Baumaschinen-Branche: Die Stimmung hellt sich auf

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Viel Hoffnung liegt weiterhin auf Trump, der versprochen hat, ein Infrastruktur-Programm zu starten und die Steuern zu senken. (Foto: JPStock / Shutterstock.com)

Die Baumaschinen-Branche leidet unter der schwachen Nachfrage nach Maschinen für den Schienen-, Straßen- und Bergbau sowie der Ölwirtschaft.

Caterpillar als Stimmungs-Barometer

Doch die Stimmung hellt sich langsam auf. Als Barometer für die Stimmung im Sektor gilt Caterpillar, der mit seinen Quartalszahlen positiv überraschte.

Beobachter erhofften im CAT-Ergebnis ablesen zu können, ob sich die Aufbruch- Stimmung in Neuaufträgen für Baumaschinen niederschlägt.

Immerhin waren die Verkäufe bei CAT in den vergangenen 10 Quartalen rückläufig.

Trump hat bisher weder ein Infrastruktur-Programm noch eine Steuersenkung beschlossen.

Also handelt es sich bei den überraschenden Auftrags-Steigerungen im Kerngeschäft um eine Trump-Hoffnung. In der Kohle-Industrie gibt es tatsächlich eine kleine spürbare Belebung.

Bei SMT Scharf hat sich die Ende 2016 einsetzende Belebung der Auftrags- und Umsatzlage im 1. Quartal fortgesetzt.

So ist SMT Scharf mit einem hohen Auftrags-Bestand in das 2. Halbjahr gestartet.

Deere kauft zu und schmiedet Allianz mit Wacker Neuson

Der Landwirtschafts- und Baumaschinen-Hersteller Deere hat im 2. Quartal von einer leicht gestiegenen Nachfrage und einer Erholung der Landmaschinen-Verkäufe in Südamerika profitiert.

Der Umsatz stieg um 5% auf 8,29 Mrd. $. Davon wurden 7,26 Mrd. $ mit Maschinen erwirtschaftet. Der Gewinn lag um knapp 2/3 höher als im Vorjahr.

Jetzt will Deere seine Aktivitäten weiter streuen, sich unabhängiger von der Landwirtschaft machen und für 4,4 Mrd. € den deutschen Straßenbau-Spezialisten Wirtgen übernehmen.

Wirtgen ist der Marktführer bei Straßenbau-Fahrzeugen und -maschinen und erwirtschaftete im vergangenen Jahr 2,5 Mrd. € Umsatz.

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Der Konzern beschäftigt weltweit rund 7.500 Mitarbeiter und betreibt 5 Stammwerke in Deutschland.

Deere & Company und die Kramer-Werke, ein Unternehmen von Wacker Neuson, haben sich auf eine strategische Allianz geeinigt.

Diese betrifft den Vertrieb von Kompaktmaschinen für die Landwirtschaft unter der Marke Kramer. Ziel der Vereinbarung ist eine langfristige Partnerschaft zwischen beiden Firmen.

John Deere bietet keine vergleichbaren Maschinen an und wird seinem leistungsfähigen, unabhängigen Händlernetz daher Kramer für derartige Kompaktmaschinen als bevorzugten Lieferanten empfehlen.

Zunächst soll dies nur in Europa, später dann auch in den GUS-Staaten, in Nordafrika und im Mittleren Osten der Fall sein.

Überragende Entwicklung bei Flurförderzeugen und Lagertechnik

Das Weltmarkt-Volumen für Flurförderzeuge entwickelte sich im 1. Quartal 2017 sehr positiv und wuchs um 20%.

Treibende Kraft war die Nachfrage im chinesischen Markt, die um 46% zulegte. In Westeuropa legte das Marktvolumen um 11% zu.

Zum weltweiten Anstieg der Nachfrage im Produktbereich Lagertechnik um 18% trug neben Asien mit 41% auch Europa mit 15% bei. In Asien war China der wesentliche Treiber.

Jungheinrich profitiert

Diese Entwicklung ist günstig für Jungheinrich. Nach dem Erfolgsjahr 2016 verliefen die ersten 3 Monate des Jahres hervorragend:

Eine hohe Nachfrage nach Gabelstaplern und Lagertechnik hat die Geschäfte von Jungheinrich angetrieben.

Auftrags-Eingang, Umsatz und operatives Ergebnis wurden deutlich gesteigert. Jungheinrich blickt deshalb optimistisch auf das laufende Jahr.

Im Mittelpunkt stehen der Ausbau der Position im Kernmarkt Europa und die Expansion im Bereich Logistik-Systeme.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.