Gebäuden – kein generelles Sanierungsgebot, weil von diesen Produkten regelmäßig keine gesundheitlichen Gefahren ausgehen, solange sie unversehrt sind.

Aber durch Sanierungsabbruch lösen sich die gefährlichen Asbestfasern aus den festgebundenen Asbestzementen, daher ist eine Sanierung  nur unter besonderen Vorkehrungen sinnvoll.

Das wird deutlich teurer als geplant

Was ist bei der Asbest-Sanierung zu beachten?

Liegt Asbest in der Bausubstanz vor, dürfen Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten (ASI-Arbeiten) nur von Firmen ausgeführt werden, die über die erforderlichen personellen und sicherheitstechnischen Voraussetzungen verfügen und eine entsprechende Zulassung der zuständigen Behörde  besitzen.

Probe bringt Klarheit

So eine Asbestsanierung ist aber auch kein Hexenwerk, nur sollte man vor dem Immobilienkauf Klarheit haben.

2 Gramm reichen, um eine Baustoff-Probe in einem Kunststoffbeutel versiegelt an einen Experten zu senden, der eine Laboruntersuchung vornimmt.

Bei der Entnahme einer solchen Werkstoffprobe sollte der Immobilienverkäufer mitwirken. Es ist auch in seinem Interesse!

Aber Vorsicht: Der TÜV rät, den Baustoff vor der Entnahme einer Probe zu befeuchten und eine Staubmaske zu tragen.

Die anschließende Untersuchung im Labor ist nicht besonders teuer und Google hält zahlreiche Angebote diverser Labore und Dienstleister dazu bereit.

Wer sich näher mit dem Thema befassen will:

Das Umweltbundesamt hält dazu hier einiges bereit.

https://www.umweltbundesamt.de/themen/gesundheit/umwelteinfluesse-auf-den-menschen/chemische-stoffe/asbest#textpart-9

Das Gros an Asbest wurde übrigens in den Jahren 1950 bis 1985 verbaut.

Wer also beispielsweise eine Eternitverkleidung aus dieser Zeit an der Fassade der Kaufimmobilie seiner Wahl  vorfindet, sollte abklären, ob es sich um asbesthaltige Platten handelt.

Das muss nicht zwingend so sein, wenn nicht, umso besser.

Aber wenn doch, ist das zumindest ein Grund, um über den Kaufpreis zu sprechen.

Abraten würde ich dringend davon, sich selber an die Asbestsanierung zu machen. Ich glaube nicht, dass man seine Gesundheit dafür aufs Spiel setzen sollte, ganz abgesehen von der gesetzlichen Lage.

Informieren Sie sich besser vorher und kompensieren Sie die Kosten über den Kaufpreis. Im Zweifel lieber die Finger davon lassen.

 

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© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sell. Über den Autor

Andreas Sell ist heute als Investor, Geschäftsführer verschiedener Grundstücksgesellschaften, Beiratsmitglied einer Münchener Fondsgesellschaft und Autor tätig.

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