Die Reserven der Minen werden immer wichtiger

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Die großen Minen müssen die eigenen Reserven stetig aufstocken. Das geht durch die Erschließung neuer Minen oder das Zukaufen. (Foto: Joe Belanger / Shutterstock.com)

An dieser Stelle schreibe ich schon seit Wochen darüber, dass Rohstoffaktien günstig bewertet sind. Jetzt bin ich erneut auf eine Studie gestoßen, die dieses Argument ganz klar untermauert. So verweisen die Experten vom Edelson Institute zunächst darauf, dass es für die Unternehmen aktuell schon preiswerter ist, die Reserven durch Übernahmen aufzustocken, als die Exploration neuer Vorkommen voranzutreiben.

Bei der angespannten Finanzlage vieler Unternehmen wird es schon dazu führen, dass etliche Goldminen in den kommenden Jahren vom Markt verschwinden werden. Es rechnet sich einfach nicht mehr, neue Vorkommen voranzutreiben, wenn für die ertragreiche Produktion ein Goldpreis von 1.500 USD oder mehr notwendig ist.

In Boomjahren der Goldbranche sind tatsächlich viele neue Minenprojekte gestartet worden, bei denen ein Goldpreis von 1.500 Dollar und mehr notwendig waren. Das hat schon in den vergangenen Jahren bei vielen Minen zu Finanzproblemen geführt. Und tatsächlich haben sich die Kosten für die Erschließung neuer Vorkommen seit dem Jahr 2007 in der Spitze verachtfacht. Auch das sind Zahlen, die die Experten vom Nelson Institut jetzt herausgefunden haben.

Experte sicher: „Das Goldangebot wird sinken“

„Wenn Firmen am Markt scheitern, wird es neue Goldreserven nur durch Akquisitionen geben. In der Folge wird dann aber das gesamte Goldangebot sinken. Und genau dann werden die Preise steigen“, fasst Sean Brodrick vom Edelson Institute die Ergebnisse der Studie zusammen.

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Große Verschiebungen auf dem GoldmarktIn der Rangliste der größten Goldproduzenten ist aktuell viel los: Australien hat zuletzt die Produktion klar gesteigert. In Kanada steht das noch bevor. › mehr lesen

Die Argumentation der Experten ist leicht nachvollziehbar. Gold ist nun einmal kein nachwachsender Rohstoff. Die großen Produzenten sind darauf angewiesen, nun neue Vorkommen vor allem eben durch Akquisitionen und Übernahmen zu erhalten. Das ist auch ein Grund warum Barrick Gold Randgold Resources gekauft hat. In einem Jahr sind die Reserven von Barrick Gold um 25 % gesunken.

Minenaktien extrem günstig bewertet

Dabei sind allgemein die Minenaktien derzeit so günstig bewertet wie schon lange nicht mehr. Bezogen auf das Kursniveau sind die Minenaktien nach Angaben von Sean Brodrick derzeit so günstig wie im Bärenmarkt Ende 2015. Das war wiederum das mit Abstand niedrigste Niveau seit 2002.

Und wie so oft fallen die Goldminen stärker als der Goldpreis. Während das Edelmetall nur 7 % eingebüßt hat seit Januar sind große Minenindizes um mehr als 20 % eingebrochen. Aber genau jetzt werden profitable Goldminen besonders interessant.

Unternehmen, die auch jetzt noch Gewinne einfahren, werden in Zeiten steigender Goldpreise massiv steigende Gewinne erleben, davon ist Sean Brodrick auch überzeigt. Das sehe ich genauso: Gerade jetzt sind starke Minenwerte mit niedrigen Kosten und hohen Reserven sehr interessant, weil auch diese Qualitätsaktien aus der Branche zuletzt massiv unter Druck geraten sind.


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Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.