Die Sorgen der Versorger: RWE und E.on verlieren an der Börse

Auch heute gehören die großen deutschen Versorger RWE und E.On wieder zu den Verlierern im DAX. Der aktuell beschlossene Atomausstieg setzt die Aktien weiter unter Druck.

Auf Sicht von 3 Jahren hat beispielsweise E.On rund 60% an Wert verloren. Mit 18,40 Euro notiert die Aktie zudem nur noch ganz knapp unter dem Mehrjahres-Tief vom März 2009.

Aktuelle Analystenmeinungen trauen E.On auch nur wenig Kurspotenzial zu. Die noch immer unklaren Kosten für den Atomausstieg setzen beispielsweise die Aktie weiter unter Druck.

Schaut man jedoch nur auf die aktuellen Bewertungskennzahlen, dann spricht vieles für einen langfristigen Einstieg. So liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 10,2. Zudem lockt noch eine Dividendenrendite von 6,95%.

Ähnlich sieht es bei RWE aus: Die Aktie notiert aktuell mit 37,50 Euro so niedrig wie seit Mitte 2004 nicht mehr. Auch hier liegen das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis sogar nur bei 7,6 und die Dividendenrendite bei 7,3%

So weit so gut: Aber aktuell ist noch nicht klar, ob es nicht bald schon bei E.On und auch bei RWE zu einer Absenkung der Gewinnprognosen kommt und zudem auch noch eine Kürzung der Dividende vorgenommen wird.

Dies wäre schon wahrscheinlich, denn sowohl E.On als auch RWE müssen Rückstellungen für die Kosten des Atomausstiegs bilden. So ganz kampflos wollen die beiden Versorger den Ausstieg aber nicht hinnehmen. Nach RWE hat auch E.On angekündigt gegen die Entscheidung zu klagen.

Sind die Versorger nun attraktiv für einen Einstieg? Das kommt ganz auf den Anlagehorizont an. Klassische Valueinvestoren, die bereit sind eine Aktie auch über Jahre zu halten, steigen aktuell ein.

Viele Kennzahlen signalisieren eben eine niedrige Bewertung. Und Atomenergie ist nur ein Standbein – das gilt sowohl für E.On als auch für RWE. Doch das will aktuell kaum ein Investor wahrhaben.

Es ist immer schwierig sich gegen die Masse zu stellen und bei unbeliebten Aktien einzusteigen. Aber genau das ist eine Maxime von Warren Buffett, mit der er zum erfolgreichsten Investor der Welt geworden ist. Bei Buffett hört sich das so an: „Kaufe wenn die anderen Angst haben und sei vorsichtig, wenn die anderen zu euphorisch sind.“

Übertragen auf die Versorger heißt das: Aktuell traut sich kaum jemand an RWE und E.On Aktien heran. Vielleicht ist das genau das richtige Einstiegssignal bei diesen Aktien? Aber Vorsicht ist immer noch geboten – auch wenn die Versorger schon jetzt deutlich dem Markt hinterher laufen.

Dieser Trend kann sich auch noch einige Zeit fortsetzen. Sollte es tatsächlich zu einer Gewinnwarnung kommen und dann auch noch zu einer Dividendenkürzung, dann können sowohl RWE als auch E.On noch mal deutlich an Wert verlieren.

So wie es jetzt aussieht sind die großen deutschen Versorger die klaren Verlierer der Energiewende.

Aber wie sieht es denn beispielsweise mit alternativen Energieunternehmen aus? Können Solar- und Windaktien vom beschlossenen Atomausstieg profitieren? Diese Fragen werde ich morgen aufgreifen.

6. Juni 2011

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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