Die spannendste Woche des Jahres steht uns bevor

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Politische Börsen hoch 10. Das, was in den nächsten Tagen weltweit entschieden wird, kann die Märkte massiv beeinflussen. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Politische Börsen hoch 10. Das, was in den nächsten Tagen weltweit entschieden wird, kann die Märkte massiv beeinflussen. Denn Unternehmenszahlen spielen schon lange nur noch eine untergeordnete Rolle. Die Politik macht die Börsenkurse und so wird es vermutlich auch diese Woche sein.

Doch eine kleine Entwarnung vorweg: Nur, weil diese Woche wichtige Entscheidungen auf der Agenda stehen, werden die Kurse nicht sofort in die eine oder andere Richtung rasen. Es wird richtungsweisende Politik gemacht. Deren Auswirkungen können wir in den nächsten Wochen und Monaten spüren.

Nordkorea-Konflikt vor dem Aus

In der heutigen Nacht könnte Trump das schier unmögliche schaffen und einen gigantischen Unsicherheitsfaktor abschalten. Wenn Nordkorea nicht mehr brodelt und Raketen testet, ist dieser Teil der Welt definitiv ruhiger und sicherer geworden.

Somit stehen die Chancen gut, dass wir geopolitisch einen Brandherd weniger haben. Das sollten auch die internationalen Aktienmärkte langfristig zu schätzen wissen. Inwieweit das aber tatsächlich dem DAX helfen kann, ist natürlich fraglich. Südkorea und China profitieren sicherlich weitaus mehr davon.

Leitzins-Anhebung durch die FED

Am Mittwoch wird die US-Notenbank wahrscheinlich zum zweiten Mal 2018 den Leitzins erhöhen. Die übliche Differenz wird dann wieder 0,25 Prozentpunkte sein. Aktuell liegt der Leitzins noch bei 1,75. Ab Mittwoch wären demnach 2,0 Prozent möglich. Das ist aber nicht das eigentlich Spannende. Laut den Zinsfutures ist die Chance auf eine Anhebung über 90 Prozent und somit beinahe schon fix.

Spannend ist übermorgen vor allem, wie die FED den weiteren Weg sieht. Erfahren wir konkrete Pläne? Werden die Zinsen noch weitere Male angehoben?

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Gestaffelter Kauf optimiert Ihre Gewinn-ChancenDie Märkte stehen unter Spannung: Hier gibt es neue Nachrichten der US-Notenbank Fed zur weiteren Zinspolitik, da ist der große Verfallstag von Optionen und Futures auf Aktien und Indizes. Und… › mehr lesen

Steigen die Zinsen in den USA, leiden sofort die Schwellenländer darunter. Diese konnten sich nämlich in den vergangenen Jahren relativ günstig Geld leihen. Doch der Geldhahn würde mit immer höheren Zinsen dann Stück für Stück zugedreht. Das merken wir bereits in der Türkei. Hier steht das Land kurz vor einer Währungskrise. Die türkische Lira entwertet im Vergleich zum Euro, während türkischen Banken ihren Kunden weit über 10 Prozent Zinsen auf Festgeld anbieten.

EZB und das Ende der Anleihekäufe

Wir hatten bereits vor mehreren Monaten darüber berichtet: Die Europäische Zentralbank wird nicht ewig Anleihen kaufen. Am Donnerstag könnte es dann schon so weit sein, dass sie offiziell ein Ende verkündet.

Momentan werden die Märkte monatlich mit 30 Milliarden Euro am Leben gehalten. Ab September soll dies nicht mehr der Fall sein. Übermorgen könnte die EZB diesen Termin offiziell bestätigen.

Allerdings ist die Euro-Krise in Form von Italien zurückgekehrt. Das könnte entscheidend sein und die Entscheidung über die Anleihekäufe kurzfristig beeinflussen.

Großer Hexensabatt am Freitag

Der dreifache Verfallstag ist wieder einmal am kommenden Freitag. Hier werden an den Terminbörsen mittags alle Futures und Optionen auf Indizes abgerechnet. Am späten Nachmittag folgen dann die Optionen auf Einzelaktionen. Speziell vor den jeweiligen Uhrzeiten, also 12 Uhr, 13 Uhr und 17 Uhr 30, wird es noch viel Bewegung an den Märkten geben können.

Das kann auch schon in den Tagen vor dem Verfallstag geschehen. Insofern bleibt diese Woche sehr spannend und wird vermutlich alles andere als schwankungsarm.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.