Diese 5%-Anleihe der Commerzbank ist fast Ramsch: gegen die Marktempfehlung

Nachrangige Anleihe am Markt: Risiko ist hoch, Rendite gering, Rating schlecht, Zinsrisiko hoch. Andere empfehlen. (Foto: Michael715 / shutterstock.com)

Eine neue Empfehlung am Anleihemarkt macht die Runde: kaufen Sie die Commerzbank-Anleihe mit einer Laufzeit bis 2018. Diese Anleihe ist nachrangig – für uns ein schlechtes Zeichen. Wir empfehlen eine Alternative, nennen Ihnen aber die Nachteile des Commerzbank-Wertes Punkt für Punkt.

Nachrangigkeit schlimmster Faktor

Das Risiko der nachrangigen Anleihe ist hoch. Dies ist Punkt ein, das Rating der Agenturen mit „BBB-“ (S&P) ist schlecht, nahe Ramschstatus. Zudem ist die Rendite dafür mit etwa 4,8% zu niedrig – und das Zinsrisiko hoch. Der Zins ist variabel. Ein giftiger Mix.

Der schlimmste Negativhebel ist jedoch die Nachrangigkeit. Nachrangige Anleihen sind im Konkursfall ähnlich schlecht wie Aktien. Sie werden als Investor erst nach den anderen Gläubigern bedient. Damit bleibt aus der Konkursmasse wenig übrig.

Wenn Sie aber rechtlich schon das Risiko von Aktionären tragen, sollten Sie zumindest eine hohe Rendite erwarten dürfen. Genau das aber ist hier nicht der Fall.

Risiko wird nicht belohnt

Die Anleihe läuft bis zum 30.3.2018. Die Rendite für die erste Zeit beträgt 4,8%. Dies formulieren wir bewusst schwammig, denn der Zins ist sogar variabel. Sie erhalten ab Jahr 3 der Laufzeit einen Zins in Höhe des bankinternen Ausleih-Zinssatzes Euribor (derzeit 1,44%) und 2,75%-Punkten. Das wären aktuell 4,16%.

Damit aber übernehmen Sie auch noch das Risiko sich ändernder Zinsen. Solche Risiken belohnt der Markt üblicherweise mit weiteren Aufschlägen. Hier jedoch geizt die Commerzbank. Unternehmensanleihen mit einem ähnlichen Ranking – etwa aus dem Mittelstand – bieten Renditen, die um 2,8%-Punkte höher liegen. Fix.

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Dem Urteil anderer Analysten, die diese Anleihe für „attraktiv“ halten, können wir uns daher überhaupt nicht anschließen. Die Anleihe ist aufgrund der Ausstattung und der Risiken sogar unattraktiv. Dieses Schicksal teilt sie mit vielen nachrangigen Anleihen.

Nachrangige Anleihen oft nicht belohnt

Ob eine Anleihe nachrangig ist, erfahren Sie in den meisten Fällen erst mit Blick in den Emissionsprospekt. Mit diesem Zusatzrisiko gehen weder die Anleihe-Emittenten noch deren begleitende Banken offensiv um. Die Aufklärungspflicht im Beratungsprozess erschöpft sich auf einen kleinen Hinweis.

Auch hier gilt unsere Empfehlung fort: Unterschreiben Sie die Bankprotokolle nicht. Damit sichern Sie sich ab, wenn bei einer nachrangigen Anleihe Probleme auftauchen und Sie das Risiko nicht hinreichend verstanden hatten.

GeVestor.de meint: Die Anleihe würden wir nicht zeichnen. Noch nicht thematisiert hatten wir die Laufzeit. Eine Anleihe mit Laufzeiten bis 2018 ist schon deshalb riskant, weil die Zinsen auch bei einer moderaten Erhöhung des „Euribor“ am Markt stark steigen können. Tendenziell wird die Anleihe dann noch Kursverluste hinnehmen müssen.

Da das Risiko hoch ist, die Rendite dafür viel zu gering, nehmen Sie besser Anleihen mit höheren Zinsen. Dies ist etwa eine Anleihe von Dürr aus dem Mittelstandssegment.


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Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.

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