Die Topgun-Aktie

Während Unternehmen wie Bombardier ihre Nische im Bereich der zivilen Luftfahrt suchen, gibt es für kleinere Flugzeugbauer eigentlich kaum eine Alternative zu Rüstungsaufträgen.

Hier ist Detailwissen gefragt. Ein Unternehmen, das seit vielen Jahren einen Namen in der Rüstungsindustrie hat, ist Lockheed Martin. Lockheed Martin gehört neben Boeing zu den weltweit größten Rüstungskonzernen. Hauptgeschäftsfelder sind die

Entwicklung von Raketen-, Flugabwehr- und Satellitensystemen sowie die Produktion von Kampfjets und Transportflugzeugen (F-16, F-22, F-35, C-130S). Die US-Regierung und die US-Armee sind mit einem Umsatzanteil von 82% die bedeutendsten Vertragspartner des Konzerns. Ein zweites Standbein wurde im Energiegeschäft aufgebaut.

Abhängigkeit vom US-Rüstungsetat

Lockheed Martin bleibt einer der profitabelsten Rüstungskonzerne der Welt. Selbst bei stagnierenden Umsätzen konnten die Gewinne pro Aktie auf 8,45 $ gesteigert werden. Das gelang jedoch nur, weil gleichzeitig ein Aktienrückkaufprogramm lief.

Der Nettogewinn ging als direkte Folge des Umsatzrückgangs leicht um 1,5% auf 2,7 Mrd $ zurück. Derzeit generiert Lockheed Martin mehr als vier Fünftel des Umsatzes aus Aufträgen der US-Regierung. Somit sind die Erträge direkt vom Rüstungsetat der Supermacht abhängig.

Doch auch andere Staaten bestellen bei den technologisch führenden Amerikanern. So konnte Indien als mittlerweile 15. Kunde für ein spezielles Nachtsicht- und Zielsystem, das unter anderem im Kampfhubschrauber Apache eingesetzt wird, gewonnen werden.

Der 108 Mio $ schwere Kontrakt könnte der Auftakt einer lukrativen Zusammenarbeit sein. Die indische Armee hat noch lange nicht das technische Niveau der westlichen Militärstreitkräfte erreicht.

Gleichzeitig befinden sich im Norden mit der Atommacht Pakistan und Afghanistan Krisengebiete, auf die Indien mit einer eigenen starken Militärpräsenz einwirken möchte. Erst im Dezember konnte ein weiterer Großauftrag verkündet werden.

Lockheed Martin liefert Patriot-Abwehrraketen im Gesamtwert von 1,1 Mrd $ an die Streitkräfte der USA, Saudi-Arabiens, Katars und Südkoreas. Damit stehen dann 9 Staaten unter dem Patriot- Schutzschirm. Trotz der hohen Abhängigkeit vom US-Rüstungsetat erwarten wir in den kommenden 6 bis 12 Monaten eine überdurchschnittliche Kursentwicklung.

Wachstum und Dividende

Lockheed glänzt vor allem mit seinen herausragenden Produkten. Auch wenn es zynisch klingt: Aber die Technologie aus dem Hause Lockheed Martin hat sich bewährt. Eine Supermacht wie die USA wird ihren Militärhaushalt auch auf absehbare Zeit nicht radikal kürzen.

Im Gegenteil: Der Trend zu unbemannten Flugzeugen könnte mitte- und langfristig sogar ein Wachstumstreiber sein. Da bei der Aktie auch noch eine Dividendenrendite von 2,8% dazu kommt, können sich interessierte Anleger die Aktie ohne Scheu ins Depot legen!

11. Februar 2016

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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