Die Staatsschulden der Industrieländer im Feuer

Die Krisenländer sind noch längst nicht über dem Berg. Die Zentralbanken haben Fehler gemacht. Und die Schuldenkrise kommt zurück. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Die Zeiten stehen auf Sturm. Auch wenn Ihnen das keiner sagt. So ist die globale Schuldenkrise keineswegs vorbei, wie man Ihnen glauben machen will.

Sie schlägt zurück. Und das mit doppelter Wucht. Schlimmer, als je zuvor.

Schulden-Chaoshaufen OECD

Sie wissen inzwischen, dass sich in den OECD-Ländern die Staatsverschuldung fast verdoppelt hat: Von 25 Billionen US-Dollar (2008) auf rund 45 Billionen US-Dollar (2016). Damit stieg die Verschuldungsquote von 2007 bis 2016 von 49,5 % auf 74 %.

Das ist die eine Katastrophe. Die andere, dass 40 % dieser 45 Billionen US-Dollar in den nächsten drei Jahren refinanziert werden müssen. So kommen auf viele OECD-Länder nun hohe Kosten für Schuldenzahlungen sowie zur Finanzierung der anhaltenden Haushaltsdefizite zu.

Die fatalen Auswirkungen habe ich Ihnen ebenfalls aufgezeigt

Eine höhere Staatsverschuldung, eine schlechtere Bonitätseinstufung für Staatsanleihen durch die Rating-Agenturen, die damit für Privatinvestoren unattraktiv werden. Und steigende Zinsen.

Hinzu kommt das Problem mit den Zentralbanken. Denn diese halten heute über 10 Billionen US-Dollar der OECD-Staatsverschuldung (in Deutschland, Schweden und Großbritannien 30 %, in Japan sogar 40 %).

So wird getrickst

Da die OECD-Länder diese immensen Zahlungen nicht zur Fälligkeit ausgleichen können, muss zu anderen Mitteln gegriffen werden. Zu finanzpolitischen Tricks, wie man diese angesichts der genannten Fakten nennen möchte.

So empfiehlt die OECD auf Schulden mit langer Laufzeit auszuweichen, um die Refinanzierungsbelastung in den Fälligkeitsjahren gering zu halten. Damit steigt die durchschnittliche Schuldenrestlaufzeit 2017 auf 8 Jahre an.

So macht man das, verstehen Sie?

OECD-Tricks bedeuten Rückkehr der Schuldenkrise

Da jedoch jede Medaille bekanntlich zwei Seiten hat, sind diese längeren Laufzeiten alles andere als eine perfekte Lösung. Ganz im Gegenteil.

Für die wirtschaftlich schwachen OECD-Länder mit hoher Staatsverschuldung bedeutet das alles eine Rückkehr der Schuldenkrise. Nichts anderes.

Die Krisenländer sind noch längst nicht über dem Berg

Sehen Sie: Die Staatsverschuldung bei den Krisenländern wie etwa Griechenland liegt aktuell bei 178 %. In Italien bei 131 %. Und in Portugal bei 124 %. Und dennoch wird Ihnen erzählt, dass diese Krisenländer es geschafft hätten. Von wegen. Das sind nichts anderes als Fake News.

Hohe Belastungen durch Zentralbank-Politik

Eine höhere Staatsverschuldung bedeutet jedoch auch für andere Länder eine enorme zusätzliche Belastung.

Vor allem das Handeln der jeweiligen Zentralbanken (das Anwerfen der Gelddruck-Presse, die niedrigen Zinsen, das massive Aufkaufen von Staatsanleihen) hat den Karren in den Dreck gefahren. Denn dadurch stiegen die Staatschulden stark an.

Am Schluss sind wieder Sie der Dumme

Wetten, dass Sie als Steuerzahler und Sparer wieder einmal für all das geradestehen müssen? Deshalb sagen wir Ihnen immer wieder: Trauen Sie weder der Politik, noch den Banken. Gleich gar nicht den Mainstreammedien.

Bleiben Sie deshalb immer gut und ehrlich informiert. Denken Sie immer daran: Sie haben ein Recht auf die Wahrheit.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die deutsche Wirtschaft AG
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