Die Stimmung der deutschen Maschinenbauer wird immer besser

Der Branchen-Verband VDMA hat die Jahresziele für den Maschinenbau angehoben. Der Auftrags-Eingang ist allein im Mai um 17% gestiegen. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Ende Juni hat der Branchen-Verband VDMA seine Jahresziele angehoben: Die Maschinen-Produktion werde um 3% steigen.

Im Oktober 2016 wurde noch ein Wachstum von 1% prognostiziert.

Branchen-Verband VDMA zeigt sich optimistisch

Der VDMA stützt seinen Optimismus auf 3 Entwicklungen:

  1. Schon in den ersten 4 Monaten wuchs die Produktion um 2,3%.
  2. Der Auftrags-Eingang ist in den ersten 5 Monaten aufgrund der hohen Nachfrage aus dem Ausland stärker gestiegen als erwartet, allein im Mai um 17%. Aber auch die deutschen Kunden sind angesichts gut ausgelasteter Kapazitäten optimistischer und geben ihre Investitions-Zurückhaltung auf.
  3. Das Asien-Geschäft zieht dank der Erholung in China wieder kräftig an. Die Maschinen-Exporte nach China sind bereits in den ersten 4 Monaten um 15% gestiegen.

Auch der Schweizer Branchen-Verband Swissmem ist positiv gestimmt:

Für eine nachhaltige Erholung im Maschinenbau sprechen die guten Konjunktur-Pprognosen in wichtigen Absatzmärkten und der wieder etwas schwächere Franken.

Der VDMA sieht aber auch Risiken, nicht nur wegen Großbritannien und den USA:

Nach einem Bericht der EU-Kommission sind die Länder mit den meisten Handels-Schranken allesamt auch G20-Staaten.

Protektionismus ist aber Gift für die Weltwirtschaft, denn er gefährdet Wachstum, Arbeitsplätze – und damit den Wohlstand.

In fast allen Segmenten geht es bergauf…

Unser Favorit Nr. 1 bleibt Hermle: Seit Jahren wächst der Konzern schneller als der Markt für Werkzeugmaschinen.

Die Bewertung ist zwar hoch, andererseits sucht die Profitabilität in der Branche ihresgleichen.

Unverändert gut sind daneben die Aussichten für Konzerne wie Georg Fischer, Dürr, KUKA und Rheinmetall, welche die Auto-Industrie ausrüsten.

Besonders der Vormarsch der E-Mobilität, die wachsende Nachfrage nach Robotern und die zunehmende Digitalisierung der Produktion werden auf lange Sicht für hohes Wachstum sorgen.

Nach erfolgreicher Diversifikation, aber auch in ihrer Nische als Zulieferer für die Druck-Industrie, bleiben Technotrans und Dr. Hönle ebenfalls auf profitablem Wachstumskurs.

…nur bei den Großanlagenbauern nicht

Großanlagenbauer verlieren dagegen an Boden: Es fehlt an Aufträgen für den Bau von Kraftwerken, Chemie-Anlagen, Hütten-, Walz- und Zementwerken.

Angesichts der niedrigen Öl- und Gas-Preise werden Investitionen verschoben. Betroffen sind in 1. Linie Sulzer und GEA.

Für eine Belebung könnte der Iran sorgen, denn dort ist der Investitions-Bedarf gewaltig. Viele Banken scheuen aber noch die Finanzierung notwendiger Projekte.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.