Ströer: Die Werbung der Zukunft

Ohne Werbung keine Kunden – Ströer ist Experte, wenn es darum geht, Geschäfte anzubahnen. Hier alles Aktuelle zum deutschen Konzern: (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Wer seine Produkte oder Dienstleistungen an den Kunden bringen will, der muss Werbung machen.

Heutzutage kann man sogar online räumlich begrenzt um Kunden werben; beispielsweise das Fitnessstudio um die Ecke oder der neu eröffnete Italiener am Platz.

Nicht selten bekommen wir heute Werbung von lokalen Anbietern direkt um die Ecke geboten.

Doch der Großteil des Werbemarkts spielt sich noch immer im  wahren Leben ab: Schaufenster und Leuchtreklamen machen Kunden aufmerksam.

Besonders in Städten bieten Bahnhöfe, Haltestellen und der gesamte ÖPNV Raum für die Suche nach Kunden.

Was hinter Ströer steckt

Firmen wie Ströer lassen die Grenzen zwischen Online und Offline zunehmend verschwimmen. So antiquiert, wie es scheint, ist „Plakat-Werbung“ nämlich schon lange nicht mehr.

Ströer Media SE ist ein international tätiger Marketing-Konzern und der größte Anbieter für Out-of-home-Medien in Deutschland.

Mit der Übernahme verschiedener Online-Portale wie t-online.de, wetter.info oder wanted.de hat sich der Medien-Konzern einen 2. Geschäftsbereich im digitalen Marketing aufgebaut.

Ströer hat sich im 1. Halbjahr solide entwickelt; trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stieg der Umsatz um 18,9% auf 597 Mio. €.

Der Gewinn verbesserte sich dabei um mehr als 1/4 auf 0,59 € pro Aktie. Allerdings sind die Zahlen im Vorjahr eher schlecht ausgefallen, weshalb eine Verbesserung absehbar war.

Ströer-Aktie: Markteintritt von Google sorgt für VerunsicherungStröer-Aktie: Googles Markteintritt bei Außenwerbung sorgt für Unsicherheit. Spekulationen noch nicht bestätigt. Lukratives Geschäft in Gefahr? › mehr lesen

Was ist los in der Türkei?

Insgesamt ist die operative Geschäfts-Entwicklung von ernstzunehmenden Risiken geprägt. Die politischen Unruhen in der Türkei sind dabei besonders dramatisch.

Die Türkei stellt für Ströer den zweitwichtigsten Absatzmarkt dar – direkt hinter Deutschland.

Die politischen Entwicklungen sind dort kaum noch vorhersehbar. Die Geschäfte laufen nicht mehr.

Die Türkei ist aus 2 Gründen zu einem wirtschaftlichen Risiko geworden.

  1. Zum einen ist der türkische Werbemarkt durch die Politik erheblich unter Druck geraten.
  2. Andererseits ist die Türkische Lira im Verhältnis zum Euro gegenüber dem Vorjahr nochmals deutlich gefallen.

Da Ströer in Euro bilanziert, wirken sich die Wechselkurs-Effekte negativ auf die Ergebnisse aus.

Warum Sie noch warten sollten

Ströer hat deshalb die Reißleine gezogen und sich von den unprofitablen Geschäften in der Türkei getrennt. Betroffen war v. a. ein großer Vermarktungs-Vertrag mit der Stadt Istanbul.

In Deutschland liefen die Geschäfte dagegen gut. Allerdings hat Ströer hier insbesondere mit der Digitalisierung zu kämpfen – der Markt verändert sich.

Ähnlich herausfordernd ist der polnische Werbemarkt.

Am Unternehmen gefällt uns die solide Auftragslage. Dennoch könnte selbst Ströer der digitale Wandel zu schaffen machen. Warten Sie bei dieser Aktie also besser noch ab!


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.