Die Ukraine-Krise: Wie die Schwarzmeermetropole Odessa stirbt

Wir haben Ihnen bereits konkrete Eindrücke einer Reise in die Schwarzmeer-Metropole Odessa vermittelt.

Sie wissen auch, dass die Ukraine erst vor Kurzem mit einem Schuldenschnitt und neuen Krediten einer Staatspleite entging. Und dennoch erneut davorsteht.

Der Ausverkauf und der langsame Zerfall der Ukraine

Der Ausverkauf des Landes hat längst schon begonnen.

So sollen 1.200 Betriebe aus den Bereichen chemische Industrie, Bergbau, Maschinenbau, Transportwesen, Baugewerbe, Finanzwesen sowie Land- und Energiewirtschaft privatisiert und dann verscherbelt werden.

Für wenig Geld. Überwiegend an die Amerikaner. Das Land zerfällt langsam. Die Menschen haben keine Hoffnung mehr.

Am Beispiel von Odessa kann man diesen Zerfall genau beobachten.

Beispiel Odessa

Es wurde bereits aufgezeigt, dass der extreme Nationalismus wieder Einzug in das Land gehalten hat. Und dass die Terrorgefahr auch in Odessa zunimmt.

Doch das ist nur die Spitze des Eisberges. Das wirtschaftliche Leid muss die Bevölkerung tragen.

Die Renten-Tragödie

Wie mehrfach berichtet wurde, bekommt ein Rentner umgerechnet durchschnittlich rund 50 € Rente. 50 €, das müssen Sie sich einmal vorstellen!

Aufgrund des Verfalls der heimischen Währung, der Gina, sind die Renten somit nichts mehr wert.

Exorbitante Preise

Hinzukommt, dass die Preise drastisch gestiegen sind. Beispielsweise die von Benzin seit letztem Jahr um das 3-fache, wie ein Taxifahrer erklärte. Ebenso die Energiepreise.

Die Preise in den Supermärkten sind für die Einheimischen exorbitant hoch, wie man dort selbst feststellen kann.

Keine Zukunft für die Jugend

Die Jugend hat in Odessa keine Zukunft mehr. Sie betäubt sich mit Partys, Alkohol und Drogen.

Die jungen Leute sind zerrissen zwischen der EU-/USA-dominierten Regierung unter Petro Poroschenko und den Russland zugewandten Separatisten.

Und damit völlig orientierungslos. Jeder schaut nur noch nach sich selbst, überlebt mit mehreren Jobs – viele davon illegal und inoffiziell. Um Ausbildung und Studium wird sich bei Weitem nicht mehr so gekümmert, wie noch Jahre zuvor.

„Warum auch?“,  berichtete diesbezüglich ein junger Mann.

„Wir haben keine Ahnung, wohin die politische Reise geht. Wir kämpfen ums Überleben, da interessiert uns kein Studium. Schaut nach Donezk, Lugansk oder andere Bürgerkriegs-Höllen und ihr wisst, was ich meine.“

Kriegsdienstverweigerer auf dem Vormarsch

Gleich gar keiner, den man dort treffen kann, möchte für die ukrainische Regierung gegen die Brüder und Schwestern im Osten in den Kampf ziehen.

So verweigern sich immer mehr den Rekrutierungs-Anstrengungen der Armee – und werden deshalb zu Hause oder am Arbeitsplatz aufgesucht oder abgefangen, um sie gleich von dort mitzunehmen in den Krieg.

Der, der es sich leisten kann, kauft sich frei. Wissen Sie, was es kostet, seinen Kopf nicht hinhalten zu müssen? – 3.000 US-Dollar…

Ein Land im Ausnahmezustand

Die Ukraine ist heruntergewirtschaftet und korrumpiert in höchstem Maße. Jetzt kaufen die Ausländer noch schnell die Rosinen auf – allen voran die USA.

Dann wird die Ukraine vollkommen im Chaos versinken. Danke, Merkel & Co.! Danke, Obama!

Ein neuer Maidan?

Junge Leute sprechen dort immer wieder davon, dass es einen neuen Aufstand geben würde, einen neuen Maidan.

Doch das wird die Regierung nicht so ohne Weiteres zulassen, jeden Ansatz dazu im Keime ersticken – mit aller Macht und mit aller Härte.

Die Ukraine auf dem Weg zum nationalistischen Polizeistaat

Die Ukraine ist auf dem besten Weg zu einem nationalistischen Polizeistaat; finanziert von den USA und der EU – und damit von den Steuergeldern dieser Länder.

Die Menschen sprechen über Politik in Bars, Restaurants, im Büro, auf der Straße nur noch leise oder mit vorgehaltener Hand – selbst zu Hause. Denn Regierungskritik wird hart bestraft.

Als Ausländer unerwünscht und geneppt

Ausländer, im Speziellen Deutsche, sind mittlerweile mehr oder minder unerwünscht. Das kann man am eigenen Leib erfahren.

Hier einige Beispiele:

Bedient wird man als Englisch Sprechender in Cafés und Restaurants nur widerwillig – oftmals gar nicht, zumeist völlig ignoriert.

In verschiedenen Lokalen gibt es Speisekarten für Einheimische und solche für Ausländer. Outet man sich also als ein solcher, bekommt man jene, auf der Speisen und Getränke fast doppelt so teuer sind.

In einem Museum zu Leo Tolstoi muss man als Ausländer das 2,5-fache Eintrittsgeld gegenüber einem Einheimischen bezahlen – unglaublich, aber wahr!

Ein Sturm braut sich zusammen

So also geht die Ukraine mit ihren Gästen, ihren Touristen um, die doch eigentlich Devisen ins Land bringen.

Die Schöne am Schwarzen Meer hat ihr freundliches Gesicht verloren. Vielmehr ist es zu einer Fratze verkommen, die Ungutes erahnen lässt. Ein Sturm braut sich zusammen…

Seien Sie immer auf der Hut

Am Beispiel der Ukraine können Sie ersehen, wie schnell ein Staat ausverkauft wird, in fremde Hände fällt, nationalistisch und fremdenfeindlich wird – wie ein Volk geknechtet wird und zunehmend verarmt.

7. September 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Guido Grandt. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt