Infineon: Die Übernahme-Welle rollt weiter und dieser DAX-Wert ist mittendrin

Nach dem missglückten Wochenstart konnte sich der deutsche Leitindex DAX heute stabilisieren.

Bis in den Nachmittag hinein notierte er ganz leicht im Plus. Weit oben stand dabei auch Infineon mit einem Zugewinn von zeitweise über 2%.

Ohnehin läuft es für das Papier des Halbleiter-Herstellers in diesem Jahr hervorragend; seit Februar kennt die Infineon-Aktie beinahe nur eine Richtung: nach oben!

Seit ihrem damaligen Jahrestief bei 10,47 € konnte sie um gut 40% an Wert zulegen.

Heute profitierte sie von der Nachricht einer weiteren Fusion in der Chip-Industrie, die direkt für neue Übernahme-Fantasien in der Branche sorgte.

Demnach kauft das japanische Unternehmen Renesas den US-Chip-Hersteller Intersil.

Chip-Konzerne wollen mitverdienen

Die Japaner lassen sich den Deal insgesamt 3 Mrd. Dollar kosten – sie bieten für Intersil 22,50 Dollar je Aktie. Die US-Amerikaner gehören zu den führenden Anbietern im Autochip-Geschäft.

U. a. haben sie begehrte Halbleiter für die Autobranche im Programm: z. B. Chips zur Steuerung von Batterien in elektrischen und hybrid angetriebenen Fahrzeugen.

Bereits heute erzielt Renesas fast die Hälfte seines Umsatzes im Autogeschäft. Zum Vergleich: Auch Infineon kommt schon auf eine Quote von gut 40% – und die Tendenz ist weiter steigend.

Schließlich wollen die Chip-Konzerne an der zunehmenden Digitalisierung und Elektrifizierung des Autos mitverdienen. An Renesas ist zu knapp 70% ein staatlich kontrollierter japanischer Fonds beteiligt.

In den vergangenen Monaten hatte der Konzern unter dem neuen Chef Bunsei Kure einen harten Sanierungskurs gefahren, Fabriken geschlossen, Stellen abgebaut und sich noch stärker auf das Autogeschäft ausgerichtet.

Solide Quartalszahlen

Auch Infineon will weitere Marktanteile in der Automobil-Branche gewinnen. Erst kürzlich übernahm das Unternehmen Wolfspeed – einen US-Anbieter u. a. für Ladechips in Autos.

Insgesamt sieht sich Infineon für das laufende Jahr gut aufgestellt. Dabei lief das vergangene Quartal schwächer als erwartet.

So stieg der Umsatz zwischen April und Juni im Vergleich zum Vorquartal lediglich um 1% auf 1,63 Mrd. €.

Das Segment-Ergebnis verbesserte sich zwar um 11% auf 254 Mio. €, doch Branchen-Experten hatten auch hier mit mehr gerechnet.

Infineon-Chef Reinhard Ploss sieht sich aber auf Kurs und rechnet weiterhin mit einem jährlichen Umsatzplus von durchschnittlich 8%.

Sie sehen: Infineon ist solide unterwegs. Und die ständigen Übernahmen in der Branche sorgen für eine wertvolle zusätzliche Kurs-Unterstützung.

13. September 2016

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Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.

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