Die Parallelen zum Börsencrash 1937 in einem Bild

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Der S&P 500 verläuft seit mehreren Monaten identisch, wie der S&P 500 in den Jahren 1936/1937. Können wir daraus ableiten, dass wir einen Crash sehen werden? (Foto: MR.LIGHTMAN1975 / Shutterstock.com)

Auch wenn wir viele Leser mit großer Erfahrung haben – daran wird sich wohl kaum einer direkt erinnern können. Die Weltwirtschaftskrise hatte ihren Tiefpunkt im Juli 1932, zumindest erreichte der Dow Jones dort sein Tief. 1937 war ebenfalls kein goldenes Jahr und wir sehen überraschend viele Parallelen zu 2019, wenn wir uns den Chartverlauf beim S&P 500 anschauen. Sehen Sie selbst!

S&P 500 – die Jahre 2019 und 1917 im Vergleich

In Blau sehen Sie den Verlauf des S&P 500 im Jahr 1936/1937, in Rot die aktuellen Kurse.

Die große Frage die jetzt von in der Grafik von bullmarkets.co gestellt wird: Was passiert jetzt? Wir haben das Chaos um den Brexit. Wir haben heute trotz 5 Millionen gesammelter Unterschriften im EU-Parlament den Uploadfilter durch Artikel 13 bekommen, der wahrscheinlich das Internet nachhaltig beschneidet. Es gibt viel Potential, warum die Menschen auf die Regierenden wütend sind. Eskalieren, wie in Frankreich bei den Gelbwesten, wird es hier wohl kaum. Dennoch stehen wir vor einem möglichen Umbruch.

Das muss natürlich noch nicht die Aktienkurse nach unten drücken. Doch letztlich hat der Konsument die Macht. Wenn jetzt eine deutliche Anzahl an Kunden sich in eine Richtung positionieren, sehen das die Konzerne sehr schnell an den Umsatzzahlen. Vielleicht gibt es ja auch einen viel offensichtlicheren Grund, der zu deutlichen Kursabgaben führt. Bislang sind die beiden Kursverläufe auf jeden Fall überraschend synchron.

Wie tief wird der S&P 500 fallen?

Spielen wir das Spiel einmal theoretisch durch. Es muss ja nicht so kommen, aber was wäre wenn? Damals fiel der S&P von etwa 17 Punkten auf knapp unter 9. Er hat sich also fast halbiert. Das wäre schon durchaus sportlich, wenn wir das beim derzeitigen S&P 500 überlegen. Gut 2.800 Punkte stehen momentan zu Buche. Wir würden also in den nächsten Monaten auf rund 1.400 Punkte abstürzen können.

Dagegen war meine S&P-Analyse vom 8. März ja richtig harmlos! Dort zeigte ich Ihnen, warum der S&P 500 in den nächsten ein bis zwei Jahren in den Bereich zwischen 1.800 und 2.100 fallen kann. Das wirkt umso realistischer, wenn wir die 1.400 Punkte aus dem obigen Chartvergleich als Basis nehmen.

Vor allem gibt es heute wesentlich mehr Möglichkeiten einen Absturz zu verhindern. Börsen können ausgesetzt werden. Notenbanken haben den Geldhahn geölt, damit es immer schneller aufgedreht werden kann. All das wird einen eventuellen Absturz auf jeden Fall etwas dämpfen. So können aus 1.400 Punkten als Ziel schnell 2.000 werden. Das wären immer noch 800 Punkte aus Sicht des aktuellen Stands.

Doch so weit sind wir immer noch nicht. Wenn wir das letzte Tief im Bereich um 2.400 nach unten verlassen, wird es schon spannender. Bis dahin hat der S&P 500 noch viel Spielraum sich auszutoben.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.