Dienstleistungen werden digitaler

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Derzeit geht eine regelrechte Digitalisierungswelle durch die Dienstleistungsbranche. Wer diesen Trend nicht mitgeht, verliert. (Foto: KC Slagle /shutterstock.com)

Die Dienstleistungsbranche steht vor einer umfassenden Digitalisierung.

Nachdem zahlreiche Start-up-Unternehmen entweder mit ihren innovativen Geschäftsideen gescheitert sind oder ihre Innovationskraft an eingespielte Unternehmen verkauft haben, geht jetzt eine regelrechte Digitalisierungswelle durch die Branche. Zahlreiche Dienstleistungen werden smarter, vernetzter oder erhalten zumindest eine neue, interaktivere Version. Wer bei diesem Trend nicht mitgeht, verliert.

So hatten es Adecco und H&R Block mit ihren Personalvermittlungen und Abrechnungshilfen besonders schwer, mit den digitalen Konkurrenzprodukten mitzuhalten, die teilweise sogar kostenfrei im Internet angeboten werden. Die Folge: Auftragsrückgang, sinkende Margen und schlechtere Geschäftsausblicke.

Der digitale Wettbewerb ist besonders hart

Dabei stehen digitale Dienstleistungsangebote in einem ganz besonders harten Wettbewerb. Die Markteintrittsbarrieren sind nicht von Anfang an existent, sie müssen erst durch viel Marketingvorleistung aufgebaut werden. Erst dann zählen Bekanntheit, Kundenstamm und Größe. Unserer letzten Neuaufnahme Delivery Hero wurde der Wettbewerb in Deutschland zu intensiv. Deshalb hat der Konzern beschlossen, sich vollständig aus dem deutschen Markt zurückzuziehen.

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Mit dem Verkauf von Lieferheld, foodora und pizza.de wurden die wichtigsten deutschen Kernmarken abgestoßen. Käufer war der niederländische Wettbewerber takeaway.de, der in Deutschland vor allem mit der Plattform Lieferando erfolgreich ist. Delivery Hero bekam für seine drei Plattformen rund 930 Mio. € und 15,5% an takeaway.de. Das frische Geld soll jetzt für die Stärkung des Liefernetzes im Ausland eingesetzt werden. Klarer Fokus liegt hier auf dem Nahen und Fernen Osten.

Wachstum durch digitale Marktpräsenz

Klare Gewinner der Digitalisierung sind dagegen Amadeus FiRe, dorma+kaba und ZEAL Network – alle jedoch aus unterschiedlichen Gründen. Amadeus überzeugt mit einer Datenbank für Personalvermittlungen, die erst durch künstliche Intelligenz einmalig werden kann. dorma+kaba ist mit seinen intelligenten Schließsystemen einer der ersten Profiteure des Internet der Dinge. Und ZEAL Network zählt zu den größten Anbietern für digitales Glücksspiel. Alle drei Unternehmen sind ganz unterschiedlich, haben aber eins gemeinsam: Sie haben sich die Digitalisierung frühzeitig zu Nutze gemacht und als echte Wachstumschance gesehen. Diese Weitsicht zahlt sich jetzt aus. Die Aussichten für die nächsten Jahre sind hervorragend.

Vergleichbare Erfolge verzeichnete noch die CEWE Stiftung & Co. KGaA, die mit ihren Fotoprodukten im Internet eine einmalige Wachstumsgeschichte geschrieben hat. Allerdings verlieren die Produkte derzeit etwas an Attraktivität und werden weniger nachgefragt. Hier muss CEWE nachbessern.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.