Die Puma-Aktie ist einen Blick wert

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Puma ist gut aufgestellt und will kräftig wachsen. Nach einer deutlichen Korrektur könnte die Aktie ihren Aufwärtstrend bald fortsetzen. (Foto: M DOGAN / shutterstock.com)

Puma feiert in diesem Jahr seinen 70. Geburtstag. Nach einer bewegten Vergangenheit ist der Sportartikelhersteller gut aufgestellt und will in den kommenden Jahren kräftig wachsen. Nach der Korrektur der vergangenen Monate ist die Aktie einen Blick wert.

70 Jahre Puma – eine Erfolgsgeschichte

Gegründet wurde Puma bereits im Jahr 1948. Die Brüder Dassler, die bis dahin gemeinsam die erfolgreiche Dassler Schuhfabrik betrieben hatten, zerstritten sich. Adolf (Adi) Dassler gründete Adidas. Bruder Rudolf ging mit der Firma Puma eigene Wege. Beide Unternehmen haben bis heute ihren Firmensitz im mittelfränkischen Herzogenaurach.

Zehn Jahre später entstand das bis heute charakteristische Puma-Logo. Von da an zierte die zum Sprung ansetzende Raubkatze Sportschuhe, Trainingsanzüge und Trikots des Unternehmens. In den Folgejahren feierte Puma große Erfolge. 1960 gewann Armin Hary bei den Olympischen Spielen in Rom in Puma-Schuhen den 100-Meter-Sprint. 1985 siegte Boris Becker als erster Deutscher auf dem Rasen von Wimbledon – ebenfalls mit Schuhen und Schlägern von Puma.

Auf den Börsengang folgt die Krise

1986 ging Puma an die Börse – neun Jahre vor Adidas. Doch der Börsengang erwies sich zunächst als Flop. Das Unternehmen geriet in finanzielle Schwierigkeiten und stand sogar kurz vor der Pleite. 1989 verkaufte die Familie Dassler ihre Firmenanteile an die Schweizer Handelsgruppe Cosa Liebermann.

Die Wende gelang unter Jochen Zeitz. 1993 wurde der damals erst 30-jährige Manager jüngster Puma-Chef und brachte das Unternehmen wieder auf Kurs: Er strich Jobs und verlagerte die Produktion nach Asien. Zeitz machte Puma zur Lifestyle-Marke und führte der Konzern zurück in die schwarzen Zahlen. Während seiner Amtszeit stieg der Aktienkurs von 7 Euro auf über 350 Euro.

Kering entlässt Puma in die Freiheit

2007 übernahm der französische Luxuskonzern Kering die Mehrheit an Puma. Die Aktie jedoch durchlief nach dem Höhenflug eine lange Durststrecke. Es dauerte zehn Jahre, bis der Kurs sein 2007er-Hoch überwand und neue Höchststände erreichte. Im Juni dieses Jahres kletterte die Puma-Aktie bis auf ein neues Allzeithoch bei 539 Euro.

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Im Mai hat sich Kering von seinem Mehrheitsanteil an Puma getrennt und die Beteiligung von 86% auf nur noch knapp 16% reduziert. Aufgrund des deutlich erhöhten Streubesitzes kehrte die Puma-Aktie in den MDAX zurück, den sie zwischenzeitlich verlassen musste.

Puma will weiter kräftig wachsen

Puma hat die Probleme der vergangenen Jahre inzwischen überwunden. 2017 knackte der Konzern beim Umsatz erstmals die Marke von 4 Mrd. Euro. Der Gewinn wurde mehr als verdoppelt. Und auch in den kommenden Jahren will Puma weiter wachsen. Bis 2022 soll der Umsatz im Schnitt um 10% pro Jahr gesteigert werden. Die operative Gewinnmarge (EBIT) soll 10% erreichen.

Gute Voraussetzungen also für weiter steigende Kurse. Kurzfristig allerdings ist die Puma-Aktie nach der Korrektur der vergangenen Monate etwas angeschlagen. Bei der jüngsten Verkaufswelle wurde die 200-Tage-Linie kurzzeitig unterschritten. Im Bereich der runden 400-Euro-Marke drehte die Notierung zuletzt jedoch nach oben und liegt aktuell wieder knapp über dem Gleitenden Durchschnitt.

Kann sich der Kurs über der 200-Tage-Linie, die aktuell bei knapp 422 Euro verläuft, etablieren, steigen die Chancen für eine Wiederaufnahme des übergeordneten Aufwärtstrends. Spätestens mit einem Anstieg über das jüngste Zwischenhoch bei 450 Euro ist der Weg nach oben frei. In diesem Fall ist auf Sicht der nächsten Monate eine Rückkehr zum Allzeithoch bei 539 Euro realistisch.


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Michael Kelnberger
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.