Die Rückversicherung bleibt ein attraktives Geschäftsfeld

Die Rückversicherung ist und bleibt ein attraktives Geschäftsfeld, das den Gesellschaften vielfältige Ertragsmöglichkeiten eröffnet.

Obwohl die Versicherungsdichte in den westlichen Industrieländern und in den seit Jahrzehnten weit entwickelten Staaten Asiens bereits hoch ist, ergibt sich selbst in diesen Märkten immer wieder zusätzlicher Absicherungsbedarf, weil etwa die Gefährdung infolge wetterbedingter Naturgefahren mit der Klimaveränderung tendenziell zunimmt.

In den sich wirtschaftlich rapide entwickelnden Regionen besteht unverändert erhebliche Nachfrage nach Versicherungsschutz, um die großen Zentren hochwertiger industrieller Fertigungskapazitäten sowie den wachsenden privaten Wohlstand der Bevölkerung abzusichern.

Unterschiedliche Entwicklung der Rückversicherer

Allerdings wird der Wettbewerb immer härter. Während die Hannover Rückversicherung ihre Einnahmen dank Expansion in China, Australien und in den USA steigern konnte, musste die Munich Re Einbußen hinnehmen.

Durch die Überkapazitäten sind die Preise für Rückversicherungen seit Jahren unter Druck und schmälern damit die Marge. Munich Re rechnet aber damit, dass die Konsolidierung in der Branche anhält. Marktanteile hat Munich Re an neu fusionierte Unternehmen bisher nicht verloren.

Mittelfristig ist der Trend sogar positiv für den nach Einnahmen weltweit größten Rückversicherer – die Fusionen mittlerer und kleinerer Rückversicherer nehmen Überkapazitäten aus dem Markt und mindern den Wettbewerb.

Munich Re will selbst nicht in die Konsolidierung der Branche eingreifen. Die Übernahme eines reinen Rückversicherers kommt nicht infrage.

Die Übernahme eines Erstversicherers oder einen Zukauf im Bereich Spezialversicherungen kann sich der Konzern jedoch grundsätzlich vorstellen. Bei der Swiss Re hat der Ausstieg aus Verlustgeschäften ein Loch in die Kasse gerissen. Dafür konnte das Prämienvolumen um 8,4% gesteigert werden.

Das Verhältnis von Schadenleistungen und administrativem Aufwand zum Prämienvolumen (Schaden-Kosten- Quote) verbesserte sich von 85,7 auf 85,4%. Unter 100% ist das Geschäft versicherungstechnisch profitabel.

Allianz mit Rekordgeschäftsjahr

Die Allianz hat im Geschäftsjahr 2014 den höchsten Umsatz seit ihrer Gründung erzielt, gewann im heimischen Markt wieder Kunden und verzeichnete über alle Sparten hinweg ein Plus von mehr als 200.000 Versicherten.

Damit waren zum Jahresende 2014 insgesamt 20,3 Mio Menschen Kunde bei der Allianz Deutschland. Im Schaden- und Unfallgeschäft forcierte die Allianz ihren Wachstumskurs. Die Neu- und Mehrbeiträge legten um 6,8% zu. Weiterhin gelang es der Schaden- und Unfallsparte, sowohl ihre Schadenbelastung als auch ihre Kostenquote zu senken.

Diese Entwicklung wurde dadurch begünstigt, dass 2014 im Vergleich zum Vorjahr große Naturkatastrophen ausblieben. Weil Produkte mit neuen Garantien immer mehr Kunden überzeugen, steigerte die Lebensversicherung der Allianz ihre Beitragseinnahmen um 11,8%.

Die neuen Produkte garantieren eine Mindestrente sowie den Erhalt der eingezahlten Beiträge und berechnen die Höhe der Rente auf Basis des Zinsniveaus zu Beginn der Auszahlungsphase. Mehr als jeder zweite neu verdiente Euro, der in die privaten Altersvorsorgeprodukte der Allianz investiert wurde, stammte 2014 aus einem Vertrag mit neuen Garantien.

20. April 2015

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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