Dienstleister in der (Corona-)Krise

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Die Dienstleistungsunternehmen sind sehr unterschiedlich von dieser Ausnahmesituation betroffen. Es gibt Gewinner und Verlierer. (Foto: Mano Kors / shutterstock.com)

Die Corona-Krise verlangt allen Unternehmen einiges ab. Die Dienstleister sind ganz unterschiedlich von dieser Ausnahmesituation betroffen. Unternehmen, die ihre Leistungen vorübergehend nicht mehr anbieten dürfen, kann schnell die Insolvenz drohen. Jetzt zeigt sich, welche Geschäftsmodelle krisentauglich sind und welche Unternehmen solide gewirtschaftet haben.

Während Online-Händler wie eBay von den Ausgangssperren und der Quarantäne-Zeit profitieren, sieht es bei den Flughafenbetreibern Fraport und der Flughafen Wien AG ganz anders aus. Das Reiseaufkommen wird praktisch auf null gefahren. Die Fixkosten laufen aber weiter. Teilweise können die Kosten auf die Fluggesellschaften und Reiseveranstalter umgelegt werden, teilweise nicht. Wer, wie stark von der Krise betroffen sein wird, lässt sich derzeit nur mutmaßen.

Ähnlich schmerzhaft wird es dorma+kaba treffen, die mit ihren Sicherheits- und Zutrittslösungen stark abhängig von der Baubranche sind. Die Auftragsbücher waren zu Jahresbeginn zwar prall gefüllt, doch zeitverzögert wird die Krise auch hier nicht spurlos vorbeigehen.

Essen kommt besser per App

Ganz anders sieht es beim Essenszusteller Delivery Hero aus. Während bekannte Restaurantketten wie das Steakhaus Maredo oder der Franchise-Italiener Vapiano bereits zahlungsunfähig sind, erlebt Delivery Hero einen Auftragsboom. Delivery Hero hat in den ersten 9 Monaten seinen Umsatz mehr als verdoppelt. Mit einem Plus von 107,7% lag der Umsatz bei 972,2 Mio. €. Die eingegangenen Essensbestellungen stiegen um 72,4% auf rund 450,1 Mio. Lieferungen.

Es wurden mehr als 500.000 neue Restaurants in die Bestellplattform aufgenommen. Für 2019 hat der Konzern bislang nur ein Trading- Update herausgegeben, das den rasanten Wachstumskurs bestätigt. Die enormen Wachstumsraten sind zweifelsfrei ein Erfolg, doch sollten sie gleichzeitig mit Vorsicht betrachtet werden. Denn bislang wird ein negatives operatives Ergebnis erzielt. Die Gefahr einer Pleite sehen wir aber nicht.

In der Krise auf Schnäppchenjagd gehen

Die Corona-Krise eröffnet branchenübergreifend historische Investitionsmöglichkeiten. Zwei Beispiele sind in der Dienstleistungsbranche besonders erwähnenswert: Trotz der angeschlagenen Weltwirtschaftslage herrscht weiterhin Fachkräftemangel. Die Corona-Krise ist kein Dauerzustand. Unternehmen brauchen immer noch Schlüsselpersonal. Dennoch wurde Amadeus FiRe erheblich abgestraft. Die starken Jahreszahlen sprechen für sich. Wer langfristig investiert, kann jetzt günstig einsteigen.

Ähnlich verhält es sich bei der CEWE Stiftung & Co. KGaA. Der Fotokonzern wird zwar aufgrund der Reisebeschränkungen weniger Fotobücher im 1. Halbjahr verkaufen können, der Hauptumsatz wird aber historisch ohnehin in der 2. Jahreshälfte erzielt – dann kehren die Kunden aus ihrem Sommerurlaub zurück oder sind auf der verzweifelten Suche nach einem Weihnachtsgeschenk.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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