Die Trennung: Verrücktes Muster bei DAX und EUR/USD

Hand in Hand dem Sonnenuntergang entgehen – so sah das Bild von DAX und EUR/USD mit Blick auf die vergangenen 6 Monate aus – bis jetzt… (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Hand in Hand dem Sonnenuntergang entgehen – so sah das Bild von DAX und EUR/USD mit Blick auf die vergangenen 6 Monate aus.

Beide Indizes sind nahezu identisch verlaufen – und zwar gestiegen. Das alles lief absolut harmonisch – bis kurz vor Ende Juni: Dann kam der Schnitt.

DAX trennt sich und stürzt ab

Wie bei richtigen Pärchen, geht einer besser aus der Trennung hervor. Wem geht es in unserem Fall besser?

Der EUR/USD stürmt weiter nach oben, wie nach einem Befreiungsschlag. Er hat die Trennung gut verkraftet. Die vorherige Seitwärts-Phase beider Indizes endet mit dem Split.

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Im Tages-Chart-Vergleich sehen Sie deutlich den Gleichschritt bis zur Seitwärts-Phase. Diese beginnt Mitte Mai und verläuft bis zur Trennung.

Danach gibt der DAX konstant nach. Das ist der Abwärtstrend, in dem wir uns gerade befinden.

Der EUR/USD geht gestärkt aus der Beziehung hervor und steigert seine Kursgewinne auf 6-Monats-Sicht auf über 11%.

Der DAX steht heute dagegen in etwa dort, wo er vor 1/2 Jahr war. Das ist alles andere als überzeugend.

Der Sommer läuft natürlich selten brillant, aber der Rücksetzer auf das Niveau von Frühling ist schon mehr als herb.

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Langfristig gesehen, ist die Beziehung der beiden Indizes übrigens genau so:

Mal laufen die beiden parallel, dann gehen sie wieder getrennte Wege. Und dann gibt es logischerweise auch noch die Phase, in der jeder macht, was er will.

Das war speziell 2015 – 2017 die meiste Zeit der Fall. Das Währungs-Paar war in der Seitwärtsp-Phase gefangen und der DAX schwankte relativ stark.

EUR/USD mit großem Potential

Dank des wiedererstarkten Euros – oder des seit Januar schwächelnden US-Dollars – ist der Weg frei; frei für neue Hochs im EUR/USD.

Denn das Währungs-Paar hat die Seitwärts-Phase verlassen. Zugegeben, Sie müssen ein bisschen herauszoomen, um diese Phase zu erkennen.

Denn von 2015 bis Sommer 2017 bewegte sich der EUR/USD immer zwischen 1,04 und 1,14.

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Im Wochenchart erkennen Sie, das dieser Bann jetzt gebrochen ist. Neue Hochs sind also nicht ausgeschlossen. Im Chart klafft ein riesiges Loch nach oben.

Das Währungs-Paar hat immens viel Platz, um weitere Kursgewinne zu erzielen. Dass vergangene Woche eine rote Kerze abgebildet wurde, spricht nicht gegen die Theorie.

Die Kurse müssen nur über 1,14 bleiben, dann wir könnten bald die 1,20 sehen – und die gab es zuletzt Weihnachten 2014!


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.