Die wichtigsten Charts zum Wochenende

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DAX gewinnt an Stärke, aber überzeugt noch nicht vollends. NASDAQ-100 steht vor wichtiger Hürde und Gold sagt uns, es droht kein Krieg wegen Syrien. (Foto: Africa Studio / shutterstock.com)

Nach einer Woche mit viel Säbelrasseln und Einladungen zum Krieg per Twitter sind die Börsen stabil. Beginnen wir gleich mit dem DAX, dem es besser fast nicht gehen könnte.

Die 50-Tagelinie haben wir hier nach einem kleinen Rückfall vorerst hinter uns gelassen. Nächstes Ziel: 200-Tagelinie und davor die 12.601 Punkte. Fallen auch diese beiden Hürden, dürfen sich die Anleger wieder über einen Aufwärtstrend freuen. Ansonsten war das nur ein kleiner Schluckauf in der weiter anhaltenden Seitwärtsphase. Allein der heutige Freitag produziert wieder einen Doji, also eine Kerze mit winzigem Körper. Das strahlt Unsicherheit aus.

Denn noch ist nicht alles in Butter. Wir notieren zwar so hoch wie lange schon nicht mehr, aber nur weil wir jetzt Kurse vom Februar aufweisen können, bedeutet das noch nicht den Startschuss für die nächste Rallye. Lassen Sie die Kurse über die 12.601 Punkte und die 200-Tagelinie steigen, bevor Sie hier mitspielen. Sonst ist die Gefahr zu groß, dass wir nächste Woche wieder fallende Kurse sehen.

NASDAQ-100 vor der Entscheidung

Wie die nächsten Handelstage verlaufen werden, entscheidet sicherlich auch der NASDAQ-100. Wir sehen den langfristigen Aufwärtstrend intakt. Seit Sommer 2016 läuft dieser bereits und auch wenn die Kurse kürzlich noch einmal getestet haben, wo diese Trendlinie genau verläuft, konnten die Anleger den Technologieindex weiter stärken. Hier sehen Sie, wie lange der momentane Trend schon verläuft. Achten Sie dabei auf die blaue und grüne Tageslinien.

Sobald die blaue 50-Tagelinie die 200-Tagelinie nach oben durchkreuzte, begann der Boom. Seitdem verlaufen die Kurse des NASDAQ-100 über und unter der blauen Linie, aber nie unter der Trendlinie. Der vergangene Monat war brutal für den NASDAQ-100 und somit sehen wir erstmalig seit Beginn des Trends, dass die SMA50 nach unten zielt. Dies kann sich in wenigen Handelstagen aber wieder bereinigen.

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Doch entscheidend ist hier, genauso wie beim DAX, dass die Kurse die blaue 50-Tagelinie nachhaltig bezwingen und wieder darüber notieren. Erst dann können wir als Anleger davon ausgehen, dass die kritischen Zeiten vorerst vorbei sind. Das ist noch nicht der Fall, aber es sieht zumindest deutlich besser aus als im März.

Krisenbarometer Gold

So dramatisch scheint die Lage aktuell geopolitisch nicht zu sein. Gold stieg rasant um den Jahreswechsel. Damals schnellsten die Kurse innerhalb weniger Wochen um 100 US-Dollar noch oben. Doch jetzt pendelt der Goldpreis gemütlich hin und her. Nach unten scheint bei 1.307 US-Dollar eine Begrenzung zu sein. Der Deckel ist dagegen drauf bei etwas über 1.350 US-Dollar. So viel Spielraum bleibt den Akteuren also aktuell.

Dieser Bereich kann intraday einmal kurz überschritten werden, wie uns der Chart zeigt – also hüten Sie sich davor, diese Marken für Stops zu verwenden. Denn selbst wenn der Goldpreis derzeit einfach zu handeln ist – bei einem Widerstand wieder auf die Gegenrichtung setzen – kann es immer zu plötzlichen Bewegungen kommen.

Bleibt die Frage, was die nächsten Ziele beim Gold sind. So wie die leicht fallende Trendlinie und die horizontale Widerstandslinie verlaufen, könnte die Seitwärtsphase noch bis 2019 die Kurse in Schach halten. Auch wenn es dann sehr eng wird. Natürlich werden wir vorher aus diesem langsam enger werdenden Dreieck ausbrechen, doch momentan lässt sich noch nicht zuverlässig abschätzen, in welche Richtung die Reise gehen wird.

Dass Syrien ein ernsthafter Konflikt darstellt, der aufgerundet den dritten Weltkrieg auslösen kann, ist scheinbar nur in den Nachrichten ein Thema. Der Goldpreis bleibt cool und das sollten wir dann auch. Die Lage kann sich jederzeit ändern, aber immerhin ist der weltweite Krisenindikator momentan entspannt und das ist eine gute Nachricht. Hoffen wir, dass es so bleibt.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.