Die Top-Adresse in Deutschlands Autoindustrie

Autozulieferer haben bei manchen Anlegern ein schlechtes Image. Viele Investoren glauben noch immer, dass Autozulieferer zu stark von der Autoindustrie und deren Preissetzungsmacht abhängen. Doch das gilt nicht für innovative Unternehmen, die zudem auch andere Standbeine haben.

Ein Unternehmen, das auch heute noch als Autozulieferer gilt, obwohl weit mehr dahinter steckt, ist Leoni. Der international führende Lieferant von Drähten, Kabeln und kompletten Bordnetz-Systemen hat sich in den letzten 30 Jahren vom mittelständischen Betrieb zu einem global agierenden Konzern entwickelt.

Hauptabnehmer der Produkte sind die Auto-, Elektrogeräte-, Kommunikations- und Investitionsgüterindustrie. Der lukrative Bereich Bordnetz-Systeme steht für über 40% der Gesamterlöse.

Wachstumsprogramm soll Effizienz steigern

Im Geschäftsjahr 2014 hat Leoni abermals einen Umsatzrekord aufgestellt und dabei insbesondere außerhalb Europas zugelegt. Aufgrund einer hohen Nachfrage aus der Automobilindustrie und einer konjunkturellen Belebung in wichtigen Industriebranchen kletterte der Umsatz um 4,7% auf 4,1 Mrd €.

Wesentliche Stütze für den Bereich Draht & Kabel war das Geschäft mit der exportstarken deutschen Automobilindustrie. Auch die internationale Nutzfahrzeugindustrie hat vermehrt Kabelsätze nachgefragt; mit Scania als neuem Abnehmer zählt Leoni jetzt die führenden europäischen Lkw-Hersteller zu seinem Kundenstamm.

Erfreulich entwickelte sich außerdem das Geschäftsfeld Elektromobilität, das in den kommenden 3 Jahren rund ein Dutzend neue, alternativ angetriebene Fahrzeuge erstmals mit Hochvolt-Produkten beliefern wird.

Weiterhin ist es Leoni gelungen, von den 2 bedeutenden asiatischen Fahrzeugproduzenten Hyundai und Geely Erstaufträge zu gewinnen und damit die Wettbewerbsposition im weltweit größten Automobilmarkt auszubauen. Für das Segment Bordnetzsysteme soll ein neu aufgelegtes Wachstumsprogramm mittelfristig die Effizienz steigern.

Aktie ist attraktiv

Wegen außerplanmäßiger Sonderaufwendungen im operativen Geschäft konnte Leoni die Rendite nicht im ursprünglich erwarteten Maße verbessern. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg nur um 12% auf 182,5 Mio €. Unterm Strich erhöhte sich der Gewinn um 9%.

Das Unternehmen hat, seine Aktionäre mit einer auf 1,20 € erhöhten Dividende am Geschäftserfolg beteiligt. Angesichts der unverändert guten Perspektiven erhöhen wir die Timing-Einstufung und bewerten Leoni nun als einen der besten Titel der Branche. Das Unternehmen ist fest verzahnt in der starken deutschen Autoindustrie.

Weiterhin sorgt das Wachstumsprogramm für Impulse. Mit einer Dividendenrendite von 2,1 % ist Leoni zudem auch unter diesem Gesichtspunkt attraktiv. Das Unternehmen ist solide geführt und geht seit Jahren seinen Weg. Die Aktie ist eine der ganz heißen Alternativen in der deutschen Autoindustrie.

18. Juni 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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