Die wichtigsten Sätze von Warren Buffet (Teil 2)

Die legendäre Frage und Antwort-Runde mit Warren Buffett und Charlie Munger war auch 2011 wieder ein Höhepunkt. (Foto: EIroi / shutterstock.com)

Das Material aus Omaha von der Berkshire Hathaway Hauptversammlung ist so umfangreich, dass ich heute mit dem zweiten Teil zur Frage und Antwort Runde auf der Hauptversammlung weitermache.

Morgen beschließe ich die Berichterstattung aus Omaha dann mit den spannendsten Anmerkungen aus der exklusiven Pressekonferenz vom Sonntag, mit der traditionell die offiziellen Veranstaltungen am Wochenende enden.

Das Thema Inflation spielte bei den Fragen der Aktionäre in diesem Jahr eine wichtige Rolle.

So wollte ein Aktionär wissen, ob ein Investment in Cocal Cola oder einen Versorger in einem inflationären Umfeld besser sei. Laut Buffett ist dabei ganz klar eine starke Marke wie eben Coca Cola vorzuziehen. „Dort kann mit wenig Kapitaleinsatz Wachstum generiert werden“, sagte Buffett dazu.

Und dann erläuterte er das ganze weiter mit dem Beispiel See`s Candies. Parallel dazu kurbelte sein Kompagnon Charlie Munger den Verbrauch der Pralinen stark an.

Speziell im ersten Teil der Fragerunde sagte Munger nur wenig. Gleichzeitig schob er sich aber fast durchgängig die beliebten Peanut Brittles in den Mund.

See`s Candies ist eine klassische Buffett Firma, die er schon in den frühen 1970er Jahren übernommen hat. Damals erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 25 Mio. Dollar und das mit dem Verkauf von 16 Mio. Pfund Pralinen.

Aktuell liegt die Jahresproduktion bei 30 Mio. Pfund. Der Umsatz hat sich jedoch auf 300 Mio. Dollar verzehnfacht. In den 1970er Jahren benötigte See`s Candies rund 9 Mo. Dollar, um den Geschäftsbetrieb zu gewährleisten.

Heute sind es 40 Mio. Dollar. Sie sehen, das ist ein sehr spannendes Geschäftsmodell, das jedoch sehr schnell an seine Grenzen stößt. So gibt es Sse`s Candies hauptsächlich im Westen der USA und in der Mitte. An der Ostküste hat sich die Pralinenfirma nicht wirklich durchsetzen können.

Eine starke Marke wie Coca-Cola hingegen ist in mehr als 200 Staaten der Erde vertreten.

„Damit ist Coca-Cola auch ein sehr interessantes internationales Investment“, erklärte Buffett.

Er wurde während der Hauptversammlung auch gefragt, warum er nicht noch mehr in ausländischen Firmen investiert. Laut Buffett ist es noch immer so, dass drei Viertel aller Investments in den USA liegen. „Aber immerhin ein Viertel ist schon im Ausland“, merkte er zusätzlich dazu an.

Buffett: Mit Gold kann man nicht viel machen

Sehr intensiv beschäftigte sich Buffett auch mit dem Thema Rohstoffe. Ein Aktionär wollte zunächst wissen, warum er nicht mehr in Rohstoffe investiert, die doch in den vergangenen fünf Jahren deutlich besser abgeschnitten haben als der Aktienmarkt.

Bei dieser Antwort holte Buffett weit aus – aber das war eine der spannendsten Antworten des Tages.

Für ihn gibt es drei Arten von Investments. Zunächst sind da alle Anlagen, die mit Währungen zusammenhängen.

Das ist laut Buffett immer eine Wette darauf, dass es der Regierung gelingt, die Währung stabil zu halten. Leider ist dies nahezu unmöglich, weshalb alle Investments mit starkem Währungsbezug langfristig schlechte Investments sind – man ist als Investor auf das richtige Verhalten von Politikern angewiesen.

Und das gibt es fast nie.

Die zweite Kategorie bilden Investments die nichts produzieren, von denen man aber in der Zukunft annimmt, dass man sie für einen höheren Preis verkaufen kann. Das klassische Beispiel dafür ist Gold.

Aber alles bislang geförderte Gold auf der Welt ergibt nur einen Würfel mit einer Kantenlänge von 22m das sind 170.000 Tonnen.

Etwas ketzerisch fragte Buffett: „Was kann man damit denn machen? Draufsteigen und polieren.“ Eigentlich hofft man nur, dass man einen findet, der in fünf Jahren mehr dafür bezahlt. Charlie Munger fügte dann noch hinzu: „Was soll das für ein gutes Investment sein, dass extrem stark steigt, wenn die Wirtschaft abstürzt.“

Nach diesen Ausführungen ist klar, welche Kategorie von Investments Buffett und Munger bevorzugen: Es ist die dritte Kategorie, in die alle Anlagen mit einfließen, die etwas produzieren – sei es nun eine Farm oder auch Aktien. Dabei brachte Buffett einen interessanten Vergleich zwischen Farmland und Gold. Der Wert der gesamten Goldförderung beträgt rund 8 Billionen Dollar.

Für in etwa die gleiche Summe könnte man aktuell alle Ackerflächen in den USA kaufen. Für Buffett ist es keine Frage, was er an dieser Stele bevorzugt: ganz klar das Ackerland.

Nur eine kleine Rolle spielte die Atomkatastrophe in Japan. Gefragt nach seiner Einschätzung zur Atomenergie sagte Buffett: „Ich denke, Nuklearenergie ist wichtig und sie ist sicher.“ Dennoch geht er davon aus, dass in den USA der weitere Ausbau des Atomstroms nun ins Stocken geraten wird.

Aber an seiner grundsätzlich positiven Einstellung gegenüber dieser Energieform hat auch die aktuelle Katastrophe nichts verändert. Buffett ist ein Man mit Prinzipien, die er nun in ganz seltenen Fällen über Bord wirft.

So weit der Überblick zur Hauptversammlung. Morgen lesen Sie an dieser Stelle noch ein persönliches Fazit der Reise und Sie erfahren die wichtigsten Fakten aus der Pressekonferenz.

Nebenbei teile ich Ihnen auch noch mit, wo Sie das beste Steak der Welt essen können.

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.