Die Perspektiven für den deutschen Immobilienmarkt bleiben gut

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Gestern begann die Expo Real, die größte Immobilienmesse Europas. Investoren sehen die Aussichten für den deutschen Markt weiter positiv. (Foto: Scanrail1 - Shutterstock.com)

Gestern öffnete die Expo Real auf dem Münchener Messegelände ihre Pforten. Mit rund 2.700 Ausstellern und 45.000 Teilnehmern ist die Expo Real die größte Immobilienfachmesse in Europa.

Auch die Anleger schauen in die bayerische Landeshauptstadt. Das Themenspektrum reicht vom Brexit über Niedrigzinsen bis hin zur Mietpreisbremse. Ich nehme die Expo Real zum Anlass, um für Sie einen Blick auf die Branche zu werfen.

Der deutsche Immobilienmarkt ist stabil

Die Immobilienbranche erlebte in den vergangenen Jahren einen kräftigen Boom. Das anhaltend niedrige Zinsniveau sorgte und sorgt nach wie vor für eine große Nachfrage nach dem Betongold. Bei uns in Deutschland sowieso: Die deutschen Anleger sind in Bezug auf Aktien traditionell eher zurückhaltend und setzen stattdessen lieber auf Immobilieninvestments.

In anderen Ländern hat sich der Immobilienmarkt Inzwischen allerdings deutlich abgekühlt. Hierzulande zeichnet sich dies zumindest bislang noch nicht ab. Ungeachtet der wirtschaftlichen Abkühlung erwarten internationale Großinvestoren keine bevorstehende Krise für den deutschen Immobilienmarkt. Sie schätzen den deutschen Markt nach wie vor als stabil ein, sagten Manager großer ausländischer Investoren bei der Eröffnung der Real Expo.

Regulierung dürfte sich verschärfen

“Wir glauben, dass Deutschland ein sehr starker Markt ist”, so Oliver Bastin, Chef des Luxemburger Projektentwicklers Immobel. Und auch jenseits des Atlantiks wird der deutsche Markt positiv gesehen. “Es gibt eine ungeheure Nachfrage”, sagte Derec Jacobson, Finanzchef des New Yorker Immobilienunternehmens Madison. Angesichts niedriger Zinsen seien Immobilien trotz hoher Preise immer noch die bessere Investition im Vergleich zu anderen Anlagen.

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Allerdings gehen die Immobilienmanager davon aus, dass sich die Regulierung des deutschen Mietmarkts in Zukunft verschärfen wird. Sie rechnen damit, dass andere Städte dem Beispiel des geplanten Mietendeckels in Berlin folgen werden. Das könnte zumindest manche Investitionen in neue Wohnungen bremsen.

Deutsche Wohnen leidet unter dem geplanten Mietendeckel

Stichwort Berlin. Eben der geplante Mietendeckel hat die Aktie von Deutsche Wohnen in den vergangenen Monaten unter Druck gesetzt. Das Unternehmen hat dort seinen Sitz und hat auch einen beträchtlichen Teil seiner Wohnungsbestände in der Hauptstadt.

Die Aktie von Deutsche Wohnen galt lange als heißer Kandidat für einen DAX-Aufstieg. Der Kursrückgang der vergangenen Monate hat eine Aufnahme jedoch verhindert. Stattdessen rückte der Triebwerksherstellers MTU Aero Engines vor wenigen Wochen in den deutschen Leitindex auf.

Die Deutsche-Wohnen-Aktie konnte sich zuletzt zwar stabilisieren. Angesichts des weiter intakten Abwärtstrends ist der Titel für mich aber uninteressant. Insgesamt bleiben die Perspektiven für die Immobilienbranche angesichts anhaltender Niedrigzinsen jedoch gut.


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Michael Kelnberger
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.