Die wichtigsten Aktienkennzahlen Teil 3

Mann Aktien – Phongphan – shutterstock_574318042

Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV), das Sie in diesem Beitrag kennenlernen, kann Sie auf die Spur echter Aktien-Schnäppchen führen. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Die ersten börsennotierten Unternehmen haben ihre Zahlen für das Geschäftsjahr 2019 veröffentlicht. Damit Sie die Ergebnisse besser einordnen können, stelle ich Ihnen heute im Schlussgong weitere wichtige Bewertungskennzahlen vor.

Nach dem KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) am Montag, dem KCV (Kurs-Cashflow-Verhältnis), PEG (Price-Earnings to Growth-Ratio) und KUV (Kurs-Umsatz-Verhältnis) am Mittwoch, lernen Sie heute im dritten Teil der kleinen Schlussgong-Serie das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) kennen und erfahren, wie Sie die Dividendenrendite berechnen.

KBV = Kurs-Buchwert-Verhältnis

Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) gibt an, wie das Eigenkapital eines Unternehmens an der Börse bewertet wird. Besonders interessant sind Unternehmen, die ein KBV von unter 1 besitzen. Bei diesen Unternehmen ist der Substanzwert höher als der Börsenwert.

Erzielt das Unternehmen zusätzlich Gewinne und hat auch ansonsten positive Aussichten, deutet ein KBV von unter 1 auf eine deutliche Unterbewertung hin. Schreibt das Unternehmen hingegen Verluste, kann ein Abschlag auf den Buchwert gerechtfertigt sein.

Beachten Sie: Das KBV berücksichtigt nur den Buchwert, der in der Bilanz ausgewiesen ist. Mögliche stille Reserven sowie stille Lasten werden nicht berücksichtigt. Insbesondere bei Immobilien- und Beteiligungsgesellschaften gibt das KBV daher häufig einen verfälschten Wert wieder. Auch hier gilt: Beachten Sie immer mehrere Kennzahlen gleichzeitig!

Abschließend der Hinweis, wie Sie diese Kennzahl berechnen:

Speziell im Frühjahr gewinnt die Dividendenrendite an Bedeutung. Der Grund: In den Monaten April und Mai finden die meisten Hauptversammlungen statt. Einen Tag nach der Hauptversammlung wird dann in der Regel die festgelegte Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet.

Die Dividende wird jedoch von vielen Anlegern unterschätzt. Langfristige Studien haben gezeigt, dass Sie mit Aktien Durchschnittsrenditen von 8 bis 10% erreichen können. Kursgewinne sind aber nur ein Bestandteil davon. Rund die Hälfte des Zuwachses ist den Dividenden zu verdanken. Liefert ein Unternehmen regelmäßig Dividendenrenditen von 4 bis 5%, haben Sie 50% des Potenzials schon erreicht.

So berechnen Sie die Dividendenrendite

Beim deutschen Leitindex DAX liegt die durchschnittliche Dividendenrendite gewöhnlich bei 2,5 bis 3,5%. Bei der Berechnung dieser Kennzahl gibt es jedoch ein methodisches Problem, das nicht immer befriedigend gelöst werden kann: Berücksichtigt man die zuletzt gezahlte Dividende oder die erwartete Dividende? Die erste Methode hat den Vorteil, dass die Zahlen dann gesichert sind.

Der Nachteil liegt auf der Hand: Aus der alten Dividende lässt sich nicht unbedingt auf die zukünftige Dividende schließen. Wählt man die erwartete Dividenden-Ausschüttung, muss man immer damit rechnen, dass die erwartete von der tatsächlichen Ausschüttungshöhe abweicht.

Die veröffentlichten Dividendenrenditen beziehen sich in der Regel auf den aktuellen Aktienkurs und die Dividende, die das Unternehmen zuletzt an die Aktionäre ausgezahlt hat. Hat ein Investor die Aktie günstiger als zum aktuellen Kurs gekauft, erhöht sich also seine persönliche Dividendenrendite und umgekehrt.

Hand Graph Business – shutterstock_304617983

Anlagestrategien: Fundamentalanalyse vs. quantitative AuswahlWorin liegt eigentlich der Unterschied zwischen Fundamentalanalyse und quantitativer Auswahl? Das erfahren Sie hier. › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Rolf Morrien. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz