Diese 10% Dividendenrendite sollten Sie meiden

Waving flag with Kraft Heinz logo. Editorial 3D

Rendite um jeden Preis? Auf keinen Fall! Wir erklären Ihnen am Beispiel von Kraft Heinz Company, warum es manchmal besser ist, auf Dividenden zu verzichten. (Foto: Alexey Novikov / Adobe Stock)

Gegessen wird immer! So hieß es viele Jahre mit Blick auf Nahrungsmittelhersteller. Doch spüren Sie nicht auch, dass sich auch bei der Ernährung etwas tut? Zutatenlisten werden nicht mehr länger ignoriert und ein Verpackungsdesign, das „leichte Kost“ verspricht, animiert immer mehr Konsumenten dazu, noch genauer hinzuschauen. Dieser Trend hat auch Kraft Heinz Company erreicht. Das Unternehmen ist im Wandel.

Wie die Gesellschaft diesen Wandel vollzieht und ob sich die rund 10% Dividendenrendite lohnen, haben wir für Sie analysiert! Doch zunächst zum Unternehmen: Kraft Heinz Co. gehört seit der Fusion im Juli 2015 zu den weltweit 5 größten Lebensmittelkonzernen und ist in Nordamerika die Nummer 3. Zu den bekanntesten Produkten gehören neben den Stammmarken Kraft und Heinz auch Philadelphia- Frischkäse, Velveeta-Käse und Wurstwaren der Marke Oscar Mayer. Die 8 wichtigsten Marken erzielen Jahresumsätze von mehr als 1 Mrd $.

Kraft steht vor großen Herausforderungen

Die Produkte von Kraft Heinz sind keine Selbstläufer mehr. Weil der Konzern auf das veränderte Konsumverhalten nicht reagiert hat, ging die Nachfrage zurück, die Produkte wurden zum Ladenhüter. Kraft Heinz steuerte mit Preissenkungen gegen, was wiederum die Margen belastete. Im Februar wurden dann Abschreibungen in Höhe von 15,4 Mrd $ vorgenommen. Gleichzeitig hatte die US-Börsenaufsicht eine Untersuchung wegen Unregelmäßigkeiten in den Bilanzen früherer Jahre eingeleitet.

Die Ermittlungen sind immer noch nicht abgeschlossen, entsprechend konnte Kraft Heinz nur vorläufige Halbjahresergebnisse veröffentlichen. Bei einem Umsatzrückgang von 4,8% hat sich der Gewinn mehr als halbiert. Denn der Konzern musste erneut Abschreibungen von 1,22 Mrd $ vornehmen. In allen Regionen hat Kraft Heinz weniger umgesetzt. Während sich die Umsatzrückgänge in den USA und Kanada noch in Grenzen hielten, schrumpfte das Auslandsgeschäft um 13,8% auf 2,64 Mrd $.

Der seit Anfang Juli amtierende neue CEO soll jetzt bekannte Marken wie Ketchup von Heinz und Philadelphia-Frischkäse wiederbeleben, hat aber noch keinen Strategieplan für eine Trendwende vorgelegt.

Warum wir an der Seitenlinie bleiben

Zu einer Jahresprognose sah sich das Management ebenfalls noch nicht in der Lage. Denn sollte es mit dem Umsatz in der zweiten Jahreshälfte weiter abwärts gehen, sind weitere Abschreibungen nicht ausgeschlossen. Rund um die Aktie ist derzeit zu viel Unsicherheit im Markt. Wir lassen uns daher selbst von der Dividendenrendite von 10% nicht blenden und bleiben bei Kraft besser außen vor. Es gibt bessere Titel!

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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