Die Telekommunikations-Branche kämpft mit strukturellen Problemen

Die Telekommunikations-Branche ist von vielen strukturellen Problemen geprägt: Der Markt stagniert. Dadurch ist der Wettbewerb äußerst hart. Die Lage ist angespannt.

Mit den ersten Flatrate-Angeboten fürs Telefon, Internet und Mobilfunk ist eine ruinöse Preisschlacht eingetreten, die jetzt kaum noch beherrschbar ist.

V. a. in Europa müssen die nationalen Parlamente tatenlos dabei zuschauen, wie ehemalige Staatskonzerne in die roten Zahlen schlittern.

Das europäische Beihilfen-Recht verbietet ein Eingreifen zugunsten nationaler Unternehmen.

Und Brüssel hat noch mehr auf Lager: Bis zum Sommer 2017 sollen die Roaming-Gebühren in ganz Europa abgeschafft werden.

Roaming-Gebühren sind die Gebühren, die anfallen, wenn man sein Handy im Ausland benutzt.

Für die großen Mobilfunk-Konzerne fällt damit ein wichtiger Bestandteil ihres Geschäftsmodells weg, denn Roaming-Gebühren sind schnell verdientes Geld und erzeugen praktisch keine Kosten.

Vodafone befürchtet Nachteile durch BrExit

Schon jetzt haben Telecom Italia und Orange S.A. mit ihrem operativen Geschäft zu kämpfen. Es fehlt an Innovationen. Der Markt ist homogen und gesättigt. Neue Kunden gibt es nicht mehr.

Wer wachsen möchte, muss letztendlich die Kunden der Konkurrenten abwerben. Das sorgt für dramatische Verwerfungen.

Auch die britische Vodafone ist in den letzten Monaten in Schwierigkeiten geraten. Durch enorm hohe Sonderbelastungen musste ein Fehlbetrag von rund 4 Mrd. £ ausgewiesen werden.

Zukünftig macht aber v. a. das BrExit-Votum dem Konzern zu schaffen.

Vodafone befürchtet den Anschluss an das restliche Europa zu verlieren und durch neue politische Regelungen im Konkurrenzkampf benachteiligt zu werden.

Unsere Favoriten: Drillisch …

Drillisch mit seiner mehr als 25-jährigen Erfahrung als Mobilfunk-Service-Provider (MSP) und Mobiler Virtual Network Operator (MVNO) schafft es mit seinen individuell auf die Wünsche der Kunden zugeschnittenen Mobilfunk-Dienstleistungen und -Produkten immer wieder, Rekord-Ergebnisse zu erzielen.

Der Bestand der MVNO-Kunden stieg um 25,6% auf 2,92 Mio. Teilnehmer. Die Übernahme von Yourfone, The Phone House und die 300 Shops von Telefónica werden die Gewinne weiter antreiben.

Drillisch hat im 2. Quartal den Umsatz um knapp 9% gesteigert. Dabei entwickelten sich die Umsätze mit Mobilfunk-Dienstleistungen deutlich besser mit einem Plus von knapp 1/3.

Der Verkauf von Smartphones und Tablets ging dagegen zurück.

… und United Internet

United Internet hat im 1. Halbjahr stark in neue Kunden-Beziehungen investiert. Dadurch stiegen die kostenpflichtigen Verträge um 490.000 auf 16,46 Mio. und der Umsatz um 7%.

Das operative Ergebnis legte um 25,2% zu. Das spricht für die Wachstums-Strategie des Vorstands.

Allerdings belasteten die noch nicht zahlungswirksamen Abschreibungen in Höhe von 255 Mio. € auf die Beteiligung an Rocket Internet den Gewinn um 1,25 € je Aktie. Das ist fast doppelt so hoch wie die für das Jahr 2015 ausgeschüttete Dividende.

Der Vorstandsvorsitzende versicherte jedoch, dass dies keine Auswirkungen auf die Dividenden-Politik hat, denn die Ausschüttung orientiert sich an den operativen Ergebnis-Kennzahlen – ohne Sonderfaktoren.

21. September 2016

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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