Die westliche Gesellschaftsform kann zerstört werden

In diesem realistischen EU-Untergangsszenario gehen wir auf das Versagen der EZB und den möglichen Weg in eine Inflation ein. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

In gewohnter Weise zeigen wir Ihnen hier schonungslos die Fakten eines möglichen EU-Untergangs- und Euro-Crash-Szenarien und dessen Folgen für Europa, Deutschland und jeden Einzelnen von uns auf.

Realistische Planspiele

Alle Informationen beziehen sich auf Planspiele aus Politik, von Militär, Geheimdiensten, Wirtschaftsunternehmen, Versicherungen und Banken, die schon längst vorliegen.

Oder sich an Sachverhalten aus Krisen und Hyperinflationen in der Vergangenheit sowie damaligen Augenzeugen orientieren.

Was Sie bisher über ein mögliches Szenario und die Gründe für einen Euro-Crash und EU-Untergang wissen:

  1. Die Wirtschaft in den Krisenstaaten Südeuropas kommt trotz der Hunderte von Milliarden Rettungs-Hilfen, für die Deutschland mehrheitlich haftet, nicht in Schwung.
  2. Wachstum und Konjunktur liegen weiter am Boden. Alle Sparmaßnahmen und Wirtschaftsreformen reichen nicht aus, eine tragbare Schuldensituation zu schaffen und für Wettbewerbsfähigkeit und Wachstums zu sorgen.
  3. Sparzwänge erreichen genau das Gegenteil und führen in den EU-Krisenländern zu erheblichem Wohlstandsverlust und sozialen Unruhen. Die Linken sprechen von einem sozialen Angriff auf das Volk. Und von noch viel mehr.

Die Finanzaristokratie

Peter Schwarz erklärte auf der World Socialist Web Site, die vom Internationalen Komitee der Vierten Internationale (IKVI) herausgegeben wird:

„Es ist eine unersättliche Finanzaristokratie entstanden, die im Namen der ‚Rettung des Euro’ einen hemmungslosen Raubzug gegen alle sozialen Errungenschaften führt, die sich die Arbeiterbewegung in den vergangenen 65 Jahren erkämpft hat. Politik und Medien liegen ihr dabei zu Füßen.“

Außerdem werden in diesem aufgezeigten Szenario die Löhne und Preise in einem deflationären Prozess nicht gesenkt, sondern lediglich die Löhne gekürzt und die Preise angehoben.

Das hat die Wettbewerbsfähigkeit noch mehr gemindert statt wieder hergestellt oder gar gesteigert.

Der Weg in die Inflation

Weiterhin wurde mit der Ratifizierung des ESM im Jahr 2012 der Weg in die Inflation geradezu vorgezeichnet: In einem fast schon historischen Experiment hat die EZB die Zentralbank-Geldmenge immens vermehrt und damit faktisch eine Kreditschöpfung aus dem Nichts geschaffen.

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Eine solche spricht gegen jede Geldwertstabilität, zu deren Erhaltung sich die EZB eigentlich verpflichtet hat.

Durch den Aufkauf kurzfristiger Anleihen von maroden Staaten und deren schlechten Banken in unbegrenzter Höhe explodieren die Zinsen. Und die durch keinerlei Sachwerte gedeckte Geldmenge geradezu.

Hinzukommt, dass die einzelnen Geldinstitute die verzinslichen Termineinlagen von der Zentralbank nicht in dem Maße aufkaufen, wie das Geld in das Währungssystem hineinkommt.

Das Versagen der EZB

Banken versuchen durch die Vergabe von Krediten (mit Zinsen praktisch zum Nulltarif) die Konjunktur wieder anzukurbeln.

Doch einige Güter werden knapp, während die Nachfrage danach unvermindert steigt und damit auch die Preise.

So schafft es die EZB mit den ihr zur Verfügung stehenden Instrumenten nicht, die in den Wirtschaftskreislauf gepumpte Geldmenge schnell wieder aus dem Markt herauszunehmen.

Wenn das Schreckgespenst der Inflation wieder auflebt

Auch die einzelnen Staatsschuldner können ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen. Damit die Gläubiger keine Verluste erleiden, wird immer mehr Geld gedruckt und in Umlauf gebracht.

Für einen Schuldenschnitt der einzelnen Krisenländer ist es bereits zu spät. Hinzukommen die höheren Inflationserwartungen der Menschen.

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass gerade sie Einfluss darauf haben, wie hoch die Inflation am Ende tatsächlich ausfällt.


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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.