Die wichtigsten Aktienkennzahlen Teil 2

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Lernen Sie in diesem Artikel die beiden wichtigen Kennziffern Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV) und Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) kennen. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Sie haben am Montag im ersten Teil meiner kleinen Schlussgong-Serie mit den wichtigsten Aktienkennzahlen für das erfolgreiche Studium der 2019er-Geschäftsberichte das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) kennengelernt und erfahren, dass diese Kennzahl zwar wichtig, aber nicht unumstritten ist und warum sie nicht unumstritten ist.

Ein objektiveres Bild von der Finanzkraft eines Unternehmens als das Kurs-Gewinn-Verhältnis bietet Ihnen der Cashflow. Das ist der Nettozugang an liquiden (flüssigen) Mitteln während einer festgelegten Periode; also zum Beispiel in einem Geschäftsjahr.

So berechnen Sie Cashflow und KCV

Sie können den Cashflow berechnen, indem Sie zu dem um außerordentliche Faktoren bereinigten Jahresüberschuss die Abschreibungen auf das Anlagevermögen sowie Veränderungen der langfristigen Rückstellungen addieren.

Wie beim KGV gilt: Je niedriger das KCV, desto günstiger ist die Aktie bewertet (wobei stets mehrere Kennzahlen miteinander verglichen werden sollten). Besonders hellhörig sollten Sie werden, wenn KGV und KCV weit auseinander liegen oder sich in einer Periode unterschiedlich entwickelt haben.

Das KCV kann auch angewendet werden, wenn beim KGV wegen eines Verlustausweises keine sinnvolle Aussage möglich ist.

Außerdem ist das KCV weniger anfällig für bilanztechnische Manipulationen, denn der Cashflow wird nicht von bilanzpolitischen Maßnahmen (z.B. Bildung und Auflösung stiller Reserven) beeinflusst.

Allerdings ist der Cashflow auf Grund von Stichtagsbetrachtungen des Umlaufvermögens und Investitionszyklen wesentlich stärkeren Schwankungen unterworfen als der Gewinn. Daher eignet er sich nicht dazu, das Ergebnis eines einzelnen Geschäftsjahres zu bewerten.  Vielmehr muss er über mehrere Jahre hinweg ermittelt und betrachtet werden.

PEG: Eine Erweiterung des KGV

Eine Erweiterung des KGVs ist das Price-Earnings to Growth-Ratio (PEG). Die Kennzahl setzt das KGV in Relation zum erwarteten Gewinnwachstum.

Als Faustformel gilt: Das PEG ist günstig, wenn das KGV maximal so hoch ist wie das erwartete Gewinnwachstum. Sind KGV und Gewinnwachstum identisch, liegt das PEG bei 1. Bei einem PEG kleiner 1 gilt die Aktie als unterbewertet.

Ist das PEG größer als 1, ist das ein Hinweis auf eine Überbewertung der Aktie. Allerdings sollte man das PEG eines Unternehmens unbedingt mit dem Branchendurchschnitt vergleichen.

Beachten Sie aber, dass sich das zukünftige Gewinnwachstum nicht immer aus den Zahlen der Vergangenheit herleiten lässt. Das gilt vor allem für zyklische Branchen. Speziell bei jungen Unternehmen kann der Gewinn negativ sein, sodass KGV und PEG keine sinnvolle Aussage zulassen.

KUV: Umsatz in Relation zum Aktienkurs

Erwirtschaftet ein junges Unternehmen noch Verluste, empfiehlt es sich, das Kurs-Umsatz-Verhältnis zu betrachten. Es setzt den aktuellen Börsenwert der Aktie ins Verhältnis zu dessen Umsatz. Grundsätzlich gilt: Je niedriger das KUV, desto preiswerter die Aktie.

Beachten Sie, dass das KUV unabhängig vom Gewinn ermittelt wird. Es kann bei jungen Unternehmen und Unternehmen mit zyklisch schwankender Umsatzrendite ein geeigneteres Instrument sein als das Kurs- Gewinn-Verhältnis.

Mein Praxistipp: Betrachten Sie bei der Bewertung einer Aktie stets mehrere Kennzahlen. Kombinieren Sie z.B. das KGV mit dem PEG und dem KCV.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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