Die Stimmung ist gut im Spezialfahrzeugbau, wäre da nicht der Handelskonflikt

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Die Nachfrage nach Spezialfahrzeugen steigt wieder, lediglich der Handelskonflikt dämmt das Nachfragewachstum derzeit ein. (Foto: pio3 / Shutterstock.com)

Die Baumaschinenbranche hat die schwache Nachfrage nach Maschinen für den Schienen-, Straßen- und Bergbau sowie der Ölwirtschaft überwunden. Als Barometer für die Stimmung im Sektor gilt Caterpillar, der mit seinen Quartalszahlen positiv überraschte. Die Stimmung hätte besser nicht sein können, wäre da nicht der Handelskonflikt zwischen den USA und China.

Hintergrund ist neben dem Handelsbilanzdefizit der USA der Streit um Schutz geistigen Eigentums und erzwungene Technologietransfers in China. Doch dem auch in China präsenten Konzern macht der Handelskonflikt zu schaffen. Beispielsweise treffen Zölle auf Stahl- und Aluminium- Hersteller von Landtechnikprodukten, zu denen auch Caterpillar zählt.

In der Kohleindustrie geht es weiter aufwärts

Bei SMT Scharf hat sich die Belebung der Auftrags- und Umsatzlage im Auftaktquartal fortgesetzt. Im 1. Quartal 2019 konnte sowohl im Neuanlagen- als auch im Servicegeschäft der Umsatz gesteigert werden. Mit der Übernahme des kanadischen Bergbauspezialisten RDH Mining Equipment ist SMT Scharf noch breiter im Markt aufgestellt. Mit der hinzugewonnenen Batterie- und Elektrokompetenz von RDH kann SMT Scharf auch die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen bedienen. Im April wurde die Beteiligung an der ser elektronik erfolgreich abgeschlossen und damit das Portfolio um Kompetenzen im Bereich der Elektronik und Steuerung erweitert.

Rückgang bei Flurförderzeugen, solide Nachfrage nach Lagertechnik

Das Weltmarktvolumen für Flurförderzeuge ging im 1. Quartal 2019 um 3% zurück. Die deutlich über dem Vorjahr liegende Nachfrage in China konnte die stark rückläufigen Bestellungen in Nordamerika und das sinkende Marktvolumen in Europa nicht ausgleichen. Aufgrund der höheren Nachfrage nach lagertechnischen Geräten in China lag das globale Marktvolumen in diesem Segment in etwa auf Vorjahresniveau.

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Jungheinrich ist nach dem Erfolgsjahr 2018 auch im 1. Quartal mit deutlichen Zuwächsen ins Jahr gestartet. Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis legten kräftig zu, obwohl es im 1. Quartal rückläufige Tendenzen in einzelnen Regionen gegeben hatte. Jungheinrich blickt deshalb optimistisch auf 2019. Im Mittelpunkt stehen der Ausbau der Position im Kernmarkt Europa und die Expansion im Bereich Logistiksysteme.

Auch bei KION liefen die Geschäfte im 1. Quartal gut. Der Umsatz legte um 13% zu. Der Umsatz bei Trucks & Services erhöhte sich um 10,2%, wobei das Neufahrzeuggeschäft einen überproportionalen Anteil daran hatte.

MAN geht – Thor Industries kommt

Volkswagen hält mittels der Traton SE mit 94,36% die Mehrheit der Stammaktien an MAN. Ein Handel mit MAN-Aktien ist praktisch nicht mehr gegeben und ich stelle die Beobachtung der Aktie ein. Thor Industries entstand 1980 durch die Übernahme des Wohnwagenbauers Airstream durch Wade Thompson und Peter Orthwein. Mit der Übernahme der Erwin Hymer Group im Jahr 2019 wurde auch der europäische Markt erschlossen. Der langjährige Leser des Value-Telegramms wird sich vielleicht noch erinnern, dass ich die Hymer AG bis Juli 2012 in Beobachtung hatte. Erwin Hymer hatte Aktien aus dem Streubesitz aufgekauft und sein Unternehmen von der Börse genommen.

Durch Expansion und Akquisitionen entstand jetzt mit Thor Industries der weltgrößte Hersteller von Wohnwagen und Reisemobilen.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.