Die Opfer der Coronavirus-Epidemie

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Viele Anleger haben Angst vor einem Kurseinbruch. Wer vom Ausbruch der Coronavirus-Epidemie wirklich betroffen ist. (Foto: newroadboy / Shutterstock.com)

Das Coronavirus steht auch heute im Fokus der Kapitalmärkte, nicht nur, weil es nun auch die ersten bestätigten Fälle in Deutschland gibt. Und wie es bei so weltbewegenden Ereignissen wie dem Coronavirus gewöhnlich ist, stellt sich die Frage, wer die Verlierer einer solchen Epidemie sein könnten. Und ob Sie bestimmte Aktien verkaufen sollten.

Opfer Nummer 1: Fluglinien

Wie schon während des Ausbruchs des SARS-Virus, einer Infektionskrankheit, die erstmals im November 2002 in der chinesischen Provinz Guangdong beobachtet wurde, gelten die Fluglinien als die naheliegendsten Betroffenen von Epidemien. Zumal mit den chinesischen Neujahrsfeierlichkeiten zurzeit eine der verkehrsreichsten Reisezeiten des Jahres ist.

Zwar sprach ein Mitarbeiter der Deutschen Lufthansa am Montag nur von einer leicht zurückhaltenden Buchungslage für Flüge von und nach China. Und auch die Touristikkonzerne scheinen derweil gelassen zu reagieren, schließlich, so der Deutsche Reiseverband, sei China wegen der vorherrschenden Kälte derzeit keine Reisezeit.

Doch werden bereits erste Absagen bekannt. Dementsprechend muss es nicht verwundern, wenn die Aktien von Luftfahrt- und Reisekonzernen, die bereits in der vergangenen Woche nachgegeben hatten, auch in dieser Woche unter Druck stehen: Lufthansa, Air France-KLM oder Ryanair rangierten jeweils am unteren Ende der europäischen Kurszettel.

Auch Restaurantketten sind besonders betroffen

Auch die Restaurant-Ketten wie McDonald’s, Pizza Hut oder KFC scheinen von der Grippeepidemie betroffen zu sein. Die Fast-Food-Kette McDonald’s, die weltweit 38.000 Filialen unterhält, davon etwa 2.900 Filialen in China, hat den Betrieb aller McDonald’s-Restaurants in den Städten Wuhan, Ezhou, Huanggang, Qianjiang und Xiantao eingestellt. Die Standorte entsprechen den Gebieten, in denen auch der öffentliche Verkehr nach Behördenauflagen zum Erliegen gekommen ist.

Zwar hat das Unternehmen die Anzahl der Standorte, die geschlossen wurden, nicht präzisiert; das ist aber auch nicht nötig, denn ein Blick auf Google-Maps zeigt, dass die Schnellrestaurantkette in Wuhan 20 Filialen betreibt. Bei einem durchschnittlichen Jahresumsatz von 0,5 Millionen US-Dollar pro Filiale dürften die Auswirkungen überschaubar sein, was sich auch am Aktienkurs ablesen lässt: Dieser hat seit Jahresanfang nämlich deutlich zugelegt.

Ganz im Gegensatz etwa zu Starbucks Corp., die im Reich der Mitte mit etwa 4.125 von weltweit 30.600 Cafés vertreten ist. Nach einigen Angaben wurden bislang „einige Standorte“ in China wegen der Verbreitung des Coronavirus geschlossen. Dabei scheint der Unternehmenssprecher jedoch mächtig untertrieben zu haben.

Laut einem Analystenbericht von Guggenheim Securities hat Starbucks das mit Abstand größte Risikopotenzial aller Filialläden. Reisebeschränkungen und eine größere Sensibilisierung könnten selbst die mittelfristigen Umsatzziele gefährden. Dementsprechend notierte die Aktie von Starbucks gestern nur auf dem Schlusskurs des Vorjahres deutlich schlechter also als McDonald‘s.

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Von: Peter Thilo Hasler. Über den Autor

Peter Thilo Hasler ist seit über 25 Jahren als Finanzanalyst tätig, zunächst für einige große Investmentbanken, seit 2010 in seiner eigenen Research-Firma. Als Analyst berät er namhafte Fondsmanagern und Vermögensverwalter weltweit.

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