Die Papierbranche erlebt eine zweite Renaissance

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Der steigende Online-Handel treibt die Nachfrage nach Papier und Verpackungsmaterial auf neue Rekordniveaus. (Foto: noomcpk / shutterstock.com)

Nachdem die Digitalisierung zunächst für eine papierlose Welt zu sorgen schien, bringt jetzt der zunehmende Online-Handel die Nachfrage nach Papier und Verpackungsmaterial auf neue Rekordniveaus.

Die Erfolge von Amazon Prime und Zalando & Co. kommen bei den Papierunternehmen an. Doch auch hier gibt es Gewinner und Verlierer. Klarer Gewinner ist UPM-Kymmene der wieder einmal mit Rekordergebnissen überzeugen konnte. Der Umsatz stieg um 4,7% auf rund 10,5 Mrd. €. Dabei ist der Papierkonzern nochmals profitabler geworden. Unterm Strich stieg der Gewinn um fast 54% auf rund 1,5 Mrd. €. Das EBIT stieg um 12,9% auf rund 1,5 Mrd. €.

Ebenfalls gut hat sich Svenska Cellulosa entwickelt. Allerdings wurden deren Ergebnisse durch zahlreiche Sondereffekte verfälscht. Der Umsatz stieg um 12,5% auf rund 18,8 Mrd. SKR. Unterm Strich hat sich der Gewinn fast verdoppelt. Dieser lag bei rund 3,7 Mrd. SKR. Rechnet man die Sondereffekte heraus, so verbesserte sich das operative Ergebnis aber nur noch um 3% auf rund 1,3 Mrd. SKR. Die starken Zahlen sind also mit Vorsicht zu genießen.

Wachstum ist nicht alles

Auch bei anderen Papierunternehmen war die Profitabilität das größte Problem. Wachsen konnten dagegen fast alle Unternehmen. So hat auch International Paper seinen Wachstumskurs durch die hohe Nachfrage nach Karton- und Exportverpackungen bestätigt. Der Umsatz stieg um 7,2% auf rund 23,3 Mrd. $. Alle Geschäftsbereiche konnten zum Wachstum beitragen. Doch das Wachstum war nicht ganz preiswert. Unterm Strich ging der Gewinn um 6,2% auf rund 2 Mrd. $ zurück.

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Diese beiden Aktien sind einen genaueren Blick wertAktien aus dem Papier-Sektor gelten im Allgemeinen als langweilig. Nicht so bei diesen beiden Werten, die einen genaueren Blick wert sind. › mehr lesen

Ähnliche Probleme hatte auch die Mayr-Melnhof Karton AG. Der Gesamtumsatz blieb zwar auf dem Vorjahresniveau, im Verpackungsgeschäft hatte der Konzern aber mit sinkenden Segmentumsätzen zu kämpfen. Gleichzeitig ging der operative Gewinn in diesem Bereich um 14,7% auf 120,7 Mio. € zurück. Nur das starke Kartongeschäft konnte die Gesamtentwicklung des Konzerns etwas aufhellen.

Nachhaltigkeit und Qualität werden wichtiger

Neben der starken Nachfrage nach Verpackungslösungen bewegt die Branche vor allem das Thema Nachhaltigkeit. Die möglichst vollständige Recyclebarkeit bei geringen Produktionskosten wird hier der Schlüssel zum Erfolg sein. Die Kunden werden immer anspruchsvoller, sind aber nur teilweise bereit, höhere Preise zu zahlen – eine Herausforderung.

Sappi und Stora Enso suchen hier unterschiedliche Wege. Während Sappi auf recyclebare Produkte setzt, verfolgt Stora das Thema Nachhaltigkeit zusammen mit neuen, starken Partnern. Derzeit läuft ein Joint Venture mit H&M und IKEA. Weniger um Nachhaltigkeit und mehr um Qualität geht es bei BIC und edding. Die günstige Konkurrenz aus Asien bereitet den Marktführern in Sachen Bürobedarf ernsthafte Probleme. Hier sollen mit einem noch stärkeren Qualitätsimage wichtige Marktanteile zurückgewonnen werden.

Mit der neuen Strategie „BIC 2022 – Invent the Future“ soll BIC wieder auf den Erfolgskurs zurückgeführt werden. edding plant ähnliche Projekte.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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