Diese Airline macht vieles richtig

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Manchmal ist billig sogar besser. Zumindest bei Airline-Aktien macht sich das Konzept bezahlt. Wir erklären Ihnen, warum. (Foto: Edith Rum / shutterstock.com)

Fliegen Sie gerne? Ich muss zugeben, ein gewisses mulmiges Gefühl beschleicht mich manchmal schon, wenn es ins Flugzeug geht. Doch das ist schnell verflogen, wenn an Bord wie immer alles nach Plan verläuft und das Personal mir den Flug so angenehm wie möglich macht. Auch bei vielen anderen Menschen scheinen die Vorzüge des Fliegens zu überwiegen: Nehmen wir doch einfach mal Mallorca – mit dem Auto eine fast zweitägige Reise, sind wir mit dem Flieger in weniger als zwei Stunden am Ziel.

Mit diesem Alleinstellungsmerkmal können Fluglinien punkten und Kunden sowie Investoren gleichermaßen überzeugen. Ich verrate Ihnen in den nächsten Zeilen, ob auch Sie profitieren können – zum Beispiel von der Aktie von easyJet. Die Airline ist Europas Billigflieger Nummer 2. Mit einer Flotte von 279 Maschinen befördert das Unternehmen über 80 Mio Passagiere. easyJet wurde 1995 von Stelios Haji-Ioannou, dem Großaktionär des Unternehmens, gegründet. Sie war eine der ersten Fluggesellschaften, die ihre Flugtickets über das Internet verkaufte.

Gute Auslastung, solide Zahlen

Die Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr fielen gemischt aus. Einerseits stellte easyJet zahlreiche Rekorde auf. Noch nie erzielte der Billigflieger mehr Umsatz oder einen höheren Cashflow. Gleichzeitig wurde die zweithöchste Dividende in der 20-jährigen Unternehmensgeschichte ausgeschüttet. Auf der Kehrseite drückte der um 11,5% auf 1,2 Mrd £ gestiegene Kerosinpreis auf die Margen. Auch für Instandhaltungs- und Wartungskosten musste easyJet tiefer in die Taschen greifen.

Die Personalkosten legten zu. Negative Einmaleffekte im Zusammenhang mit einer IT-Umstellung sowie der Tegel-Integration in Höhe von 93 Mio £ und gestiegene Abschreibungskosten erlaubten easyJet nicht, die eigenen Ziele zu erreichen. Der Gewinn pro Aktie legte zwar um 17,5% auf 0,9 £ zu, lag damit aber noch immer weit unter den Werten aus 2013 bis 2016. Bereinigt um Einmaleffekte hätte der Gewinn pro Aktie jedoch 1,17 £ betragen.

Das Update zum 1. Quartal des laufenden Jahres fiel gut aus. Mit 21,6 Mio Passagieren konnte erneut eine hohe Auslastungsquote von 89,7% erzielt werden. Der Umsatz legte um 13,7% auf 1,3 Mrd £ zu.

Wie sie bei easyJet handeln sollten

Um die Ungewissheit des Brexit-Ausgangs zu reduzieren, hat easyJet bereits die Hälfte der gesamten Flugzeugflotte in Österreich registriert und arbeitet derzeit am Aufbau eines Ersatzteillagers in der EU, sowie dem Transfer der Crew-Lizenzen. Gleichzeitig treibt das Management die Sale-And-Lease-Back Flottenstrategie voran. Durch den Verkauf von 10 weiteren Airbus A319 wurden 120 Mio £ Cash generiert. Die Aktie ist solide, mehr aber auch nicht. Bleiben Sie besser an der Seitenlinie!

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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