Die Statistik prognostiziert ein spektakuläres Börsenjahr 2015

In einem negativ gestimmten Umfeld, wie wir es derzeit vorfinden, ist es stets schwierig, eine optimistische Haltung zu entwickeln. Das gilt natürlich umgekehrt genauso.

Ich erinnere mich noch gut an das Jahr 2007, als ich die Leser meines Börsendienstes Momentum-Trader „Gewinne mit Wachstumsaktien“ am 8. Juni warnte.

„Ich erwarte in den kommenden Tagen / Wochen einen nochmaligen Anstieg, bevor dann eine längere Korrekturphase beginnt. Dieses ‚Abwärts-Momentum‘ möchte ich für Sie – abweichend von der üblichen Strategie – ausnahmsweise durch den Kauf eines DAX 30-Puts ausnutzen. Das Potenzial reicht bis 7.200 Punkte, ohne dass der Langfristtrend beschädigt würde.“

Von einem Stand von 7.590 am 8. Juni kletterte der DAX 30 bis Mitte Juli 2007 auf ein langjähriges Top bei 8.151 Punkten. Am 17. August 2007 markierte der deutsche Leitindex bei 7.190 Punkten einen Tiefpunkt, der bis zum Jahresende 2007 gültig blieb.

Die Momentum-Trader-Leser verdienten mit dem DAX 30-Put übrigens seinerzeit +40,7% in nur 46 Tagen.

Positive Stimmung: Pessimismus unerwünscht

Damals vertrauten nicht viele Leser meiner pessimistischen Einschätzung. Der Grund: Von Mitte März bis zum 8. Juni 2007 war der DAX 30 um +24,3% von 6.444 auf 8.010 Punkte geklettert und notierte erstmals seit dem Jahr 2000 wieder in der Nähe seines Allzeithochs.

Die Börsenmedien feierten das mit geradezu euphorischen Prognosen. Analysten-Kursziele von 10.000 Punkten im DAX 30 bis Ende 2007 machten damals die Runde. In solch einem positiven Umfeld mag eben niemand pessimistische Einschätzungen hören oder lesen.

Schlechte Stimmung: Optimismus unerwünscht

Derzeit ist die Stimmung unter den Anlegern und Analysten bestenfalls „verhalten positiv“ zu nennen. Nach dem X-ten Scheitern des deutschen Leitindex an seiner 10.000er-Marke und dem missglückten Start in 2015 glaubt kaum jemand an ein überdurchschnittliches Abschneiden des DAX 30 in diesem Jahr.

Doch gerade dann, wenn die Erwartungen niedrig sind, ist das Potenzial meist besonders groß. Zwei wichtige Argumente für ein sehr gutes Börsenjahr 2015 hatte ich Ihnen in meinen Beiträgen der vergangenen Wochen bereits genannt:

Der niedrige Ölpreis, der letztlich wie ein weltweites gigantisches Konjunkturprogramm wirken wird. Gestern lieferte ich Ihnen mit der Euro-Abwertung ein weiteres Argument, von dem natürlich nur die Euro-Länder profitieren werden. Deutschland, als große Exportnation, wird hier gewiss voran schreiten.

Die Statistik lässt ein spektakuläres Börsenjahr 2015 erwarten

Heute nenne ich Ihnen ein weiteres Argument: die Statistik.

Auf „5“ lautende Jahrgänge sind nämlich die ertragreichsten jedes Jahrzehnts. Halten Sie sich fest: Der DAX erzielte seit 1960 in auf „5“ endenden Jahren im Schnitt (!) eine Jahresperformance von +25,8%. Hier die Einzelwerte: 1965: -11,7% / 1975: +40,2% / 1985: +66,4% / 1995: +7,0% / 2005: +27,1%.

dax 30-performance in den 5er-jahren 1985-1995-2005-07-01-2015

2015 wird super: DAX 30-Performance in Jahren, die auf 5 enden

Leider stehen mir in meiner Chart-Software nur die 3 abgebildeten Jahrgänge zur Verfügung.

Wie aussagekräftig indes die statistischen Daten sind, mögen Sie an den beiden hinter uns liegenden Jahren ablesen:

Auf 3 endende Jahre erbrachten im DAX 30 bis einschließlich 2003 ein durchschnittliches Plus von +19,63% (2013: +25,5%). In den Jahren, die auf 4 enden, gelang bis einschließlich 2004 im Mittel nur ein Zuwachs von mageren +4,07% (2014: +2,7%).

7. Januar 2015

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Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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